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Hinaus in die Welt!

Britische Wohnstraße, britisches Taxi.
Während des Studiums ins Ausland? Dafür hast du gleich mehrere Möglichkeiten. Und egal, für welche du dich entscheidest: Ein Auslandsaufenthalt kann dich persönlich und fachlich weiterbringen!
Foto: Sonja Trabandt

Studieren im Ausland

Hinaus in die Welt!

In eine andere Kultur eintauchen, eine fremde Sprache lernen, das eigene Fach aus einer anderen Perspektive studieren oder Erfahrungen für das Arbeiten in internationalem Umfeld sammeln: Die Motivation für einen Studienaufenthalt im Ausland kann ganz unterschiedlich sein – ein Gewinn ist der Sprung in die Fremde aber immer.

Schon zum zweiten Mal wagt Philipp Höfer die Herausforderung Auslandsaufenthalt. Während seines Bachelorstudiums der Volkswirtschaft in München reiste der 25-Jährige bereits für ein Semester nach Seattle in die USA. Begeistert vom Leben im Ausland hat er daher beschlossen, sein zweijähriges Masterstudium in Oxford zu absolvieren: „Mir gefällt es, etwas Neues zu erleben, neue Kulturen zu entdecken, das Fach und die Universität aus einer neuen Perspektive zu sehen. Zudem hat die Universität in Oxford einen exzellenten Ruf“, erzählt er.

Rechtzeitig anfangen

Ein Porträt-Foto von Philipp Höfer

Philipp Höfer

Foto: Anne Roßius

Die Vorbereitung für seinen dortigen Master in „Economics“ hat Philipp Höfer frühzeitig angepackt: „Ich habe ein gutes Jahr vorher angefangen, mich um alles zu kümmern. Für den Studienplatz konnte ich mich direkt bewerben, die Bewerbungsfrist beträgt allerdings neun Monate. Ich musste unter anderem drei Referenzschreiben von Professoren einreichen und Sprachtests bestehen. Zusätzlich habe ich die „Graduate Record Examination“ absolviert, die neben den Sprachkenntnissen auch mathematische und logische Fähigkeiten testet.“

Wer wie der Student der Volkswirtschaft alles selbst organisiert, muss einiges beachten: „Es ist hilfreich, sich frühzeitig in das Unisystem, die Sitten und Gewohnheiten einzulesen. Bei der Suche nach der Unterkunft hat mir das College weitergeholfen. Für die Finanzierung nutze ich mein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes.“

Leben an der Uni

Anders als bei seinem Studium in München studiert Philipp Höfer nicht nur an seinem College, sondern lebt auch dort. „In Oxford findet das komplette Leben an der Uni statt.“ Spannend findet er, dass dort Studierende aus anderen Fächern und aus vielen verschiedenen Ländern leben und lernen. Außerdem neu für den 25-Jährigen: „Wir haben Trimester, die jeweils nur acht Wochen dauern. In dieser sehr stressigen Phase werden der gesamte Stoff vermittelt und die Klausuren geschrieben. Danach gibt es sechs Wochen freie Zeit, die ich zu Hause in Deutschland verbringe, um den Stoff nachzuarbeiten oder meine Masterarbeit zu schreiben.“

Wie es für ihn nach dem Master weitergeht, weiß er noch nicht. Neben einer Promotion in Oxford oder Deutschland ist auch der Berufseinstieg eine Option. Von seinem Studium im Ausland nimmt Philipp Höfer dafür Wertvolles mit: „Ich habe sehr viele Freunde aus der ganzen Welt gefunden. Man lernt sehr viel über andere Kulturen und macht sich Gedanken über die eigene. Egal ob für ein Semester als Gaststudierender einer deutschen Hochschule oder gleich für ein ganzes Studium ins Ausland: Man wächst in jedem Fall als Mensch.“

Vollzeitstudium im Ausland

Philipp Höfer ist bei Weitem nicht der einzige, der sich für diese Form des Auslandsstudiums entscheidet: „Die Zahl der im Vollstudium im Ausland eingeschriebenen Deutschen beträgt circa 140.000. Die deutschen Studierenden im Ausland stellen somit 5,7 Prozent aller deutschen Studierenden“, weiß Natalija Prahl vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Häufig wählen Abiturienten Hochschulen im Ausland, um Fächer zu studieren, die in Deutschland zulassungsbeschränkt sind und bei denen hoher Konkurrenzdruck herrscht, etwa Medizin oder Psychologie (Mehr zum Medizinstudium in Österreich erfährst du in „Medizin in den Tiroler Alpen“). Auch für andere Fachrichtungen ist ein komplettes Studium im Ausland interessant: Die meisten Studierenden, die für ein Vollstudium im Ausland eingeschrieben sind, studieren in den Bereichen Rechts-, Sozial-, und Wirtschaftswissenschaften.

Allerdings gilt es bei dem Erwerb eines ausländischen Abschlusses einiges zu beachten, betont Natalija Prahl: „Die Zulassung zum Studium ist oft anders geregelt als in Deutschland. Die Modalitäten sind für jedes Land und für jede Hochschule unterschiedlich. Da kann es vorab auch fachspezifische Tests geben. Wichtig ist, die Bewerbungsfristen zu beachten.“ Ebenfalls von Bedeutung ist der Nachweis von Sprachkenntnissen. Für englischsprachige Länder sind Sprachzertifikate wie TOEFL oder IELTS notwendig. Vor Beginn des Studiums sollte man zudem klären, ob der angestrebte Abschluss später in Deutschland anerkannt wird.

Teilstudium im Ausland

Ein Porträt-Foto von Dr. Anne Gellert

Dr. Anne Gellert

Foto: Uli Oberländer

Wer nur für ein oder mehrere Semester internationale Luft schnuppern möchte, für den ist ein Teilstudium im Ausland das Richtige. Die Entscheidung, in welches Land und an welche Hochschule es gehen soll, ist dabei nicht immer einfach zu treffen. Dr. Anne Gellert, Leiterin des International Office der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, rät daher: „Eine wahre Goldgrube sind die Erfahrungsberichte von Studierenden, die bereits im Ausland waren. Hier werden viele Fragen geklärt, die man sich vor dem Aufenthalt stellt, und man bekommt Lust, sich selbst ins Abenteuer zu stürzen.“ (Mehr zum Thema Vorbereitung erfährst du in „Gut vorbereitet ins Abenteuer“).

Zwei Drittel aller Studienaufenthalte im Teilstudium dauern laut DAAD bis zu einem halben Jahr, knapp 30 Prozent bleiben zwei Semester im Ausland. Dabei entsenden die Sprach- und Kulturwissenschaften sowie Wirtschafts- und Rechtswissenschaften die meisten Studierenden. „Wann der beste Zeitpunkt für ein Auslandssemester ist, hängt vom Fach ab“, erklärt Anne Gellert. „Die meisten gehen zwischen dem dritten und fünften Semester, Mediziner meist nach dem ersten Studienabschnitt. Für diese Fragen sind die Fachvertreter an den Hochschulen die richtigen Ansprechpartner.“

Partnerhochschule oder Freemover?

Beim Teilstudium im Ausland gibt es wiederum unterschiedliche Optionen. Zu den strukturierten Angeboten zählen Aufenthalte an Partnerhochschulen. Durch die Zusammenarbeit der Hochschulen entfallen oder reduzieren sich die Studiengebühren, zudem ist die Anerkennung von Studienleistungen meist unkompliziert. Allerdings sind die Plätze begrenzt. In Studiengängen, bei denen der Auslandsaufenthalt verpflichtend vorgeschrieben ist, ist die Anerkennung meist noch einfacher, die Studierenden sind dafür jedoch an Zeitpunkt und zu erbringende Studienleistungen gebunden.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Studium mit Doppelabschluss. Hier wird das Studium zwischen einer deutschen und einer ausländischen Hochschule aufgeteilt und man erwirbt einen gemeinsamen oder sogar zwei Abschlüsse (Mehr zum Thema liest du in „Zwei Länder, zwei Abschlüsse“).

Über 40 Prozent aller Auslandsaufenthalte organisieren sich die Studierenden komplett auf eigene Faust: „Als Freemover sucht man sich das Land, die Hochschule, den Studiengang und den Zeitraum selbst aus. Die Vorbereitung und Organisation solcher Auslandsaufenthalte nimmt jedoch viel Zeit in Anspruch“, sagt Natalija Prahl vom DAAD. Auch Dr. Anne Gellert merkt daher an: „Man sollte anderthalb Jahre vor dem Aufenthalt mit der Organisation beginnen, um keine Fristen zu verpassen. Mit der eigenen Hochschule sollte man vorab ein sogenanntes ‚Learning Agreement‘ abschließen. Darin wird vereinbart, welche Studienleistungen anerkannt werden und welche Unterlagen man dafür nach dem Aufenthalt im Ausland vorlegen muss.“ (Was gibt es zudem in Sachen Finanzierung zu beachten? Das kannst du nachlesen in „Stipendien, BAföG und mehr“.)

Plus im Lebenslauf

Ist der Organisationsaufwand für einen Auslandsaufenthalt einerseits etwas mühsam, lohnt sich andererseits der Blick über den Tellerrand mehrfach: „Ein Studium im Ausland ist nicht nur wertvoll für die Bewerbung. Die Welt wird schließlich immer globaler“, fasst die Expertin der Heinrich-Heine-Universität zusammen. „Wer schon im Bachelorstudium Erfahrungen im Ausland gesammelt hat, dem fällt es auch später unabhängig von der Fachrichtung leichter, sich im internationalen Umfeld zu bewegen und neue Bereiche kennenzulernen.“

Weitere Informationen

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. Unter „Studieren im Ausland“ findest du zudem Infos zum Thema.
www.studienwahl.de

Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)

Informationen rund um Ausbildung, Studium, Praktikum und Arbeiten im Ausland; in erster Linie auf Europa bezogen, aber auch außereuropäisches Ausland
www.ba-auslandsvermittlung.de

Hochschulkompass – Internationale Hochschulkooperationen

Informationen über deutsche Hochschulen und deren internationale Kooperationen
www.internationale-hochschulkooperationen.de

Deutscher Akademischer Austauschdienst

Infos rund ums Studium im Ausland: Studien- und Fördermöglichkeiten, Praktika, Sprachkurse etc.
www.daad.de

Broschüre des DAAD (PDF)

Der DAAD hat Informationen und Erfahrungsberichte rund um das Studium im Ausland in der Broschüre „Studieren im Ausland. So klappt es – Fakten und Tipps“ zusammengefasst.
www.studieren-weltweit.de/content/uploads/2017/02/DAAD-Brosch_Studieren-im-Ausland_barrierefrei.pdf

Studieren weltweit

Diese Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) hält umfangreiche Informationen über das Studium im Ausland und zahlreiche Erfahrungsberichte bereit.
www.studieren-weltweit.de

rausvonzuhaus.de

Kostenloses Infoportal rund um das Thema Auslandsaufenthalte
www.rausvonzuhaus.de

Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen

Auf der Seite „anabin“ der Kultusministerkonferenz kann man seinen im Ausland erworbenen Abschluss bewerten lassen. Die Seite „Anerkennung in Deutschland“ prüft ausländische Berufsqualifikationen für den deutschen Arbeitsmarkt.
www.anabin.kmk.org/anabin.html
www.anerkennung-in-deutschland.de

abi>> 28.01.2019

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