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Promotion in Medizinischer Biologie

Spurensuche im Klinikum

Nora Manzke (27) hat sich nach ihrem Master in Medizinischer Biologie für eine Promotion entschieden. Die ist Voraussetzung für eine Stelle in der Forschung.

Nora Manzke sitzt im Labor. Sie hat lange dunkelbraune Haare und trägt einen weißen Kittel.

Während der dreijährigen Promotionsphase muss man auch mit Rückschlägen umgehen können, berichtet Nora Manzke.

Foto: Privat

In manchen Fächern ist eine Promotion mehr Regel als Ausnahme, wie etwa in Biologie, Chemie und Medizin. Als Nora Manzke während ihres Masterstudiums in „Medizinischer Biologie“ an der Universität Duisburg-Essen für Pharmakonzerne auf Messen arbeitete, nutzte sie die Gelegenheit und befragte die potenziellen Arbeitgeber nach wichtigen Einstellungskriterien. „Wenn es um den Abschluss ging, war die Antwort immer die gleiche“, erzählt die 27-Jährige. Wer wie sie in Forschungseinrichtungen der biomedizinischen und pharmazeutischen Industrie oder in der Produktentwicklung und -forschung im medizinisch-biologischen Anwendungsbereich arbeiten möchte, muss belegen, dass er „wissenschaftlich arbeiten“ kann. Und genau dafür steht die Promotion.

Nach ihrem Bachelor-Abschluss in „Medizinische Biologie“ konnte Nora Manzke ohne Probleme ins Masterprogramm einsteigen. Das Master-Studium sah bereits eine individuelle fachliche Spezialisierung mit einem hohen Anteil an praktischer Laborarbeit vor. So lernte die Studentin Labore unterschiedlicher Einrichtungen der Universität sowie des Klinikums kennen und konnte sich nach einem Doktorvater sowie nach einem geeigneten Fachgebiet umsehen. Gegen Ende ihres Masterstudiums wandte sie sich an einen Professor des Robert Koch Hauses am Klinikum in Essen, der die Abteilung experimentelle Virologie leitet und der sie als Doktorandin annahm.

Interdisziplinäre Forschung

In ihrer Promotion befasst sich Nora Manzke mit der Reaktion des Immunsystems auf Virusinfektionen. Ziel ist es, chronische Virusinfektionen besser steuern und heilen zu können. Sie forscht zusammen mit anderen Wissenschaftlern an der Entwicklung von Impfstoffen gegen humanpathogene Retroviren, wie HTLV und HIV. „Wir untersuchen Mäuse, die mit dem ‚Friend Murine Leukemia Virus’ (FV) infiziert werden, um grundlegende immunologische Mechanismen der Immunantwort, also der Reaktion des Immunsystems auf Fremdkörper, aufzuklären“, erklärt die Doktorandin. Wer in der Promotion nur ein Sprungbrett für die Karriere sieht, wird es schwer haben, ist sich Nora Manzke sicher: „In den drei bis fünf Jahren erleidet man immer wieder Rückschläge, weil die Versuche nicht so reibungslos verlaufen, wie man sich das vorstellt. Manchmal muss man einen Versuch zig Mal wiederholen, bis man endlich weiß, warum etwas so oder so funktioniert. Es ist wie eine Spurensuche, für die man einen langen Atem braucht!“ Eine wesentlicher Motivationsfaktor ist für Nora Manzke der Sinn ihrer Tätigkeit: Aufbauend auf ihren Erkenntnissen können neue Ansätze zur medikamentösen Behandlung des Immunsystems im Falle chronischer Infektionen und Autoimmunkrankheiten entwickelt werden.

Ihr Vertrag läuft über drei Jahre und deckt eine Halbtagsstelle ab. Das Geld reicht ihr zum Leben, für einen Nebenjob hätte sie sowieso keine Zeit. Jeden Tag arbeitet sie acht bis neun Stunden, wobei Zeitmanagement und selbstständiges Arbeiten enorm wichtig sind, um ihre Versuche, die teilweise eine lange Vorlaufzeit brauchen, Vorträge, Veröffentlichungen sowie die Betreuung von Studierenden zu koordinieren. Interdisziplinarität wird stark gefördert, um die jungen Wissenschaftler aus den unterschiedlichen Fachrichtungen wie beispielsweise Virologie, Mikrobiologie, Innere Medizin und Biochemie zu vernetzen: „Wir nehmen regelmäßig an Vorträgen teil, auf denen Doktoranden und Professoren über ihre Arbeit erzählen“, sagt Nora Manzke. Auf solchen Treffen und Vortragsreihen erfährt sie nicht nur, an welchen Themen in verwandten Wissenschaften gearbeitet wird, sondern bekommt auch Anregungen für die Lösung von Problemen. Und wer weiß schon, ob sie diese Kontakte nicht auch später bei der Stellensuche nutzen kann?

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