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Digitaler Forschungseifer gefragt

Eine junge Frau schreibt am Computer einen Fragebogen.
Fragebögen verfassen, Daten erheben, Analysen erstellen: Im Studium der Markt- und Medienforschung werden unter anderem Methoden der Sozialforschung gelehrt.
Foto: Julien Fertl

Markt- und Medienforschung

Digitaler Forschungseifer gefragt

Hüseyin Altuntas ist von Natur aus neugierig – die beste Voraussetzung für den Beruf des Markt- und Medienforschers, den der 25-Jährige anstrebt. Die erforderlichen Fertigkeiten hierfür eignet er sich im entsprechenden Masterstudiengang an der Technischen Hochschule Köln an.

Digitale Medien – jeder kennt sie, jeder nutzt sie. Doch für viele Markt- und Medienforscher sind sie noch von anderer Relevanz: „Bei der Frage, inwiefern bei Jugendlichen die Social-Media-Plattform Snapchat den Konkurrenten YouTube ablöst, sind sie Gegenstand der Forschung. Starte ich per Smartphone eine Online-Umfrage, dann benutze ich digitale Medien als Forschungs-Tool“, erklärt der Masterstudent Hüseyin Altuntas.

Genau diese Themen reizen ihn an seinem Masterstudium. Zuvor hat er den Bachelor „Intermedia“ an der Universität zu Köln absolviert. Hier legte er aus purem Interesse und aufgrund seiner Zeit als studentische Hilfskraft im Bereich „Medienforschung im medienpädagogischen Kontext“ seinen Schwerpunkt auf Medienforschung. „Allerdings wollte ich meine Kenntnisse im wirtschaftlichen Bereich anwenden und erfahren, wie zum Beispiel Unternehmen digitale Medien nutzen können, um Produkte zu entwickeln.“ Der 25-Jährige musste für einen passenden Master nicht in die Ferne schweifen: An der TH Köln nahm er den viersemestrigen konsekutiven Masterstudium „Markt- und Medienforschung“ auf.

Empirische Methodik und angewandte Forschung

Porträtbild von Hüseyin Altuntas

Hüseyin Altuntas

Foto: privat

Die Studieninhalte teilt Hüseyin Altuntas in vier Sphären ein: Erstens, Menschen und Kunden an sich sowie im digitalen Umfeld besser verstehen mithilfe der qualitativen Forschung und modernen Methoden wie Design Thinking, Social Media Research oder Web-Monitoring. Zweitens, Märkte besser analysieren und beurteilen lernen, zum Beispiel durch Markt- und Wettbewerbsanalysen, Trendforschung und Patentrecherchen. Drittens, Methoden der (statistischen) Datenanalyse anwenden. Hierzu ergänzt er: „Studieninteressierte, die jetzt die Augenbrauen hochziehen, sei gesagt: keine Sorge, Statistik ist machbar!“ Und viertens, ethische und rechtliche Aspekte im Kontext der Markt- und Medienforschung kennenlernen, genauso wie sich Wissen über die Marktforschung selbst, ihren Stellenwert heute und in der Zukunft aneignen.

Besonders spannend wurde es für den ehrgeizigen Studenten ab dem dritten Semester. Dann durften er und seine Kommilitonen das Erlernte in einem Studienprojekt anwenden. „Wir hatten die Möglichkeit, mit weltweit bekannten Fluggesellschaften, europäischen Versicherungen oder regionalen Unternehmensberatungen zu kooperieren. Für uns bedeutete das, Praxiserfahrungen zu sammeln, und für die Unternehmen, akademischen Input zu erhalten. Eine echt tolle Erfahrung!“ Auch die Dozenten der TH, darunter Geschäftsführer von Marktforschungsunternehmen, garantieren den hohen Praxisbezug.

„Nur die ersten beiden Semester sind recht theorielastig, da man hier die Grundlagen erlernt“, erinnert sich der Student. Er selbst befindet sich aktuell im fünften Semester – aufgrund eines freiwilligen fünfmonatigen Praktikums bei der BwConsulting, der Inhouse-Beratung der Bundeswehr – und schreibt gerade seine Masterarbeit zum Thema „Datenstrategien im Mittelstand“.

Interesse an künstlicher Intelligenz

Insgesamt sei das Masterstudium ein gutes Sprungbrett, findet Hüseyin Altuntas – er selbst hat kurz vor seinem Abschluss bei dem IT-Unternehmen BWI bereits einen Job ergattert, an der Schnittstelle von Beratung und digitaler Forschung – „genau da wollte ich hin.“ Seine Wünsche für die fernere Zukunft? „In zehn oder 20 Jahren sehe ich mich als Geschäftsführer oder Gesellschafter eines von künstlicher Intelligenz betriebenen Forschungs- und Beratungsunternehmen.“

abi>> 27.12.2018