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Gamedesign

Besser als Fernsehen gucken

Als alter Spielefreak fühlt sich Mats Krengel (25) pudelwohl in seinem Studiengang — kein Wunder, er studiert Gamedesign an der Mediadesign Hochschule (MD.H) in Berlin. Und er entwirft dort die Computerspiele der Zukunft.

Eine Innenaufnahme eines Büros. Im Vordergrund: eine Tastatur. Im Hintergrund beugt sich jemand über einen Rechner.

Computerspiele zu designen bedeutet trotz des Namens vor allem auch: sehr viel Programmieren.

Foto: WillmyCC

Was muss ein Gamedesigner mitbringen? Mats Krengel erstaunt die Frage: „Klar, er muss Computerspielen! Das ist die Grundvoraussetzung.” Und Mats Krengel hat viel gespielt und Szenemagazine gelesen. An ein Studium Gamedesign dachte der heute 25-Jährige damals aber noch nicht: „Ich wusste noch nicht einmal, dass man das studieren kann.” Mats Krengel machte also erst einmal Zivildienst und ein Praktikum in einem Architektenbüro. „Allerdings hat mich das nicht sehr begeistert. Mein Team hat Gefängnisse geplant.” Die Freiheit beim Gestalten im künstlerischen Bereich schien ihm danach verlockender – und er hatte inzwischen erfahren, dass man sich auch zum Gamedesigner ausbilden lassen kann.

Bei einer simplen Google-Recherche entdeckte er die Mediadesign Hochschule (MD.H) mit Standorten in Berlin, Düsseldorf und München. Eine private Hochschule, die sich das Studium von ihren Studierenden mit 849 Euro pro Monat bezahlen lässt. „Es gibt aber die Möglichkeit, sich für ein Stipendium zu bewerben”, sagt Dirk Waldhoff, Berater im Karriereservice der MD.H: Pro Hochschulstandort, Studienjahrgang und Studienfach kann jeweils ein Stipendium vergeben werden.” Aber auch wer nicht zu den glücklichen Bewerbern zählt, hat eine Chance zur Finanzierung – wie Mats Krengel.

Finanzierungsmix

Mats Krengel

Mats Krengel

Foto: Privat

Mats Krengel jobbt neben seinem Studium bei einer Softwareschmiede und kümmert sich als Webentwickler um deren Onlineportal. Er erhält als Student BAföG und durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen Bildungskredit. Sechs Monate nach Studienende wird für Mats Krengel die Rückzahlungsphase des Kredits beginnen. Die Höhe der monatlichen Raten und die Frist für die Rückzahlung orientieren sich an der persönlichen Situation – bis zu 20 Jahre wird er für die Rückzahlung Zeit haben.

„Dabei ist es nicht so, dass jeder, der bezahlen kann, auch automatisch einen Studienplatz bekommt”, stellt Dirk Waldhoff von der MD.H klar. Jeder Studieninteressierte muss ein mehrstufiges Aufnahmeverfahren bestehen: Von einer Bewerbungsmappe angefangen über einen Eignungstest bis hin zum persönlichen Gespräch.

Dialog mit der Spielfigur

Die Studierenden lernen neben dem reinen Gestalten von Figuren und anderen bildlichen Elementen für die Spiele in erster Linie das Entwerfen von interessanten und spannenden Spielregeln. „Ein Spiel, egal ob Brettspiel oder komplexes Rollenspiel, ist nahezu immer eine Frage von Wahrscheinlichkeiten“, sagt Mats Krengel. Entsprechend wichtig ist es, diese Wahrscheinlichkeiten zwischen Verlieren und Gewinnen zu kennen und sinnvoll programmieren zu können. Das verlangt sehr solide Kenntnisse in Mathematik und Informatik. „Wichtig ist auch, seine Zielgruppe und die Strategien zu kennen, um für deren Bedürfnisse ein spannendes Angebot schaffen zu können.” Zusätzlich lernen die Studierenden auch Themen aus Wirtschaft und Recht wie etwa Vertragsgestaltung oder Jugendschutz.

Die Abschlussarbeit von Mats Krengel beschäftigt sich mit Dialogsystemen. „Ein unglaublich komplexes Thema”, weiß der 25-Jährige. „Denn jede Antwort oder Frage des Spielers an den computergesteuerten Charakter eröffnet wiederum ein komplexes System von Antworten – auf die erneut der Spieler reagieren kann.”

Mats Krengel spielt mit dem Gedanken, sich nach seinem Bachelorabschluss selbstständig zu machen. Eine Geschäftsidee haben er und zwei seiner Studienkollegen bereits: „Wir wollen Online-Spiele für die Leute schaffen, die heute noch Serien wie beispielsweise ,LOST‘ oder ,Gute Zeiten Schlechte Zeiten‘ schauen”, berichtet er: „Auf unserer Plattform können die Spieler dann die Episoden unseres Spiels Woche für Woche interaktiv spielen und nicht nur im Fernsehen gucken.“

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