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Medizin studieren

Skifahren

Zwei Gründe führten mich nun zurück in die Heimat: Zum einen musste mein Bus, der wieder auf den Straßen verkehren darf, soweit instand gesetzt werden, dass ich darin entspannt meinen Urlaub verbringen kann. Zum anderen hatte ich keine Lust, im kommilitonenleeren Münster meinen Geburtstag alleine zu feiern, weswegen ich beschloss, diesen Tag mal wieder im Kreise meiner Familie zu verbringen.
Die Fahrt nach Nürnberg war sehr spannend. Einen Junggesellinnenabschied im Zug mitzuerleben, verlangt Nerven aus Stahl – und gute Kopfhörer. Zu allem Überfluss hatte der Zug 80 Minuten Verspätung, was zufolge hatte, dass die Bahn mir, der sich ein Sparticket für 14 Euro von Münster nach Nürnberg ergattert hatte, um 2 Uhr einen 20-Euro-Taxi-Gutschein für die Fahrt vom Hauptbahnhof nach Hause ausstellen musste.
Aber ich war guter Laune, hatte meine Mutter mich doch spontan gefragt, ob wir nicht für ein bis zwei Tage in die Alpen fahren wollten, damit ich mal wieder Schnee zu Gesicht bekäme (in Münster eine absolute Rarität). Ich war natürlich sofort begeistert und in absoluter Vorfreude, lagen meine letzten Schwünge auf dem Snowboard doch schon bald zwei Jahre zurück. Der Schnee war qualitativ in Ordnung und zumindest am ersten Tag wurden wir mit Kaiserwetter für die anstrengende Anreise auf einer vollen Autobahn entlohnt!
Wie erwartet waren die zwei Tage im Schnee natürlich viel zu kurz, aber auf jeden Fall besser als nichts. Und mal sehen, vielleicht werde ich ja künftig wieder häufiger auf dem Snowboard stehen. Ich denke nämlich mittlerweile, dass es mich als angehenden Arzt wieder in den Süden der Republik ziehen wird!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  04.05.2017
Autor: Johannes
Rubrik: studium
04.05.2017

Medizin studieren

Labortiefpunkt

Wenn ich überschlagen sollte, zu wieviel Prozent ich im Labor zufrieden und zu wieviel ich eher unzufrieden bin, käme ich auf 5 zu 95Prozent. Das sind harte Zahlen. Jetzt wo ich sie schreibe, noch härter. Aber es ist leider Fakt, dass wenig klappt, alles extrem lange dauert und der Zuwachs an Daten alles andere als schnell und befriedigend vonstattengeht.
Besonders deutlich wird mir das, da ich gerade meinen nächsten „Progress Report“ vorbereiten muss. Der vorige liegt drei Monate zurück und seitdem habe ich gerade einmal drei bis vier zusätzliche Grafiken produzieren können, mit zwei statistisch signifikanten Effekten. Und über diese drei Grafen kann ich kaum 15 Minuten sprechen.
Zum Glück geht das vielen so. Letzten Endes merkt das Publikum davon auch nicht so viel davon, weil sie mein Projekt nicht so deutlich vor Augen haben und dadurch nicht genau wissen, was ich das letzte Mal schon alles wusste. Aber für mich selbst ist es kein schönes Gefühl. Besonders, da ich demnächst wieder ein Gespräch mit meinem Doktorvater habe, dem ich erklären muss, dass kaum etwas Verwertbares geschehen ist in den vergangenen Monaten. Das ist insofern ärgerlich, als ich persönlich das Gefühl habe, Daten nicht nur für mich, sondern auch für das ganze Projekt produzieren zu müssen, insbesondere, weil ich dafür bezahlt werde.
Aber naja, so ist das halt in der Wissenschaft: Ab und zu klappt mal was – aber manchmal eben nicht.
Ich weiß jedenfalls schon, dass es mich in diesem Berufsfeld nicht hält. Zwar macht mir die Arbeit Spaß, aber ein bisschen mehr Erfolge wären schon cool!

Medizin studieren

Dem bloßen Auge verborgen - 3

Die beiden großen Röhren, Computer- und Magnetresonanztomograf, flößen so manchem Patienten gehörigen Respekt ein. Besonders Letzterer macht viel Krach und verursacht ein Gefühl der Beengung, wenn man darin liegt. Auch ich durfte nun wieder in den „Genuss“ kommen, als mein linkes Knie untersucht wurde, weil es einen Meniskusschaden hat.
Auch an der Uni ging es zuletzt um diese beiden Verfahren. In unserem Kurs haben wir über deren Vor- und Nachteile gesprochen und uns Untersuchungsbilder angeschaut. Bei der Computertomografie ist die Strahlenbelastung recht hoch. Aber es lohnt sich für die Bilder, die man erhält, allemal - insbesondere, wenn Kontrastmittel eingesetzt werden. Diese werden entweder oral oder über einen venösen Zugang gegeben. Wir selbst durften im Kurs alle Mittel probieren –zur Belustigung unserer studentischen Hilfskraft, denn uns verzog es bei diesem unangenehmen Geschmack die Gesichter. Je nach Wartezeit lassen sich mithilfe des Kontrastmittels entweder Verdauungsorgane (bei oraler Gabe), Arterien oder Venen darstellen und somit beurteilen.
Wie auch beim Röntgen und bei der Sonografie (Ultraschall) schauten wir uns an vier Kurstagen unterschiedliche Regionen des Körpers an, betrachteten osteolytische Metastasen, die Knochen auflösen und mithilfe von CT und MRT in Lage und Größe bestimmt werden können. Auch werden die beiden Untersuchungen genutzt, um während der Strahlentherapie bei einer Krebsdiagnose den Verlauf kontrollieren zu können. Überaus spannend waren die Aufnahmen vom Kopf, die dazu dienen, um nach Schlaganfällen Aneurysmen, also Risse von Gefäßen, festzustellen.
Bauch, Knochen, Kopf und Brustkorb bedürfen anderer Filter, die digital eingesetzt werden, um spezifisches Gewebe besser darstellen zu können. Wir sahen uns sowohl gesunde (physiologische) Zustände als auch kranke (pathologische) anschauen können, um uns nach und nach an die Aufnahmen heranzutasten.
Denn, wie ich bei meinem eigenen MRT feststellen musste, ist es gar nicht so einfach, Verletzungen oder Veränderungen zu erkennen. Mein Knie wies für meinen Blick keine Risse im Meniskus auf, soll dort aber eine Läsion mit Einklemmung haben, sagte mir der Arzt. Dem ungeschulten Auge bleibt das verborgen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  26.04.2017
Autor: Thilo
Rubrik: studium
26.04.2017