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Wirtschaftsmathematik

In Mathe verbeißen

"Man braucht eine gewisse Freude an Dingen, die nicht greifbar sind." Adrian Spener (21) weiß, wovon er spricht — er studiert an der Universität Ulm im dritten Semester Wirtschaftsmathematik.

Ein Taschenrechner.

Mathematik spielt eine große Rolle in dem Studiengang.

Foto: Limbach

Der 21-Jährige hat sich sehr bewusst für den Bachelorstudiengang entschieden. „Mein Lieblingsfach an der Schule war Gemeinschaftskunde, und da haben mich volkswirtschaftliche Themen fasziniert“ sagt er. „Mein Interesse für mathematische Rechnungen und Modelle entdeckte ich dann in der 12. Klasse, als wir uns im Seminarkurs Physik mit dem Thema ‚Entropie und Richtung der Zeit’ beschäftigten.“ So schwankte Adrian Spener beim Studienwunsch zwischen Gesellschafts- und Naturwissenschaften, bis er auf das Fach Wirtschaftsmathematik stieß: „Da dachte ich sofort: Ja, das muss es sein, weil es beiden Neigungen von mir entgegenkommt.“

Spaß am gemeinsamen Lernen

Derzeit sind in Adrian Speners Lehrplan Maßtheorie (ein Bereich der Wahrscheinlichkeitstheorie), Elementare Wahrscheinlichkeitsrechnung und

Foto von Adrian Spener.

Adrain Spener

Foto: privat

Statistik, Numerik und Volkswirtschaftslehre angesagt. Im vierten Semester kommen dann unter anderem Vorlesungen zur Differentialgleichungen, Stochastik und Finanzierung dazu. Der Stoff ist umfangreich und schwierig, daran lässt der 21-Jährige keinen Zweifel: „Den Mathematikteil sollte man nicht unterschätzen“, betont er. „In den ersten beiden Semestern hat man die gleichen Grundlagenvorlesungen wie die Mathematik-Studierenden, beschäftigt sich mit linearer Algebra und Analysis, und dann kommen noch Informatik, BWL und Rechnungswesen dazu. Ab dem dritten Semester geht es dann mit der zunehmenden Spezialisierung immer stärker auseinander.“ Man müsse sich in mathematische Probleme wirklich verbeißen können und unterschiedliche Methoden zu ihrer Lösung ausprobieren: „Da braucht man einen gewissen Ehrgeiz.“

Anregungen für die Lösungen erhält er durch den regen Austausch mit seinen Kommilitonen: „Ein Superaspekt bei dem Studium ist für mich gerade, dass man es eigentlich nicht alleine schaffen kann.“ Soziale Kontakte spielten eine große Rolle. „Man hilft sich ungemein, wenn man Probleme in Lerngruppen angeht, jeder trägt durch seine Sicht der Dinge dann das Seine dazu bei.“ Die familiäre Atmosphäre in einer kleineren Uni wie Ulm mache es nicht schwer, dafür Gleichgesinnte zu finden.

Praktischer Bezug garantiert

Teil seines Studiums sind aber auch zwei interne Praktika an der Hochschule – die sogenannten Wirtschaftsmathematikpraktika I und II, in denen die Studierenden auch IT-Inhalte beigebracht bekommen. Im ersten lernte Adrian Spener so die Anwendung eines Programms für mathematische Berechnungen (Matlab), eines Textprogramms für naturwissenschaftliche Aufsätze (LaTex) und außerdem die Programmiersprache C++. Aber auch ein Berufspraktikum muss der 21-Jährige noch absolvieren – am liebsten bei einer Bank oder einer Versicherung.

Die letzten beiden Semester will Adrian Spener im englischsprachigen Ausland verbringen, vielleicht in Kanada oder Wales. Er hat sich für das Erasmus-Programm beworben. Auch während des Master-Studiums könnte er an einem speziellen Austauschprogramm der Ulmer Universität mit verschiedenen US-amerikanischen Universitäten teilnehmen – eine Überlegung wert, wie er findet.

Am liebsten würde Adrian Spener sich zwar ganz auf Mathematik spezialisieren und eine Universitätskarriere einschlagen. Wenn das nicht klappt, hat er als Wirtschaftsmathematiker aber genug andere Optionen: „Am meisten reizen mich die Bereiche Rückversicherung und Risikomanagement – wie die letzte Zeit gezeigt hat, gibt es da ja genug ungelöste Probleme!“

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