Optimal auf den Beruf vorbereitet
In den Personalabteilungen von Drägerwerk arbeiten Leute mit unterschiedlichen Backgrounds: Wirtschaftsingenieure, Psychologen, Juristen, Controller. Doch kaum jemand konnte sich bereits im Studium so gut auf den Personalerjob vorbereiten wie Annelie Schulz: Sie hat Wirtschaftspsychologie studiert.
Die Wirtschaftspsychologin Annelie Schulz arbeitet als Personalreferentin bei Drägerwerk.
Foto: Privat
„Als ich 2004 mein Diplomstudium an der Leuphana Universität Lüneburg anfing, wurde das Fach, soweit ich weiß, nur an zwei Hochschulen in Deutschland angeboten. Heute gibt’s den Studiengang wie Sand am Meer“, sagt die 26-Jährige, die nach einem Traineeprogramm von Dräger, einem internationalen Sicherheits- und Medizintechnikhersteller, übernommen wurde: Seit 1. September arbeitet die Absolventin als Personalreferentin im Unternehmensbereich Medizintechnik. „Es ist viel zu tun, aber es macht unheimlich Spaß“, so die junge Frau.
Schon im Studium Berufsziel erkannt
Dass sie als Abiturientin die Wirtschaftspsychologie in Lüneburg entdeckt hat, war aus zwei Gründen ein Glücksfall. Erstens wollte die Sachsen-Anhalterin unheimlich gern Psychologie studieren, um später andere Menschen zu beraten und unterstützen. Doch habe sie die Aussicht, als Therapeutin erst mit 30 ins Berufsleben starten zu können, abgeschreckt. „Die tollen Kontakte in die Unternehmen sowie der große Praxisbezug des Studiums an der Leuphana Uni haben mich schnell von diesem interdisziplinären Studium überzeugt“, erinnert sich Annelie Schulz.
Zum Zweiten hat sie schon im Studium ihr Berufsziel erkannt: Statt in die Bereiche Markt und Konsum oder Arbeit und Technik würde sie in den Bereich Personal und Organisation gehen. Neugierig gemacht auf die Personalarbeit haben sie damals übrigens die Referenten aus der Praxis selbst, die in Lüneburg lehrten.
„Seminare wie Theorie und Praxis des Assessment Centers, Personaldiagnostik oder auch Wirtschaftsenglisch waren alle darauf ausgelegt, uns auf unseren späteren Job vorzubereiten“, sagt Annelie Schulz, „und das hat auch sehr gut funktioniert. Auch heute noch schaue ich ab und zu in meine Studienordner und finde Anregungen für meine beruflichen Aufgaben. Welcher Absolvent kann das schon von sich behaupten? In der Regel werden die alten Uni-Unterlagen doch sofort nach dem Diplom verbrannt“, sagt die Berufseinsteigerin und lacht.
„Direkt mit Menschen arbeiten“
Nach dem zweijährigen Traineeprogramm, während dessen die reiselustige junge Frau in sämtliche Personalabteilungen des 11.000 Mitarbeiter starken Konzerns und sogar für ein halbes Jahr in eine Tochterfirma in Pittsburgh, Pennsylvania, schnuppern konnte, entschied sich Annelie Schulz für den Bereich des Personalreferenten. „Mir liegt das operative Geschäft am Herzen. Anders als in den strategischen Bereichen wie Personalmarketing oder -entwicklung arbeite ich hier noch häufiger direkt mit den Menschen zusammen, diskutiere mit dem Betriebsrat, schlage einer Führungskraft einen Bewerber vor oder berate einen Mitarbeiter, der sich weiterentwickeln möchte oder vielleicht ein Problem hat“, erklärt sie.
Eine der Hauptaufgaben eines Personalreferenten besteht darin, offene Stellen mit den besten Bewerbern zu besetzen. „Im Studium bin ich auf den Personalauswahlprozess super vorbereitet worden. Ich kenne die Kriterien und Tools, um Bewerbungen zu screenen, ich habe gelernt, Bewerbungsgespräche zu führen und Telefonfeedbacks zu geben“, zählt Annelie Schulz auf. Doch auch Führungskräftetrainings zu konzipieren, die richtigen Methoden für Mitarbeiterbefragungen zu wählen, Instrumente für die Personaldiagnostik zu erstellen, das sind alles Dinge, die sie schon an der FH gelernt hat. „Auch wenn in jedem Unternehmen andere Betriebsregelungen gelten, die man sich erarbeiten muss, hat mich das Studium auch methodisch sehr gut auf meinen Job als Personalreferentin vorbereitet: Ich kann gut im Team arbeiten, Konzepte ausarbeiten, präsentieren und mich schnell in spezielle Themengebiete einarbeiten. Für mich als Wirtschaftspsychologin ist die Personalarbeit das optimale Berufsfeld, auch für die Zukunft“, sagt Annelie Schulz mit Nachdruck.





