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Informatik und Multimedia

Pokerface ist Geschichte

Franziska Moßner (22) studiert "Informatik und Multimedia" an der Universität Augsburg. Grund für ihre Wahl war die Verbindung aus Technik und Gestaltung.

Der techniker einer multimedialen Veranstaltung. Er arbeitet mit Computern, Bildschirmen, einem Mischpult.

Multimedia bedeutet, dass mediale Inhalte aus mehreren Medien bestehen. Die Verknüpfung muss nicht immer ein Computer erledigen.

Foto: Dörfel

„Was mit Medien”, wollte Franziska Moßner machen, als sie 2007 das Gymnasium im fränkischen Gunzenhausen verließ. Was genau, konnte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Sie interessierte sich für Kunst und Gestaltung. “Ich habe am Gymnasium ebenfalls Informatik belegt. Auch das fand ich interessant”, erzählt sie. Sie informierte sich über das Internet und findet an der Augsburger Universität den Studiengang Informatik und Multimedia. Nach einem Besuch am Tag der offenen Tür und dem Austausch mit Dozenten und Studierenden schreibt sie sich für den sechssemestrigen Bachelorstudiengang ein. „Am Anfang hatte ich Probleme mit der theoretischen Informatik”, erzählt sie, „zwei Vorlesungen musste ich wiederholen, weil ich die Klausuren nicht bestand”. Ein Schaden ist ihr daraus nicht entstanden – im Gegenteil, durch die Wiederholung, sagt sie, sitze der Stoff bei ihr nun umso sicherer.

Auch Eigenregie gefordert

Im Studium bekommt sie neben einer klassischen Ausbildung als Informatikerin – mit Einheiten zu Datenstrukturen, Algorithmen, Logik und Programmierung – auch sehr viel über Medien- und Kommunikationstheorie beigebracht. Außerdem besucht sie auch praktische Fächer, die sich um Bild- und Signalverarbeitung drehen oder um 3-D-Animation. Die rein gestalterischen Fertigkeiten musste sie sich allerdings in Eigenregie beibringen. Etwa als sie für das geforderte Multimediapraktikum einen 3-D-Film produzieren sollte. Das war ein kurzer Film zum Thema „Gedankenaustausch”, erzählt sie.

Franziska Moßner

Franziska Moßner

Foto: Privat

In ihrem aktuellen Projekt entwickelt sie am Institut, an dem sie auch als studentische Hilfskraft beschäftigt ist, gerade einen Touchscreen, wie man ihn von Mobiltelefonen inzwischen kennt – in der Größe eines Küchentisches. „Wir haben dafür ein Pokerspiel entwickelt”, erzählt Franziska Moßner, „eines mit dem die Spieler über Gesten am berührungsempfindlichen Tisch nicht nur die Karten bewegen, sondern auch über die Hautleitfähigkeit der Finger und die Fußbewegungen unterm Tisch deren Nervosität gemessen werden kann.” Wofür das später einmal gut sein wird, kann sie nicht sagen: „Es geht einfach nur darum, die Möglichkeiten, solcher Systeme auszuschöpfen.”

Für ihre Praxisarbeit als Programmiererin konnte sie für einen bayerischen Autohersteller eine Anwendung schaffen, die Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik im Auto mit dem Internet verbindet. „Es ging dabei auch darum, mit dem Autohersteller nach Ideen zu suchen, was in fünf bis zehn Jahren in den Autos möglich sein soll.”

Master draufsatteln

Für ihre Abschlussarbeit im Bachelorstudium, die sie demnächst beginnen wird, überlegt sie, ein klassisches Informatikthema zu bearbeiten. „Ich möchte eine Entwicklungsplattform, mit der Programmierer sonst ihre Programme schreiben, um einige nützliche Funktionen erweitern.“ Danach soll in jedem Fall der Master stehen – ebenfalls mit den Schwerpunkten Multimedia und Informatik. Die weitere Zukunft steht für Franziska Moßner in den Sternen. „Forschung wie freie Wirtschaft haben Vor- und Nachteile”, überlegt sie. „Wer forscht ist immer mit dabei, wenn etwas Neues entsteht. Wer für ein Unternehmen arbeitet, weiß allerdings bereits genau, wofür seine Arbeit gebraucht wird.”

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