So viel Web 2.0. gibt's in meinem Studium
Das Web 2.0 gewinnt zunehmend an Bedeutung, gerade im Leben junger Leute. Das betrifft mittlerweile nicht mehr nur die Freizeit, sondern etwa auch das Hochschulstudium. Ob Onlinekataloge, Podcasts oder virtuelle Seminarräume: abi>> hat Studierende gefragt, wie viele Web 2.0-Elemente sie zum Lernen überhaupt nutzen und was sie davon halten.
Anne Maria Schmidt (23) ist im fünften Fachsemester ihres Zwei-Fächer-Bachelorstudiums Deutsch und Spanisch an der Ruhr-Uni Bochum.
Die Kommunikation mit den Dozenten läuft überwiegend über E-Mails. Das finde ich auch sinnvoll, ebenso die Podcasts, die es zu manchen Vorlesungen gibt, oder der Austausch von Handouts über das Internet. Mehr Web 2.0-Elemente, als bei uns angeboten werden, brauche ich allerdings auch nicht. Denn ich finde, dass die Kommunikation über das Web manche Dinge noch zusätzlich verkompliziert. Darum nutze ich zum Beispiel auch den Dozentenchat nicht, der einmal in der Woche zu einem meiner Seminare angeboten wird. Bei Fachfragen kann man sich oft schneller im Internet informieren. Was Sekundärliteratur angeht, nutze ich schon einmal die Onlinekataloge zur Literaturrecherche. Manchmal greife ich auch auf E-Books oder Literaturzeitschriften im Internet zurück, wobei sie nicht immer leicht zu finden oder runterzuladen sind.
Maximilian Genske (23) hat in London seinen Bachelor of Science in Physik gemacht und hängt jetzt an der Uni Köln den Physik-Master dran.
In meinem Physikstudium ist das Internet gar nicht mehr wegzudenken. Natürlich versucht man, aus den Vorlesungen so viel wie möglich mitzunehmen, aber in Physik muss man sehr viel nacharbeiten. Und diese Materialien werden komplett ins Netz gestellt, als Skripte oder auch als ‚virtuelle Tafelbilder‘. Das heißt, die Profs erstellen während der Vorlesung digitale Folien zum Download. Das erspart das Mitschreiben, vor allem wenn man sich ganz aufs Zuhören konzentrieren will. Mein Physik-Master in Köln wird außerdem in Kooperation mit der Uni Bonn angeboten, darum nehmen wir häufig per Videokonferenz an Seminaren oder Vorlesungen teil, die ein Dozent in Bonn hält – oder umgekehrt. Ganze Onlineseminare, die ich zu Hause am Rechner verfolge, gibt es bei uns aber nicht. In der Forschungsphase für die Bachelorarbeit habe ich das Internet sehr intensiv genutzt. Für das Fach Physik bieten viele Unibibliotheken die Möglichkeit an, online Einsicht in aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichungen zu nehmen, die irgendwo auf der Welt erschienen sind. Ich bin so gut wie nie in die Bibliothek gerannt, stattdessen konnte ich mir alles, was ich brauchte, direkt ansehen oder runterladen.
Olivia Dittmar (23) studiert an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München Amerikanische Literatur- und Kulturgeschichte sowie Neuere Deutsche Literatur auf Magister.
Onlineseminare oder Podcasts gibt es in meinem Fachbereich noch nicht. Soweit ich weiß, beschränkt sich dieses Angebot an der LMU bislang auf die größeren Fakultäten wie Jura, Betriebswirtschaft und Medizin. Dabei fände ich zum Beispiel Podcasts zu den Einführungen und Grundkursen sehr hilfreich. Wenn man mal nicht anwesend sein kann oder einfach etwas ,nachschlagen‘ möchte, müsste man sich nicht durch das Papierchaos des letzten Semesters arbeiten. Die Kommunikation mit den Professoren und Kommilitonen läuft hauptsächlich über E-Mail. Es gibt aber auch virtuelle Seminarräume, in denen Materialien bereit gestellt und Diskussionen geführt werden können. Es wäre schön, wenn die Professoren diese Möglichkeit noch öfter nutzen würden. Was gut läuft, ist die Recherche von Artikeln oder Sekundärlitertaur in Onlinekatalogen und Datenbanken und die Fernleihe von Büchern.







