Förderer der Forschung
Um einen Einblick zu bekommen, welche Fachrichtungen an deutschen Hochschulen in der Forschung besonders aktiv sind, lohnt sich ein Blick auf die Webseite der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Ein wichtiger Anhaltspunkt sind die Sonderforschungsbereiche und Graduiertenkollegs.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Forschung. Davon profitiert man auch als HiWi oder Doktorand.
Foto: Becker
„Wenn eine Uni einen Sonderforschungsbereich oder ein Graduiertenkolleg für Doktoranden hat, bedeutet das in der Regel eine intensive Forschung“, weiß Annette Schmidtmann, Leiterin der Gruppe Nachwuchsförderung bei der DFG. Derzeit fördert die Organisation bundesweit 241 Sonderforschungsbereiche (SFB) und 218 Graduiertenkollegs. Im Bereich der Lebenswissenschaften sind die meisten Sonderforschungsbereiche zu finden (108), darunter fallen zum Beispiel Forschungsvorhaben aus der Medizin oder der Biologie. Weitere 60 SFB fallen unter die Naturwissenschaften, 50 unter die Ingenieurwissenschaften und 23 unter die Geistes- und Sozialwissenschaften. Ein aktuelles medizinisches Projekt an der Uni Heidelberg beschäftigt sich zum Beispiel mit der „Kontrolle tropischer Infektionskrankheiten“ und an der Universität Hamburg gehen Wissenschaftler der Frage der „Mehrsprachigkeit“ nach.
Lebenswissenschaften an der Spitze
Auch bei den Graduiertenkollegs liegen die Lebenswissenschaften an der Spitze (66), hier sind jedoch auch die Geistes- und Sozialwissenschaften stark vertreten (60), gefolgt von den Naturwissenschaften (52) und den Ingenieurwissenschaften (40). Beispiel sind etwa „Weltgesellschaft - Die Herstellung und Repräsentation von Globalität“ an der Universität Bielefeld oder auch „Interdisziplinäre Ansätze in den zellulären Neurowissenschaften (InterNeuro)“ an der Universität Leipzig.
Wer sich von einem Thema angesprochen fühlt, sollte auf die Webseite der jeweiligen Hochschule surfen und schauen, welche Studiengänge in dem Bereich angeboten werden. Aber nicht enttäuscht sein: Häufig ist kein Studiengang mit dem exakten Titel des Sonderforschungsbereichs oder der Graduiertenschule zu finden. Diese Angebote sind besser als Hinweise zu sehen, dass im jeweiligen Interessensgebiet geforscht wird. Bei der Suche nach dem passenden Studiengang kann dann die Studienberatung an der Wunschhochschule weiterhelfen.
Annette Schmidtmann schlägt für forschungswillige Schüler noch einen anderen Weg vor: „Vielleicht bietet die Hochschule in der Nähe Möglichkeiten, dass sich auch Schüler schon ausprobieren können.“ Sei es im Rahmen eines Frühstudiums oder anderer Schnupperveranstaltungen im Wunschfach.
E-Mail an den Prof
Und wer wissen will, ob im Wunschprojekt auch HiWi-Stellen frei sind, dem rät die DFG-Mitarbeiterin: „Am besten schreibt man eine kurze E-Mail an die Professoren und fragt nach. Mit Eigeninitiative kann man nur punkten. Die Hochschulen suchen engagierte Nachwuchskräfte.“ Aber sie gibt auch zu bedenken, dass eine Karriere in der Hochschulforschung viel Ausdauer und Willen erfordert. „Lediglich etwa zehn Prozent der Promovierten bleibt an der Hochschule.“ Vielmehr erfüllen die Hochschulen auch die Funktion, den hochqualifizierten Nachwuchs auszubilden, der etwa in der Forschung und Entwicklung von Wirtschaftsunternehmen eine Arbeit findet oder bei außer-universitären Einrichtungen wie etwa den Fraunhofer Instituten.





