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Astrophysik

Fragen ans Universum

Welche Masse haben Schwarze Löcher? Woher stammt die Beule auf der Rückseite des Mondes? Wie schnell drehen sich Sterne? Solche Fragen beschäftigen Astrophysiker wie Katharina Borm. Die 24-Jährige studiert das Fach im zweiten Semester an der Universität in Bonn und träumt davon, nach ihrem Masterabschluss die Entstehung des Universums zu erforschen.

Katharina Borm hat langes, blondes Haar. Sie trägt auf dem Foto ein violettes Oberteil und ein graues Jäckchen.

Begeistert sich für Astrophysik: Katharina Borm.

Foto: Privat

Wenn Katharina Borm ihren Blick über den Nachthimmel schweifen lässt, strahlen ihre Augen. Das ist schon so, seit sie zwölf war. Damals weckte ein Buch über die Sterne die Faszination des jungen Mädchens. Es entbrannte eine Leidenschaft, die die Schülerin gerne teilte: Im Rahmen einer „Nacht der Sterne“ hielt sie Vorträge an ihrer Schule und beteiligte sich an Projektarbeiten.

Doch wer die Sterne erklären will, braucht als Grundlage zunächst die Physik. Deshalb belegte die gebürtige Hamburgerin neben Mathematik auch Physik als Leistungskurs in der Oberstufe. „Der Leistungskurs ist kein Muss für das Studium. Aber es ist sicher sehr hilfreich und empfehlenswert, das Fach nicht abzuwählen sowie grundsätzlich ein gesteigertes Interesse für Naturwissenschaften mitzubringen“, betont die 24-Jährige. Der jugendlichen Begeisterung folgte konsequenterweise das naturwissenschaftliche Studium der Physik an der Uni Hamburg, das die Hansestädterin innerhalb der Regelstudienzeit von sechs Semestern mit dem Bachelor abschloss.

Astrophysik im Visier

Bereits damals rückte die Astrophysik für Katharina Borm immer deutlicher in den Vordergrund. Sie besuchte Einführungsveranstaltungen in Astronomie und schnupperte in damit verbundene Vorlesungen hinein. „Mir hat das Thema gut gefallen, so dass der Master in Astrophysik nahe lag.“ Schließlich hat sie sich für die Uni in Bonn entschieden, weil Astrophysik hier ein eigenständiges Studium ist.

Was das Studium auszeichnet? – „Beim ,Astro-Master’ beschreiben wir Objekte oder Geschehnisse im Universum, berechnen die Entwicklung von Sternen, versuchen sie zu deuten und ihre Entwicklung vorherzubestimmen.“ Dafür vergleichen die angehenden Astrophysiker verschiedene Daten und arbeiten dabei mit Formeln und Gleichungen aus der Physik. Dabei sind Durchhaltevermögen und Eigeninitiative gefragt: „Die Vorlesungen vermitteln ein grobes Konzept, aber ich muss mir viel Stoff zu Hause selbst erarbeiten und beibringen.“

 

Beispielsweise in Grundlagenfächern wie „Kosmologie“, die Lehre über die Entwicklung des Universums, und „Stellare Astrophysik“, Sternkunde fernab von Horoskopen und Co. Sie klärt Fragen wie: Wie entstehen Sterne? Was sagen Daten über Umfang, Größe, Dichte aus? Wie werden die Daten überhaupt berechnet? Welche Gleichungen sind dafür notwendig? Mit dem erworbenen Fachwissen würde die 24-Jährige nach dem Studium gerne in der Forschung bleiben. Am liebsten im Bereich der Kosmologie: „Dabei gehen Wissenschaftler der Frage nach, wie sich das Universum entwickelt hat.“ Anhaltspunkte liefert auch die „Dunkle Materie“, ohne die das Universum nach den meisten derzeitigen Modellen nicht existieren würde.

Grund genug für Katharina Borm, den Stoff, aus dem die Räume sind, zum Thema ihrer Masterarbeit im dritten Semester zu machen: „Dunkle Materie leuchtet nicht. Deshalb können wir sie mit unseren herkömmlichen Messmethoden bislang noch nicht direkt nachweisen. Also nutzen wir beispielsweise ihre Gravitation, wie wir sie aus der Erdanziehung kennen, als Indiz für ihre Existenz.“ Sollte es mit dem Forschungsauftrag nach bestandener Masterprüfung nicht klappen, könnte Katharina Borm als Astrophysikerin auch in Planetarien und Sternwarten oder bei Unternehmen des Luft- und Raumfahrzeugbaus arbeiten. Auch eine Tätigkeit in der Softwareentwicklung oder bei Herstellerbetrieben von optischen Instrumenten wie Teleskopen ist denkbar.

Theorie und Praxis gehen Hand in Hand

Ihre Praxistauglichkeit kann die 24-Jährige bereits jetzt in Übungsgruppen unter Beweis stellen. Dort wird das Wissen, das in den Vorlesungen vermittelt wird, praktisch angewandt. Dazu bekommen die Studierenden unterschiedliche Aufgabenstellungen. Sie müssen beispielsweise Berechnungsformeln herleiten und ausführen, aber auch Computerprogramme für die Datenanalyse schreiben. „Oder wir bekommen die Aufgabe, ein bestimmtes Himmelsobjekt zu observieren“, so die 24-Jährige. Um diese Herausforderungen meistern zu können, steht den Studierenden das institutseigene Teleskop zur Verfügung. Außerdem können Daten verschiedener Kooperationspartner der Uni Bonn, wie beispielsweise der Europäischen Südsternwarte in Chile, hinzugezogen werden.

Während ihr Physikstudium in Hamburg noch größtenteils in deutscher Sprache verlief, ist das Masterstudium in Bonn komplett englischsprachig. „In Hamburg hatten wir allerdings auch Gelegenheit, einige englische Vorlesungen zu besuchen und Referate in Englisch zu halten“, erinnert sich Katharina Borm. „Man gewöhnt sich daran, auch wenn es am Anfang des Studiums sicher eine Umstellung ist.“ Eines blieb jedoch unverändert: die Faszination der 24-Jährigen für das Universum voller Sterne.

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