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Was tun nach dem Abi?

Was andere so treiben

Um Jura zu studieren, zieht ein alter Freund nach Osnabrück. Es sei alles aufregend und spannend, doch auch so stressig und neu, sagt er. Er wisse nicht, wo ihm momentan der Kopf stehe. Irgendwie wolle er doch hier bleiben.

Ich kann ihn verstehen. Ich wünschte auch, dass alles wieder so ist, wie es in der Schulzeit war. Ob es anderen wohl auch so geht? Ich nehme es mal an. Einigen meiner Freund sicherlich. Man war zwölf Jahre lang Schüler, hat mit manchen acht Jahre am Stück die Schulbank gedrückt. Nun ist das alles mit einem Schlag vorbei. Viele meiner ehemaligen Mitschüler habe ich seit dem Abiball nicht mehr gesehen.

Auch meine Freundin muss aufgrund ihrer Ausbildung zur operationstechnischen Assistentin teilweise in Osnabrück wohnen. Sie kommt bei einem gemeinsamen Freund unter, der dort ebenfalls eine Ausbildung macht. Er wird Fahrdienstleiter bei der Deutschen Bahn. Ein weiterer Freund geht nach Butjadingen, ein Ort hier in der Region, und macht dort ein FSJ in einer Einrichtung für Behinderte. Eine Freundin geht nach Magdeburg, um dort ein Studium aufzunehmen.

Und dann gibt es noch die, die richtig weit weggehen: Ein Freund möchte für zwei Monate nach Tansania. Ein alter Kumpel geht in die USA. Er hat ein Sportstipendium bekommen, weil er unglaublich gut Tennis spielt. Bekannte von mir reisen um die Welt, sind gerade in Kanada, Neuseeland oder Australien.

Aber es gibt auch die anderen. die erst mal hier bleiben. Ein Freund macht eine Ausbildung zum Betonmischmaschinenführer. Ein weiterer zum Mechatroniker. Mein Nachbar macht ein FSJ im örtlichen Kindergarten, mein alter Kindergartenfreund eines in einer Förderschule. Ein Bekannter, den ich kürzlich im Zug wiedergetroffen habe, hat ein FSJ bei der AWO aufgenommen und kümmert sich dort um Jugendliche.

Schlussendlich ist es egal, wer wo landet. Es macht keinen Unterschied, ob ich drei Minuten mit dem Fahrrad zu jemandem brauche oder vier Stunden mit dem Flugzeug. Die Schule ist weg und mit ihr das tägliche Wiedersehen. Es ist wohl das Ende vieler Freund- und Bekanntschaften, denn mit allen werde ich den Kontakt nicht halten können, auch wenn ich es mir vornehme.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  08.10.2014
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
08.10.2014

Was tun nach dem Abi?

Blick nach vorn

Es ist wie immer, wenn wir mit der Schülerfirma „Brainstorm“ eine Zukunftswerkstatt machen, für die wir in den Park gehen, um über Fehler des alten Geschäftsjahres zu sprechen, Lösungen zu suchen und das neue Geschäftsjahr zu planen. Wir diskutieren, lassen unsere Ideen sprudeln, reden über die Umsetzung, kritisieren, loben, haben Spaß. Ich fühle mich, als sei ich in eine alte Zeit zurückversetzt. Und das ist der springende Punkt. Es erscheint alles so vertraut, es ist, als sei alles wie immer. Und doch ist es ganz anders.

Ich schaue auf, vor mir sitzt ein Freund, mit dem ich Abitur gemacht habe. Ob er sich genauso fühlt? Der Rest der Anwesenden ist deutlich jünger. Sie haben noch ein langes Schulleben vor sich. Für sie ist das alles hier ganz normal. Erst jetzt begreife ich, dass ich nicht mehr wirklich dazu gehöre. Das neue Schuljahr hat angefangen und niemand vermisst mich. Ich bin raus. Mir wird bewusst, was ich mit dem Abitur alles zum letzten Mal erlebt habe. Ich wünsche mich dahin zurück. Zurück in die Zeit, in der ich noch unbeschwert durchs Leben rannte, mit meinen Freunden auf dem Schulhof tobte, jede Pause Fußball spielte, lachte, Spaß an allem hatte, den Lehrern Streiche spielte, den ersten Kuss bekam, mich das erste Mal verliebte, mich stritt, jeden Tag neue Dinge lernte und entdeckte. Um das alles liegt in meinen Gedanken ein goldener Schleier, nach dem Motto „Früher war alles besser“.

Dann kommt die Erkenntnis. Ich sollte das Hier und Jetzt genießen und freudig in die Zukunft zu schauen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  06.10.2014
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
06.10.2014

Was tun nach dem Abi?

Einfach mal folgen

Ich, das Anhängsel. Celine nannte mich so, als ich in dem Krankenhaus, in dem ich Anfang Oktober mein FSJ beginnen werde, hospitierte, um schon ein bisschen was zu sehen und nicht ganz ahnungslos anzufangen. So war ich ständiger Schatten der Personen, denen ich aufgetragen wurde. Wirklich was machen konnte ich ja noch nicht. Ich wusste ja nichts. Also wirklich gar nichts. Unbeholfener umherlaufen kann man gar nicht.

So wurde mir viel gezeigt und viel erklärt. Ab und zu durfte ich auch mal einen Rollstuhl hin- und herschieben, ein Bett war auch dabei. Und ich durfte eine Frau mit auf die Toilette begleiten. Erfahrungen, die man machen muss und die später aus mir auch einen guten Arzt machen sollen.

Merkwürdig war das Ganze aber schon irgendwie. Erstens, weil das alles neu für mich war. Als ich morgens aufstand, wurde mir mulmig vor Aufregung. Was würde mich erwarten? Tue ich das Richtige? Doch sobald ich im Krankenhaus stand, wich dieses Gefühl der Angst einem Schwall von Glückshormonen. Es fühlte sich alles super an.

Zweitens, weil ich ein Nachzügler bin. Einige FSJler sind bereits seit Anfang August dort, die anderen seit dem 1. September. Als sie das erfuhren, fragten sie mich natürlich aus: Warum bist du denn so spät dran? Was hast du denn eigentlich vor und überhaupt? Ich habe alle erklärt und hier un da ein bisschen beschönigt und bald haben sie das Interesse verloren.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  01.10.2014
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
01.10.2014