Untersuchen, erklären und beschreiben
Wenn man wie David Schneiders Physik studiert, gehören Laborpraktika und -protokolle zum Pflichtprogramm. Inzwischen ist der 23-Jährige im ersten Semester des Masterstudiengangs Physik an der Universität Köln angekommen.
Im Labor gehts gerne mal bunt zu.
Foto: Rehm
Laborpraktikum bedeutet, dass die Studierenden unter Anleitung eines Versuchsbetreuers Experimente selbst durchführen und Messungen vornehmen. Dabei bekommt jeder Student aus einem vorhandenen Pool an Versuchen einen bestimmten zugewiesen. Im Rahmen seines Bachelorstudiums der Physik an der Uni Köln hat David Schneiders insgesamt zwanzig Versuche aus den Bereichen „Mechanik und Thermodynamik“ sowie „Optik und Elektronik“ bearbeitet. „Ein solcher Versuch kann zwischen zwei und sechs Stunden Zeit in Anspruch nehmen“, sagt er.
In Mechanik sollte er beispielsweise die Dichte einer Geigensaite über die Schwingung bestimmen. „Dafür bereitet man zunächst die theoretische Herleitung vor“, erklärt der 23-Jährige. In diesem Fall waren das Bewegungs- und Differentialgleichungen. „Der Betreuer fragt nämlich ab, ob man den Versuch in der Theorie beherrscht, bevor man ihn praktisch durchführen darf.“ Anhand der Versuchsanleitung baute er die Experimente dann auf und erstellte die Messprotokolle, die die Grundlage für die Laborprotokolle bilden: „Diese bestehen aus einem theoretischen Teil, der die naturwissenschaftlichen Grundlagen beschreibt, und der Auswertung des Messprotokolls. Im Falle der Geigensaite kam zum Beispiel raus, dass sie die Dichte von Wasser hat. Das ist natürlich Unsinn. Der Versuch war aber absichtlich so angelegt gewesen, dass das Ergebnis nicht stimmen kann. Da muss man sich dann überlegen: Wie könnte man die gegebene Messmethode verändern? Oder braucht man eine alternative Messmethode?“ Zwei Wochen hatte David Schneiders jeweils für ein Laborprotokoll Zeit. Als alle zwanzig Versuche durchgeführt waren, fand eine mündliche Prüfung statt, für die er eine Note bekam.
Die Laborpraktika waren eine gute Vorbereitung auf seine Bachelorarbeit, die David Schneiders zur „Analyse kosmischer Höhenstrahlung mithilfe eines High-Purity-Germanium-Detektors“ geschrieben hat. „Für die Arbeit habe ich zahlreiche Messungen mit dem HPGe-Detektor im Labor durchgeführt“, erklärt er. „Es gab bereits eine Computersimulation zur Wirkung von Höhenstrahlung in solchen Detektoren, die ich durch meine Messungen bestätigen konnte.“






