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Aus Sonne, Wind, Wasser und Erde

Drei Windkrafträder vor einem Wolkenhimmel.
Windenergie im Aufwind: Mathias Leifeld hat sich für den Bachelorstudiengang Offshore-Anlagentechnik entschieden - und kann bald selbst Windkraftanlagen konstruieren.
Foto: Katharina Kemme

Erneuerbare Energien studieren

Aus Sonne, Wind, Wasser und Erde

Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien sind in Deutschland seit Jahren im Aufwind. Ob Windkraft, Solarstrom oder Bioenergie: „Deutschland wird grüner“ bilanziert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie – und immer mehr junge Leute wollen in diesem Bereich studieren und arbeiten.

Mathias Leifeld ist einer von ihnen. Der 27-Jährige studiert im fünften Semester den Bachelorstudiengang Offshore-Anlagentechnik an der Fachhochschule Kiel. Im kommenden Wintersemester will er sein Studium abschließen. Von den Fähigkeiten her könnte er dann einen Offshore-Windpark planen und konstruieren. Der Wind, das ist sein Ding. Darum hat er sich nach Ausbildung im Metallbau, Weiterbildung zum technischen Betriebswirt und Schweißfachingenieur-Weiterbildung letztendlich dazu entschlossen, Offshore-Anlagentechnik zu studieren. „Für dieses Studium entscheidet man sich aus einer Grundhaltung heraus, weil man weiß, das ist gut, das ergibt Sinn“, findet er.
In den ersten Semestern setzte sich Mathias Leifeld mit den Grundlagen des Maschinenbaus auseinander, etwa mit Mathematik, Statik, Festigkeitslehre, Konstruktion und Fertigungstechnik. Hinzu kamen Kurse wie „Windenergie aus Offshore-Anlagen“, in denen der Student lernte, wie Windparks funktionieren und wie viel Strom sie erzeugen können. Darüber hinaus ging es im Studium um rechtliche und betriebswirtschaftliche Grundlagen, außerdem um Wartungs-Schiffe und Ozeanografie. „Schließlich hat auch der Meeresboden Einfluss auf die Wellen und damit auf die Verankerung von Windkraftanlagen und den Ertrag, den sie liefern“, weiß er. Praktisch wurde es ebenfalls: Bei Exkursionen im Zweiwochenrhythmus lernten er und seine Kommilitonen einige der führenden Anlagenhersteller und die Montage kennen.
Aktuell gibt es 258 Offshore-Anlagen in der Nord- und Ostsee, mehr als 500 sind im Bau und 40 weitere in Planung. Der Markt im Ausland – etwa in Großbritannien und Dänemark – boomt. Mathias Leifeld sieht seine Zukunft in der Fertigung oder als Manager eines Windparks. Er könnte dafür ins Ausland gehen, aber die Chancen stehen auch in Deutschland gut.

Die Energiewende vorantreiben

Windenergie – ob auf dem offenen Meer oder an Land gewonnen – ist eines der fünf großen Felder im Bereich der erneuerbaren Energien. Die anderen sind Solarenergie, Wasserkraft, Erdwärme und Biomasse. Bei den erneuerbaren Energien handelt es sich um Energiequellen, die sich verhältnismäßig schnell erneuern und quasi unerschöpflich zur Verfügung stehen.
Ihr Ausbau soll Deutschland unabhängiger von knapper werdenden, fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl und Erdgas machen, sprich, die „Energiewende“ vorantreiben. Der größte Ausbau ist im Bereich der Windenergie auf See geplant, gefolgt von der Windenergie auf dem Land und der Solarenergie. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht vor, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung bis 2050 auf mindestens 80 Prozent zu steigern. Die nächsten Etappen laut EEG-Novelle vom August 2014: 40 bis 45 Prozent im Jahr 2025 und 55 bis 60 Prozent bis 2035.
Aktuell halten die erneuerbaren Energien einen Anteil von rund 25 Prozent an der deutschen Stromversorgung, decken neun Prozent des Wärmebedarfs und stellen gut fünf Prozent des Kraftstoffverbrauchs. 2014 überholten sie erstmals die Braunkohle als Hauptstromquelle.
Von mehr als 371.000 Arbeitsplätzen in der Strom-, Wärme- und Biokraftstofferzeugung im Jahr 2013 ließen sich gut 261.000 auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz zurückführen, erklärt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Allein 37 Prozent der Arbeitsplätze entfielen auf die Windenergie, 34 Prozent auf die Bioenergie, 18 Prozent auf die Solarenergie, fünf Prozent auf die Geothermie, vier Prozent auf die Wasserkraft und zwei Prozent auf öffentliche Mittel.

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abi>> 02.03.2015

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