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Medizin studieren

Dem bloßen Auge verborgen - 3

Die beiden großen Röhren, Computer- und Magnetresonanztomograf, flößen so manchem Patienten gehörigen Respekt ein. Besonders Letzterer macht viel Krach und verursacht ein Gefühl der Beengung, wenn man darin liegt. Auch ich durfte nun wieder in den „Genuss“ kommen, als mein linkes Knie untersucht wurde, weil es einen Meniskusschaden hat.
Auch an der Uni ging es zuletzt um diese beiden Verfahren. In unserem Kurs haben wir über deren Vor- und Nachteile gesprochen und uns Untersuchungsbilder angeschaut. Bei der Computertomografie ist die Strahlenbelastung recht hoch. Aber es lohnt sich für die Bilder, die man erhält, allemal - insbesondere, wenn Kontrastmittel eingesetzt werden. Diese werden entweder oral oder über einen venösen Zugang gegeben. Wir selbst durften im Kurs alle Mittel probieren –zur Belustigung unserer studentischen Hilfskraft, denn uns verzog es bei diesem unangenehmen Geschmack die Gesichter. Je nach Wartezeit lassen sich mithilfe des Kontrastmittels entweder Verdauungsorgane (bei oraler Gabe), Arterien oder Venen darstellen und somit beurteilen.
Wie auch beim Röntgen und bei der Sonografie (Ultraschall) schauten wir uns an vier Kurstagen unterschiedliche Regionen des Körpers an, betrachteten osteolytische Metastasen, die Knochen auflösen und mithilfe von CT und MRT in Lage und Größe bestimmt werden können. Auch werden die beiden Untersuchungen genutzt, um während der Strahlentherapie bei einer Krebsdiagnose den Verlauf kontrollieren zu können. Überaus spannend waren die Aufnahmen vom Kopf, die dazu dienen, um nach Schlaganfällen Aneurysmen, also Risse von Gefäßen, festzustellen.
Bauch, Knochen, Kopf und Brustkorb bedürfen anderer Filter, die digital eingesetzt werden, um spezifisches Gewebe besser darstellen zu können. Wir sahen uns sowohl gesunde (physiologische) Zustände als auch kranke (pathologische) anschauen können, um uns nach und nach an die Aufnahmen heranzutasten.
Denn, wie ich bei meinem eigenen MRT feststellen musste, ist es gar nicht so einfach, Verletzungen oder Veränderungen zu erkennen. Mein Knie wies für meinen Blick keine Risse im Meniskus auf, soll dort aber eine Läsion mit Einklemmung haben, sagte mir der Arzt. Dem ungeschulten Auge bleibt das verborgen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  26.04.2017
Autor: Thilo
Rubrik: studium
26.04.2017

Medizin studieren

Dem bloßen Auge verborgen - 2

Ich zucke zusammen und muss kichern. Der kalte Schallkopf des Ultraschallgeräts ist voll mit Gel und wird mir zwischen meine Rippen am linken Rand des Brustkorbes gesetzt, das kitzelt. Ziel ist es, meine Milz ausfindig zu machen, die sich irgendwo auf Höhe der neunten und zehnten Rippe befinden muss. Das ist aber gar nicht so einfach, weil sich die Knochen im Bild immer wieder davor schieben. Sowieso sieht mein Inneres auf dem Monitor geheimnisvoll aus. Was soll das da überhaupt sein? Sind diese grauen Farbtöne gesund? Und die schwarzen, weißen? Wer soll denn hier was erkennen?

Die Sonographie ist eine überaus relevante Möglichkeit, Brust und insbesondere Bauch zu untersuchen. Es lässt sich quasi alles darstellen, über die großen Gefäße bis hin zum heranwachsenden Leben im Leib der Mutter. Dabei braucht man lange, um zu verstehen, wo man sich auf dem Bild gerade befindet, immer abhängig davon, wie man den Schallkopf gerade hält.

Wir untersuchten so beieinander Leber und Gallenblase und maßen diese aus. Selbiges machten wir bei den Nieren, um herauszufinden, was die Bauchaorta und die große Hohlvene sind. Wunderbar praktisch ist, dass es eine Funktion des Sonografen gibt, die es ermöglicht, in Gefäße hineinzuhorchen. So lässt sich ermitteln, um welche Art Gefäß es sich handelt: Arterien schlagen einfach, bei Venen ist ein Doppelschlag und ein eher arrhythmisches Rauschen zu vernehmen.

Auch die Schilddrüse nahmen wir uns mit einem kleineren Schallkopf vor. Die Schilddrüse ist deshalb interessant, weil man recht häufig etwas findet. So auch bei uns, wo die ein oder andere Zyste auftauchte, die aber nicht weiter schlimm ist. Ob es sich tatsächlich um einen Tumor handelt, ließe sich dann mithilfe der Nuklearmedizin herausfinden. Zysten zeigen sich durch ein echoarmes, also schwarzes Inneres, das von einem echoreichen, zum Rücken hin auslaufendem Rand umgeben wird. Auch die Schilddrüse maßen wir aus, da hiermit Über- und Unterfunktionen der Schilddrüse festgestellt werden können.

Das Röntgen ist eine weitere zweidimensionale diagnostische Methode, die besonders zum Erkennen von Veränderungen des Knochens dient. Sie ist aber auch nützlich, um beispielsweise Erkrankungen von Lunge und Herz darzustellen.

Röntgenaufnahmen müssen immer in zwei Ebenen gemacht werden, um eine dreidimensionale Vorstellung davon zu bekommen, wie Organe oder Knochen im Raum liegen. Wie eine Fraktur aussieht, wurde bei den Aufnahmen jüngerer Patienten klar, die beispielsweise auf den Arm gefallen waren und sich das Handgelenk brachen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  19.04.2017

Medizin studieren

300 Wörter

300 Wörter sind verdammt viel. Oder verdammt wenig. Wie ihr euch denken könnt, kommt das sehr auf die Situation, den Standpunkt und die Tagesform an.
Für diesen Blog beispielsweise soll ich mich immer an etwa 300 Wörtern orientieren.
Das fällt schon mal schwer, wenn ich gerade nichts Aufregenderes mache als in den Wochen zuvor und nicht darüber schreiben will, wie langweilig pipettieren auf Dauer doch sein kann. Dann wiederum möchte ich verständlich machen, weshalb ich Facebook für bestenfalls harmlos und irrelevant, schlimmstenfalls sogar gefährlich halte (siehe "Facebook löschen") und komme mit 300 Wörtern kaum aus.
In genau so einer Situation bin ich auch jetzt: Für die Konferenz im Iran, zu der ich im April fliege, muss ich ein Abstract, also einen kurzen Abriss über mein Forschungsthema schreiben – limitiert auf 300 Wörter inklusive Überschrift und Nennung der Mitautoren.
Das ist eine der schwierigsten Aufgaben, denen ich mich in letzter Zeit stellen musste. Forschung ist in nahezu allen Bereichen sehr speziell, weshalb außer denjenigen, die direkt an dem Thema arbeiten, niemand einen blassen Schimmer davon hat, wozu das Ganze dient, wie man auf die Idee kam und wie die Ergebnisse einzuordnen sind. Auf einer halben Din-A4-Seite das herunterzubrechen, worüber andere Leute mehrseitige Paper veröffentlicht haben und woran ich seit acht Monaten im Labor sitze, ist alles andere als leicht.
Zum Glück habe ich Betreuer, die gerne Sätze kürzen und „Unwichtiges“ streichen. Allerdings musste ich schon schlucken, als auch bei der dritten Version meines Abstracts noch immer alles rot war und der Text eher marginal meinem ursprünglichen Entwurf entsprach. Aber naja, man lernt nie aus und letztlich war ich mit dem Ergebnis doch ganz zufrieden!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  12.04.2017