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Hintergrundinfo

Die Promotion

Was ist das eigentlich, eine Promotion? Und was muss man tun, um an den Doktortitel zu kommen? Eine Erklärung.

Eine gut besuchte Vorlesung.

Nach der Dissertation folgt ein öffentliches Streitgespräch über das Thema der Doktorarbeit, an dem die gesamte Universität teilnehmen kann.

Foto: Jardner

Die Promotion ist, nach Wikipedia, „die Verleihung des akademischen Grades ‚Doktor’ beziehungsweise ‚Doktorin’ in einem bestimmten Studienfach und dient dem Nachweis der Befähigung zu vertiefter wissenschaftlicher Arbeit“.

Insgesamt schließen jedes Jahr rund 25.000 Doktoranden an deutschen Hochschulen eine Promotion ab, die meisten in Mathematik und Naturwissenschaften. Eine Promotion dauert in der Regel drei bis fünf Jahre. Ein Sonderfall ist der medizinische Doktortitel, der meist parallel zum Studium erworben wird und manchmal in nur wenigen Monaten abgeschlossen ist.

Wer promovieren möchte, braucht als erstes einen guten Studienabschluss, ein geeignetes Dissertationsthema –also ein Thema für die Doktorarbeit – und einen betreuenden Professor oder eine betreuende Professorin (Doktorvater/Doktormutter). Häufig kennen die Absolventen den Professor bereits aus ihrem Bachelor- oder Masterstudium. Wenn der Doktorvater oder die Doktormutter den Bewerber annimmt und die Fakultät oder der Fachbereich der Bewerbung zustimmt, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Der Doktorand wird als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim jeweiligen Institut angestellt, arbeitet dort mit und erhält eine entsprechende Vergütung. Das ist häufig bei den Natur- oder Ingenieurwissenschaften der Fall.
  • Der Doktorand ist Mitglied eines Graduiertenzentrums oder eines Graduierten- bzw. Promotionskollegs. Dabei ist er in eine Gruppe von Doktoranden eingebettet, wird intensiv betreut, hat häufig ein Stipendium und kann sich ganz auf seine Doktorarbeit konzentrieren.
  • Der Doktorand hat einen festen Job in der Wirtschaft und promoviert nebenbei. Dadurch ist zwar die Finanzierung gesichert, Nachteil ist aber, dass bei einer Vollzeitstelle nicht viel Zeit für die Doktorarbeit bleibt und sich das Vorhaben häufig verzögert.
  • Der Doktorand ist zwar nicht in einem Graduiertenkolleg, hat aber trotzdem ein Stipendium, beispielsweise von einer Stiftung.
  • Vor allem in den Geisteswissenschaften kommt es auch vor, dass der Doktorand keine Stelle hat und sich die Promotion selbst finanziert, beispielsweise durch Nebenjobs. 

Nachdem man die Dissertation fertig gestellt und beim Promotionsausschuss eingereicht hat, folgt eine mündliche Prüfung, entweder als Rigorosum, einem Fachgespräch, oder als Disputation. Das ist ein meist öffentlich abgehaltenes wissenschaftliches Streitgespräch. Jetzt muss die Doktorarbeit nur noch veröffentlicht werden – in der Regel gedruckt, manche Fakultäten erlauben auch eine Publikation im Internet – und schon darf man ein „Dr.“ vor seinen Namen setzen. Manche Frisch-Promovierte arbeiten als Post-Doktoranden (auch Postdoc) genannt) noch einige Zeit an der Universität oder einem Forschungsinstitut, andere treten eine Postdoc-Stelle im Ausland an und wieder andere gehen in die freie Wirtschaft.

Die Gründe für eine Promotion sind vielfältig. Für manche Stellen – beispielsweise in der Forschung – wird der Doktortitel verlangt. Auch wer eine Hochschulkarriere anstrebt, wird in der Regel nicht drum herumkommen. In der Wirtschaft kann ein Doktortitel ein Plus auf dem Gehaltskonto bedeuten. Aber nicht immer ist eine Promotion im Hinblick auf die Karriere wohl durchdacht. „Immer wieder kommt es vor, dass Absolventen noch keine konkreten Berufspläne haben und deshalb eine Promotion beginnen, um den Berufseinstieg hinauszuzögern“, weiß Werner Brendli, Berater im Hochschulteam der Agentur für Arbeit München. Das gelte vor allem für Absolventen der Geisteswissenschaften. „Die Zielfindung über eine Promotion hinauszuzögern ist aber mehr als problematisch“, warnt der Berater. So könne es passieren, dass die Promovierten erst mit Anfang 30 ihre erste Stelle suchen, aber kaum praktische Erfahrungen vorweisen können. In der Regel sind das keine guten Voraussetzungen für einen gelungenen Karrierestart.

 

Promotion im Ausland

Grundsätzlich ist es auch möglich, an einer ausländischen Hochschule zu promovieren. In englischsprachigen Ländern beispielsweise wird der Grad "Doctor of Philosophy" vergeben, abgekürzt PhD. Wer über eine Promotion im Ausland nachdenkt, sollte sich allerdings darüber bewusst sein, dass die Frage, ob und wie man einen im Ausland erworbenen Doktorgrad in Deutschland führen darf, gesetzlich geregelt ist - für jedes Bundesland einzeln. Nicht immer darf einfach ein "Dr." dem Namen vorangestellt werden.

Infos über die Anerkennung ausländerischer Bildungsabschlüsse gibt es unter: http://www.anabin.de

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