Entspannt ins Studium
Sie war eine der ersten: Kathrin Gemmeke (19) hat bei der Agentur für Arbeit Göttingen ein neues Testverfahren, die Selbsteinschätzung studienrelevanter Personmerkmale (SSP), absolviert und anschließend noch einen Studienfeldbezogenen Beratungstest (SFBT) im Bereich Naturwissenschaften nachgelegt. Das Ergebnis: "Ich weiß nun, dass ich ein naturwissenschaftliches Studium machen will und auch schaffen kann."
Gerne ins Labor: Nach den Beratungstests muss sich Kathirn Gemmeke nur noch zwischen Pharmazie, Lebensmittelchemie oder Biotechnologie entscheiden.
Foto: Dörfel
Kathrin Gemmeke schlug sich noch bis vor kurzem mit einem Problem herum, das viele junge Frauen haben, wenn sie eine akademische Ausbildung im MINT-Bereich aufnehmen möchten: Zweifel an sich selbst und ihrer Kompetenz. Und das, obwohl die 19-Jährige Mathe, Chemie und Biologie als Leistungskurse gewählt hat und gute Noten schreibt.
Überdurchschnittliche Ergebnisse
Dass die Zweifel unbegründet waren, hat die 19-jährige Gymnasiastin aus Göttingen dank des Studienfeldbezogenen Beratungstests (SFBT) im Bereich Naturwissenschaften nun schwarz auf weiß. „In den Bereichen Biologie und Chemie hatte ich überdurchschnittliche Ergebnisse“, erzählt sie. Und kann nun sicher und selbstbewusst sagen: „Ich will studieren. Zur Wahl stehen Pharmazie, Lebensmittelchemie oder Biotechnologie.“ Die Entscheidung wird im Laufe des Jahres fallen. „Ich werde mir noch einige Hochschulen anschauen und Infoveranstaltungen besuchen.“
Fragt man genauer nach, stellt sich heraus, dass die ursprünglichen Zweifel sich nicht nur auf die Fähigkeiten im Bereich der Naturwissenschaften bezogen. „Ich wusste nicht, ob ich ein Studium überhaupt schaffe“, gibt Kathrin Gemmeke zu. Eigene Wohnung, selbstständiges Lernen, neue Freunde, Klausuren: Kann sie das alles meistern? „Ich hatte zuerst überlegt, ob ich nicht besser eine Ausbildung machen soll“, sagt Kathrin Gemmeke. Sie dachte an Hebamme oder Kinderkrankenpflegerin, war sich aber unsicher.
Um sich Klarheit über die eigenen Interessen und Fähigkeiten zu verschaffen, suchte sie das Gespräch mit einem Berater der Agentur für Arbeit Göttingen. Er machte ihr den Vorschlag, die Selbsteinschätzung studienrelevanter Personmerkmale, kurz SSP, zu absolvieren. Der Test hat zwei Ziele: Zum einen werden Interessen betrachtet. Dazu müssen Aussagen innerhalb einer vierstufigen Skala von voll zutreffend bis nicht zutreffend bewertet werden. Inhalte, die Kathrin Gemmeke mit voll zutreffend beantwortet hat, kamen aus dem naturwissenschaftlichen Bereich, wie beispielsweise: „Ich arbeite gerne im Labor“.
Positives Feedback
Zum anderen wird mit dem Selbsteinschätzungsverfahren SSP ermittelt, ob für den Jugendlichen ein Studium bezüglich Motivation und Arbeitsverhalten in Frage kommt. Hier werden Fragen gestellt wie „Lässt du dich beim Studieren von Büchern gerne ablenken?“ oder „Kannst du dir selbstständig ein Thema erschließen“.
Das Ergebnis war gleich zwei Mal positiv: Hinsichtlich Arbeitsverhalten und Motivation passt ein Studium zu Kathrin Gemmeke und ihre Interessen liegen, wie vermutet, im naturwissenschaftlichen Bereich. Also hat sie Nägel mit Köpfen gemacht und sich mit dem SFBT darüber informiert, ob ihre Kompetenzen im naturwissenschaftlichen Bereich im Vergleich mit anderen angehenden Studierenden der Naturwissenschaften ausreichend sind. Zwei Tests hintereinander an einem Tag: War das nicht zu viel? „Nein“, antwortet Kathrin Gemmeke, es sei eigentlich schnell gegangen, und das Gespräch mit dem Psychologen von der Agentur für Arbeit habe ihr geholfen, die Ergebnisse richtig einzuordnen. Ihr Urteil: „Die Tests waren insgesamt sehr sinnvoll.“






