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Bachelor live

Gut zu Fuß

Pünktlich zum Ende der Weihnachtsferien wurde in Marburg der öffentliche Personennahverkehr bestreikt. Zwei Wochen lang ist kein einziger Stadtbus gefahren. Das bedeutete, dass ich mich irgendwie anders fortbewegen musste. Da es zusätzlich noch geschneit hatte und die Straßen glatt waren, blieb mir nichts anderes übrig, als mich gegen das Fahrrad zu entscheiden und stattdessen einfach zu Fuß zu gehen. Obwohl ich noch einigermaßen zentral wohne, war ich anfangs von den täglichen Spaziergängen zur Uni und wieder nach Hause etwas genervt. Doch zu meiner Überraschung hatte ich mich schon nach ein paar Tagen daran gewöhnt. Ich stellte sogar fest, dass ich zu Fuß fast schneller in der Uni bin als mit dem Bus. Außerdem habe ich den Vorzug an einer überschaubaren Studentenstadt wie Marburg zu schätzen gelernt: Die einzelnen Unigebäude in der Stadtmitte liegen nah beieinander, sodass auch ohne Busse alles gut zu Fuß zu erreichen ist.
Wesentlich abhängiger von den öffentlichen Verkehrsmitteln bin ich jedoch, um einkaufen zu gehen. Zwar kann ich den nächsten Supermarkt auch zu Fuß erreichen, doch um all die Einkäufe anschließend nach Hause zu tragen, ist der Weg zu weit. Zum Glück hatte ich in der Vorratskammer noch genügend Lebensmittel, sodass mir die Schlepperei während des Streiks erspart blieb.
Nach zwei Wochen ohne den öffentlichen Nahverkehr kann ich sagen, dass ich nicht auf den Bus angewiesen bin. Darum habe ich mir vorgenommen, auch nach dem Streik öfter mal zu Fuß zu gehen. Trotzdem weiß ich die Stadtbusse sehr zu schätzen – vor allem wenn es darum geht, bei Regen trocken nach Hause zu kommen.

 

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  03.02.2017
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
03.02.2017

Studentenleben live

Und bitte!

Es ist viel zu früh an einem viel zu kalten Wintermorgen und ich bin auf dem Weg zu einem Filmdreh. Schon das zweite Mal bin ich über meine Komparsenagentur beim Dreh einer großen Feierabend-Krimi-Serie dabei.
Am ersten Drehort gehe ich direkt zum Cateringbus und versorge mich mit Frühstück und Kaffee. Da ist es wieder: dieses Filmgefühl. Viel zu viele Leute in schwarzen Jacken und Walkie-Talkies am Hosenbund laufen geschäftig umher und man selber schwimmt nutzlos irgendwo zwischen ihnen. Vor zwei Tagen war ich bereits bei der Kostümanprobe gewesen, nun bittet man mich in den Wohnwagen und erneut in die Bundeswehruniform – ein eigenartiges Gefühl. Gut zu wissen, dass es nur ein Spiel ist. Ich soll einen Wachmann in einer Leipziger Kaserne mimen. Die Ankleiderin hatte extra neue Schulterstücke besorgt, die meinem jungen Alter entsprechen. Nun schlüpfe ich in mehrere Kleidungsschichten, ziehe die Schnürsenkel fest, die Kappe sitzt. „ Bischof“ steht auf meinem Tarnfleckhemd. Ich smalltalke mit einem Schauspieler, der sich auch gerade in Schale schmeißt. Plötzlich klopft es und einer der Schwarzbejackten kommt herein: „Ich habe eine ganze tolle Nachricht für dich! Du bist jetzt zivil, sollst einen Passanten spielen. Der Wachmann wurde gestrichen. Die nehmen nun doch einen echten Soldaten aus der Kaserne. Die denken doch auch, wir haben hier nichts zu tun …“ „Das ist Film“, denke ich.
Am nächsten Drehort treffe ich auf drei andere Komparsen und dann endlich kommt der große Auftritt. Nach sechs Stunden warten, rumsitzen, frieren, heißt es: „Kamera ab, Ton ab, und bitte!“ Ich laufe irgendwo in den Unschärfen des Hintergrunds durchs Bild. Man dankt uns. Ich gehe nach Hause. Und bitte!

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  01.02.2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
01.02.2017

Studentenleben live

Klausurenphase

In der Universitätsbibliothek ist Endzeitstimmung angebrochen. Spätestens eine Stunde nach Öffnung der Tore sind alle Schließfächer belegt und der Kampf um die besten Plätze ist in vollem Gang. Besonders beliebt sind die wenigen gepolsterten Stühle und die Tische mit Panoramablick. Es ist Klausurenphase und die Verzweiflung treibt die Studierenden in die stickigen Räume und an die Schreibtische. Es ist meine erste Klausurenphase in meinem neuen Studiengang und es ist ziemlich stressig. Bei mir stehen drei große Prüfungen und eine kleine an, außerdem muss ich zwei Referate und eine Hausarbeit abgeben. Neben dem Unistress bereite ich mich auf die Harvard World Model United Nations in wenigen Wochen in Montreal vor, besorge kleine Geschenke für Freunde, die ihr Auslandssemester antreten, und feile noch ein wenig an meinen Bewerbungen. In anderen Worten: Meine Freizeit und insgesamt mein Leben werden erst wieder Mitte Februar stattfinden.
Es ist viel zu tun, aber am Ende des Tages merke ich, wie unglaublich glücklich ich mich schätzen darf. Ich habe das Gefühl, dass 2017 ein sehr gutes Jahr wird und seit Jahresbeginn hat sich eine tiefe Grundzufriedenheit bei mir eingestellt. Natürlich gibt es immer kleine Krisen und Verzweiflungsattacken (Psychologie als Nebenfach ist so viel Arbeit!) und manchmal fühlt man sich sehr klein vor all den Dingen, die geschafft werden müssen. Aber dieses Gefühl kennt wohl jeder Studierende und wie langweilig wäre den bitte ein komplett müheloses Leben? Ich genieße es, mit meinen Freunden kleine Bib-Pausen zu machen, in unserem Lieblingscafé alle Cupcakes durchzuprobieren und abends den Mitbewohnern vorzujammern, wie viel noch zu tun sei. Momentan ist es in Heidelberg ziemlich verschneit und winterlich. Vielleicht liegt es ja an dieser winterzauberhaften Atmosphäre, dass bei mir große Zuversicht herrscht. Ich wünsche allen anderen eine erfolgreiche Klausurenphase – bald haben wir es hinter uns!

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  30.01.2017
Autor: Bo
Rubrik: studium
30.01.2017