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Was das Herz begehrt

Lukas Immesberger sitzt an einem Schreibtisch vor einem Computer.
Lukas Immesberger
Foto: Privat

Medizintechnische Informatik

Was das Herz begehrt

"Die Mischung macht's", sagt Lukas Immesberger (23) und hat sich deshalb im zweiten Anlauf für den Bachelorstudiengang Medizintechnische Informatik an der Fachhochschule Kaiserslautern entschieden.

Für Informatik hat sich Lukas Immesberger schon in der Schule interessiert: „Ich habe einfach gemerkt, dass mir das Programmieren sehr leicht fällt und Spaß macht.“ Darum schrieb er sich zunächst für den Bachelorstudiengang Angewandte Informatik an der Fachhochschule Kaiserslautern ein. Als er im vierten Semester angekommen war, führte die Hochschule den sechssemestrigen Bachelorstudiengang Medizintechnische Informatik ein. „Dieses Angebot hat mich damals sehr gereizt“, erinnert sich der 23-Jährige, „da es die Informatik mit der Medizin verknüpft, zu der ich immer schon eine gewisse Affinität hatte. Mein Vater ist Fachpfleger für Anästhesie und hat mir oft medizinische Zusammenhänge erklärt.“ Das Interesse am neuen Studienfach siegte letztendlich und nach reiflicher Überlegung entschloss sich Lukas Immesberger, in die Medizintechnische Informatik zu wechseln. „Rund 45 ECTS-Punkte wurden mir nach dem Wechsel angerechnet, wodurch ich fast zwei Semester wieder gutmachen konnte.“

Anatomie ergänzt Informatik

Inzwischen studiert Lukas Immesberger Medizintechnische Informatik im fünften Semester und plant, sein Studium im Juni zu beenden – ein Semester unter der Regelstudienzeit. „Viele Grundlagen der Informatik waren mir ja bereits bekannt. Deshalb konnte ich mein Studium dementsprechend schneller durchziehen.“ Auch hier lag im Grundstudium der Schwerpunkt auf der Informatik. Kein Wunder: Schließlich bildet der Studiengang grundsätzlich zum Informatiker aus, weshalb Programmiersprachen, Algorithmen und Datenstrukturen oder lineare Algebra auf dem Stundenplan stehen. Ergänzt werden die Inhalte allerdings von Anfang an durch medizinisch orientierte Zusatzfächer wie Anatomie, Zytologie (Zelllehre) und Physiologie. „Das macht das Studium abwechslungsreich und spannend“, findet Lukas Immesberger.

Im Hauptstudium lernen die Studierenden, die Informatikgrundlagen in der Medizin anzuwenden. Nach ihrer Ausbildung sollen sie in der Lage sein, mit den jeweiligen Experten Probleme zu analysieren und Lösungen zu entwickeln, etwa in den Bereichen medizinischer Bildverarbeitung, der Softwarezertifizierung oder der Informationsverarbeitung im Gesundheitswesen.

In fast jeder Kaffeemaschine steckt ein Controller

Auf sein späteres Berufsleben fühlt Lukas Immesberger sich durch das Studium gut vorbereitet. Sein letztes Semester ist ein Praxissemester. Seit Mitte Februar arbeitet er bei der Dr. Gerhard Schmidt GmbH in Neunkirchen, Saarland. Das Unternehmen stellt medizinische Geräte her, für die spezielle Software benötigt wird. Als er dort begann, hatte er ein mulmiges Gefühl. „An meinen ersten Arbeitstagen war ich erst überfordert. Zwei Wochen braucht man schon, um sich einzuarbeiten. Dann klappt es aber auch.“ Zurzeit arbeitet der 23-Jähirge an einem Programm für ein Langzeit-EKG – eine Arbeit, die ihm aus dem Studium bekannt ist. Auch in seiner Bachelorarbeit beschäftigt er sich mit dem medizinischen Gerät: Er untersucht darin die Übertragung des Herzsignals über einen Controller hin zum Computer. „Der Bereich Embedded Systems, also Systeme, bei denen ein Computer das System steuert oder überwacht, liegt mir ganz gut. Es fasziniert mich, dass diese Controller inzwischen in so vielen technischen Geräten stecken. In jeder Kaffee- und Waschmaschine zum Beispiel.“

Die Einsatzbereiche für medizinische Informatiker reichen von Krankenhäusern, Arztpraxen und Apotheken über Gesundheitsämter, Hersteller von computergestützer Medizintechnik und Unternehmensberatungen bis hin zu Ärzteverbänden und staatlichen Behörden im Gesundheitswesen. Lukas Immesberger weiß schon, wie es im Juli für ihn weitergeht: Die Dr. Gerhard Schmidt GmbH in Neunkirchen möchte ihn nach abgeschlossenem Studium übernehmen.

abi>> 20.06.2011