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Die Uni zwischen den Vulkanen

Ein Karibikstrand
In der Freizeit traumhafte Karibikstrände besuchen und an der Uni die Spanischkenntnisse verbessern? Das konnte der Student Stephan Freericks bei einem Auslandssemester im mexikanischen Puebla unter einen Hut bringen.
Foto: David Fiedler

Studieren in Mexiko

Die Uni zwischen den Vulkanen

Passend zu seinem Masterstudiengang „International Economics“ an der Georg-August-Universität Göttingen sollte Stephan Freericks (26) ins Ausland gehen und eine Fremdsprache erlernen. Im mexikanischen Puebla verbrachte er ein Auslandssemester und ist begeistert von Land, Leuten, Sprache – und dem Einblick in einen ganz anderen Unialltag.

Stephan Freericks‘ Interesse für Mexiko entstand während seiner Arbeit beim entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „Weltwärts“. Hier berichteten zurückgekehrte Freiwillige von ihren Eindrücken und inspirierten ihn: „Lebensfrohe Menschen, die Strände und die Aztekenkultur – das wollte ich hautnah erleben“, erinnert sich der 26-Jährige.

Mit seinem Masterstudium ließ sich der Wunsch gut verbinden. „In meinem Studiengang war ich ohnehin verpflichtet, ein Auslandssemester zu absolvieren und eine weitere Sprache zu lernen. Also entschied ich mich für Mexiko, belegte Spanischkurse und vertiefte in Seminaren an meiner Uni zum Beispiel mein Wissen über Handelsbeziehungen mit Lateinamerika.“

Motivation und Leistung zählen

Ein Porträtbild von Stephan Freericks

Stephan Freericks

Foto: privat

Dank des Austauschprogramms seiner Fakultät konnte er sich direkt für die Partneruniversität „Universidad Popular Autónoma del Estado de Puebla“ bewerben. Diese hat ihren Sitz in der zentralmexikanischen Großstadt Heroica Puebla de Zaragoza, kurz Puebla. Gefragt waren für die Bewerbung unter anderem ein Motivationsschreiben sowie Leistungs- und Sprachnachweise. „Nachdem ich die Zusage erhalten hatte, bekam ich die Unterlagen der Uni in Mexiko, die ebenfalls ein Motivationsschreiben forderte“, erzählt der Masterstudent. „Es empfiehlt sich daher, die Dokumente in Englisch zu verfassen. So spart man sich Zeit und Übersetzungsarbeit.“

Mitarbeiter der Uni Göttingen unterstützten ihn bei Fragen zur mexikanischen Universität und zur Finanzierung seines Aufenthalts. „Neben dem Ausland-BAföG erhielt ich zudem ein Stipendium des DAAD. So war es mir finanziell möglich, das Land zu bereisen und besser kennenzulernen“, erklärt Stephan Freericks.

Um eine Unterkunft musste er sich im Vorfeld selbst kümmern und entschied sich für ein privates Studentenwohnheim im Zentrum von Puebla. „Die Angebote der Uni waren recht teuer. Über eine Agentur bin ich schließlich an ein eigenes Zimmer für etwa 140 Euro pro Monat gekommen. Mit den Mitbewohnern aus aller Welt konnte ich mich gleich austauschen – auf Spanisch natürlich“, erzählt er.

„Sehr persönliche Atmosphäre“

Das Studium vor Ort unterschied sich etwas vom gewohnten Unialltag in Deutschland: „Mit etwa 10.000 Studierenden ist die Uni eher klein. So waren auch die Wege zu den Seminaren kurz und die Veranstaltungen mit nur zehn bis 25 Teilnehmern belegt. Das schaffte eine sehr persönliche Arbeitsatmosphäre.“ Komplett absolvierte Studienmodule wie „Gesamtwirtschaftliche und historische Aspekte Nordamerikas“ oder auch „Verhandlungstechniken in verschiedenen Kulturkreisen“ konnte sich Stephan Freericks problemlos in Deutschland anrechnen lassen.

Das Niveau des Unterrichts war zwar aus seiner Sicht etwas niedriger als in Göttingen, das Studium selbst aber arbeitsintensiv: „Hausaufgaben, Präsentationen und monatliche Teilprüfungen hielten mich auf Trab. Am Ende des Semesters standen zudem noch Abschlussprüfungen an.“ Und besonders sprachlich habe ihn sein Studium in Mexiko weitergebracht: „Ich habe einen enormen Sprung im Verständnis des Spanischen gemacht.“

Fachlich und menschlich bereichert

Seine freie Zeit verbrachte Stephan Freericks mit der Erkundung seiner Unistadt und des Landes. „Puebla liegt auf 2.200 Metern Höhe zwischen Vulkanen und ist eine der kälteren Städte Mexikos. Trotzdem spielt sich das Leben auf den Straßen ab: überall gibt es Märkte, Stände und Parks – und herzliche Leute.“ Die Pyramiden der Azteken und Mayas, die Karibikstrände oder die vielen Wasserfälle und Schluchten hat er dabei entweder auf eigene Faust oder mit Reiseorganisationen erkundet.

Sein Fazit für die Zeit in Mexiko fällt durchweg positiv aus: „Das Uni-Leben, die Menschen vor Ort und die Natur: Das halbe Jahr in Puebla hat meine Erwartungen definitiv übertroffen.“ Zurück in Deutschland bleibt er mit einem Sprachkurs im Spanischen am Ball und für seine Masterarbeit hat er sich von seinem Auslandsaufenthalt inspirieren lassen: „Für mein Thema kann ich mir Lateinamerika im Bereich Handel oder Handelsabkommen vorstellen.“

abi>> 05.01.2017