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Orientierungshilfe bei der Studienwahl

Eine Wendeltreppe von oben
Bei der Suche nach der passenden Hochschule kann einem schon einmal schwindelig werden. Hochschulrankings können dir dabei helfen, die richtige Wahl zu treffen.
Foto: Burkhardt Hellwig

Hochschulrankings - Wie gehe ich damit um?

Orientierungshilfe bei der Studienwahl

Der passende Studiengang ist gewählt. Aber welche Hochschule passt am besten? Bei der Entscheidung können Hochschulrankings eine Orientierung geben. Was man bei dem Umgang mit den Ranglisten berücksichtigen sollte, hat abi>> für dich herausgefunden.

Insgesamt 625 Studiengänge und 216 Hochschulen – so riesig ist das Angebot, das auf dem Portal studienwahl.de angezeigt wird, nachdem der Abiturient Henrik* den Begriff „BWL“ in die Suchmaske eingegeben hat (Stand April 2019). Der 17-Jährige ist ratlos. Es ist natürlich toll, einen solchen Überblick über die Studienmöglichkeiten zu erhalten. Doch wie soll er sich nun für eine Uni entscheiden? Da fällt ihm der Tipp einer Mitschülerin ein: Auf den Seiten des CHE-Hochschulrankings kann Henrik auf der Grundlage verschiedener Kriterien die Auswahl der potentiellen Hochschulen filtern. Das Ranking setzt sich aus Bewertungen und Einschätzungen von rund 150.000 Studierenden und 9.000 Professoren zusammen.

Mit ein paar Klicks zur passenden Uni

Screenshot der Anmeldemaske des CHE Hochschulrankings

Screenshot der Anmeldeseite des CHE-Hochschulrankings auf https://ranking.zeit.de.

 

Um Zugriff auf die Ergebnisse des Rankings zu erhalten, muss Henrik sich zunächst kostenfrei mit seiner E-Mail-Adresse auf dem Portal registrieren. Der Bestätigungslink kommt prompt und der 17-Jährige kann seinen Status („Abiturient“) und den anvisierten Fachbereich (“Wirtschaftswissenschaften“) auswählen. Mit einem weiteren Klick geht es „Ab ins Ranking“. Seine Auswahl kann Henrik mit dem gewünschten Hochschultyp („Universität“) weiter eingrenzen. Es erscheinen eine Liste mit allen Hochschulen, die sein gewünschtes Studienfach anbieten, sowie ein erster Überblick über deren Rankingergebnisse. Fünf Auswahlkriterien sind dabei bereits voreingestellt, unter anderem die „Allgemeine Studiensituation“ und das „Lehrangebot“. Weil ihm das Thema IT an der Hochschule besonders wichtig ist, fügt Henrik seinem Filter das Kriterium „IT-Infrastruktur“ hinzu.

In einer alphabetischen Liste kann er nun die relevanten Hochschulen miteinander vergleichen. Ihm fallen gleich die guten Ergebnisse der TU München ins Auge: Bei fast allen ausgewählten Kriterien liegt diese Hochschule im oberen Bereich. Das klingt für Henrik schon mal sehr gut. Und da er München sowieso für eine interessante Stadt hält, beschließt er direkt, einen Termin für eine persönliche Beratung an der Uni zu vereinbaren. Um sich nicht auf seine Wunschstadt zu beschränken, will er noch weitere Hochschulen aus seiner Ranking-Liste besuchen.

Die relevantesten Rankings

Portrait von Isabel Trzeciok

Isabel Trzeciok

Foto: Christoph Mischke

„Das wichtigste Ranking im nationalen Kontext für Studieninteressierte ist sicherlich das CHE-Hochschulranking“, sagt Isabel Trzeciok, Geschäftsführerin der Fakultät Chemie an der Georg-August-Universität Göttingen. Dieses Ranking wird vom Centrum für Hochschulentwicklung und in Zusammenarbeit mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ durchgeführt. „Aus unserer Erfahrung ist dieses Ranking für den Einstieg einer Suche durchaus hilfreich, weil es ein breites Spektrum an Aspekten abdeckt, die für Studieninteressierte wichtig sind“, erklärt die Studienberaterin. Anders verhält es sich ihrer Einschätzung nach mit den „World University Rankings“ des Magazins „Times Higher Education“ und dem „Academic Ranking of World Universities“ der Jiaotong-Universität Shanghai. „Diese Rankings legen ihren Schwerpunkt eher auf die Forschung. Für alle, die erstmals ein Studium aufnehmen wollen, ist dies wiederum noch nicht so relevant. Das wird gegebenenfalls erst später wichtig, wenn man sich in Richtung einer Promotion orientiert.“ Auch das seit 2014 von der EU initiierte und finanzierte internationale Portal „U-Multirank“ bietet hilfreiche Vergleichsinformationen für Studieninteressierte.

Für wen sind Rankings interessant?

„Rankings wie das CHE-Ranking können Studieninteressierten helfen, überhaupt erst einmal einen Überblick über Anbieter eines Studienfachs zu gewinnen, das einen interessiert. Auch inhaltliche Schwerpunkte oder bestimmte Ausstattungsdetails der einzelnen Standorte lassen sich gut ablesen“, betont Isabel Trzeciok. Das sei gerade für diejenigen interessant, die schon sehr genau wissen, was sie wollen. „Für diejenigen, die erst eine grobe Vorstellung haben, sind die Informationen weniger hilfreich, da man dies ohne nähere Beratung nicht besonders gut einschätzen kann.“

Auch einige Tipps hat die Studienberaterin noch parat: „Aus unserer Erfahrung lohnt es sich immer, auch die Internetseiten der Fakultät oder des Fachbereichs anzuschauen, da dort ausführlichere Informationen zu finden sind.“ Außerdem gibt es bei einigen Hochschulen digitale Orientierungsangebote, bei denen man seine Interessen und Fähigkeiten mit den Anforderungen des Studienfachs abgleichen kann. An der Universität Göttingen ist dies zum Beispiel die Virtuelle Studienorientierung. Das abi» Portal bietet eine Übersicht über Self-Assessments für Schülerinnen und Schüler.

Unverzichtbar: Der persönliche Eindruck

„Den umfassendsten Eindruck bekommt man natürlich, wenn man vor Ort ein Beratungsgespräch vereinbart“, rät Isabel Trzeciok. Hier kann dann nicht nur auf individuelle Fragen eingegangen werden, man gewinnt auch einen Eindruck von den Räumlichkeiten, und dem Umfeld. „Meist trifft man dann vor Ort auch Studierende, die man zu ihren persönlichen Erfahrungen befragen kann. Wir würden also immer raten, sich nach einer groben Orientierung zwischen den Standorten die Zeit zu nehmen, und bei zwei, drei Hochschulen das persönliche Gespräch zu suchen“, empfiehlt die Expertin. Hier können dann auch wichtige Tipps zur Studienbewerbung und zur Wohnungssuche eingeholt werden.

* Es handelt sich um ein fiktives Beispiel.

abi>> 17.05.2019