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Was tun nach dem Abi?

Gast aus Nicaragua

Gastfreundschaft wird für mich groß geschrieben, seit ich auf meiner Reise durch Mexiko, Guatemala und Kuba immer und überall sehr nett aufgenommen wurde. Wir haben bei Freunden, Bekannten, Freunden von Freunden oder auch einfach bei Leuten, die wir im Bus kennengelernt haben, geschlafen. In Deutschland ist so etwas undenkbar. Schon bei Freunden fühlt man sich nicht immer willkommen.

Ich will gerne die erlebte Gastfreundschaft zurückgeben, nur leider kommen nicht so viele Leute nach Nürnberg. So hat es sich gut getroffen, dass im April hier in Nürnberg Gastfamilien für einen Jugendaustausch mit San Carlos, der nicaraguanischen Partnerstadt Nürnbergs gesucht wurden.

Vor zwei Wochen haben wir also unseren Gast vom Flughafen abgeholt. Trotz ewig langem Flug war er gut gelaunt und sehr gesprächig. Wir haben richtig Glück gehabt, denn unser Gast ist wirklich nett und umgänglich. Besser geht es eigentlich gar nicht.

Es hat sich allerdings recht schnell herausgestellt, dass er viele Dinge, die für uns alltäglich sind, gar nicht kennt: Die ersten Tage hat er sich beispielsweise noch öfters in unserem bescheidenen Reihennhaus verlaufen. Auch Brot war für ihn etwas eher Ungewöhnliches. Er wusste nicht, wie man es aufschneidet und bestreicht. Züge kannte er nur aus YouTube und mit seinen 25 Jahren ist er in der Arbeit meines Vaters das erste Mal Aufzug gefahren. Er fand das eine klasse Sache und wollte gleich wissen, wie das technisch funktioniert.

Auch sonst fragt er sehr schlaue Sachen. Zum Beispiel ob ich mich nicht alleine fühle, wenn ich mit meinem Vater und Mutter alleine wohne? Ob hier nicht alle einsam sind? Was wir denn die ganze Zeit machen, weil wir gar nicht zusammen rumhängen …

Erstaunlich, mit welchen Fragen man sich beschäftigt, wenn mal jemand von außen kommt und ganz unvoreingenommen nachfragt. Ob es mir beim Rückaustausch wohl genau so geht?

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  26.06.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
26.06.2013

Was tun nach dem Abi?

Tausche Bett gegen Bus

Die einfachste Fortbewegungsmöglichkeit, um von Kalabrien nach Florenz zu kommen, stellte der täglich verkehrende Reisebus dar, und preiswert war er obendrein. Der einzige Nachteil war, dass ich in Bussen nicht schlafen kann und dementsprechend müde um fünf Uhr dreißig morgens in Florenz am Bahnhof stand. Dort musste ich auf einen Zug warten, der mich zu einem Ort brachte, von dem aus ich wieder mit dem Bus zu dem Bauernhof fahren konnte, an dem ich nun leben und arbeiten werde.

Der Hof befindet sich mitten im Nirgendwo und ich liebe es! Keine Autos. Keine großen Städte in der näheren Umgebung. Kein Lärm außer den Geräuschen der Natur. Auf dem Hof leben ungefähr vierzig Kühe, zehn Katzen und zwei Pferde. Meine Aufgaben sind vergleichsweise einfach: Katzen füttern, nach den Kühen schauen, jedoch soll ich täglich eine halbe Stunde mit der Motorsense arbeiten, was meine ganze Kraft und Aufmerksamkeit fordert. Obwohl die Arbeit anstrengend ist, macht sie Spaß. Wer hätte vor einem Monat gedacht, dass ich den Umgang mit einer Motorsense lernen werde? Das Leben hält doch immer Überraschungen bereit. Am Sonntag werde ich den Hof dann allerdings schweren Herzens verlassen, da ich mir Pisa und Florenz anschauen möchte. Nach jeweils einem Tag in diesen beiden Städten, werde ich den Zug nach München nehmen, um dort einen langjährigen Freund zu besuchen.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  24.06.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
24.06.2013

Was tun nach dem Abi?

Zu Besuch in Gießen

Wem auch immer ich erzählt habe, dass ich bald nach Gießen fahre, konnte das nur schwer nachvollziehen. Das sei ja keine schöne Stadt! Ich hätte das Gerücht schon fast geglaubt, da mir meine Freundin, die dort wohnt, eine Postkarte mit einem ziemlich heruntergekommenen Haus geschickt hatte (allerdings nur aus Spaß!).

Trotzdem bin ich letztes Wochenende nach Gießen gefahren, und es hat sich herausgestellt, dass die Stadt gar nicht so hässlich ist! Schon allein deshalb, weil dort im Gegensatz meiner Heimatstadt die Sonne schien. Zugegeben, die Häuser sind zum größten Teil nicht die hübschesten, dafür hat die Stadt viele Parks und Grünflächen. Außerdem gibt es in Gießen Unmengen von Studenten, die das Stadtbild stark prägen. Angeblich ist der Studentenanteil hier sogar der höchste in Deutschland. Überall und ständig ist irgendwas los. Ob das nun „Gießen kocht“, die Theaterwoche der Schauspielstudenten, ein Konzert oder sonst irgendwas ist, in Gießen wird einem nicht langweilig.

Aber Langweile wäre eh nicht aufgekommen, denn wir hatten viel zu besprechen und meine Freundin wollte mir sehr viel zeigen. Beispielsweise das Café, das sie zusammen mit ihrer Schwester und noch zwei Freundinnen führt. Ich war schon sehr gespannt, es endlich mal zu sehen! „Kü-Che“ ist sehr gemütlich eingerichtet und man erhält dort gegen eine Spende Kaffee und Kuchen. Wenn ich in Gießen wohnen würde, wäre dieses Café mein zweites Wohnzimmer!

Außerdem habe ich noch eine Freundin getroffen, mit der ich in Mexiko und Guatemala unterwegs war. Sie macht gerade ein Praktikum beim Fernsehen in Mainz und konnte mir ziemlich viel über die Entwicklungen in der deutschen Politik erzählen. Im Moment weiß ich nämlich noch gar nicht so recht Bescheid, was politisch eigentlich in Deutschland so los ist.

Das Wochenende in Gießen hat mir also ziemlich gut gefallen. Meine Bewerbung für den Medizinstudienplatz habe ich aber leider schon vor einer guten Woche abgeschickt. Gießen habe ich wegen seinem unberechtigt schlechten Ruf gar nicht in die Präferenzenliste aufgenommen. Fast ein bisschen schade!

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  13.06.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
13.06.2013