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Rubrik Lehrer und Eltern


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Kunstlehrer am Gymnasium

Eine Sache der Selbsteinschätzung

Markus Wiludda (28) weiß, was es bedeutet, Lehrer zu werden. Er tritt in die Fußstapfen seines Vaters. Mit seinem Kunststudium für das Lehramt an Gymnasien an der Uni Dortmund verbindet er sein Hobby mit seinem Berufswunsch.

Eine Farbtube liegt auf einem Tisch.

Das Kunsstudium beinhaltet nur 40 Prozent praktische Arbeit, der Rest ist aufgeteilt ind Kunstgeschichte und Kunstdidaktik.

Foto: WillmyCC

„Ein Akademie-Studium kam für mich nie in Frage“, erzählt der 28-Jährige. Er hatte zwar schon immer eine Leidenschaft für Kunst und für Kunstgeschichte, aber sah sich nie in der Rolle eines freien Künstlers. „Das ist eine Sache der Selbsteinschätzung“, erläutert er, „ich sehe mich einfach mehr als Pädagoge denn als Künstler, auch wenn ich künstlerisches Talent habe.“

Kunst vermitteln können

Seine Einstellung hält Markus Wiludda auch für wichtig, wenn man sich für ein Lehramtstudium entscheidet. „Einige meiner Kommilitonen sehen sich primär als Künstler und betreiben nebenbei Ateliers, aber ich denke, dass man sich zunächst fragen sollte, ob man ein guter Kunstlehrer wird. Wenn man keinen Spaß an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat und dem Stress des Lehrerberufs nicht standhalten kann, ist man hier falsch.“

Im Gegensatz zur freien Kunst beinhaltet das Lehramtsstudium gerade mal 40 Prozent praktische künstlerische Arbeit. „Das Studium ist aufgeteilt in Kunstgeschichte, Kunstdidaktik und Kunstpraxis“, erklärt Markus. „Dazu kommt bei den meisten noch ein zweites Hauptfach, bei mir ist das Deutsch, und bei allen der erziehungswissenschaftliche Teil.“ Das bedeutet für Markus Wiludda, dass Kunst nur eines von zwei Hauptfächern ist. Daneben muss er, wie alle angehenden Lehrer, einige Scheine in Pädagogik machen. Da bleibt deutlich weniger Zeit für die künstlerische Praxis als bei einem reinen Kunststudium. „Wir können nicht den ganzen Tag im Atelier arbeiten, unsere Praxiskurse sind zeitlich wie normale Seminare angelegt.“

Im Grundstudium ist die künstlerische Praxis sehr breit angelegt. „Es gibt bei uns vier Bereiche: Malerei, Plastik – dazu gehören etwa auch Videoinstallationen, Grafik und Fotografie. Aus jedem Bereich muss man zwei Scheine machen.“ Im Hauptstudium sieht das aber anders aus. Da sucht man sich zwei Schwerpunktbereiche aus und belegt vor allem in diesen Bereichen Kurse.

Neben der Kunstpraxis machen Kunstgeschichte und Kunstdidaktik einen großen Teil des Lehramtstudiums aus. Denn zu den Aufgaben eines Kunstlehrers gehört eben auch, Kunstgeschichte zu vermitteln. Das heißt, dass sich angehende Lehrer von Anfang an darauf einstellen müssen, dass es einen viel größeren Theorie-Anteil gibt und die eigene künstlerische Arbeit begrenzt ist.

Vielseitigkeit gefragt

Um für Kunst auf Lehramt angenommen zu werden, musste Markus Wiludda, wie bei den meisten kreativen Studiengängen, zunächst eine Mappe anfertigen. Die Anforderungen sind anders als bei anderen künstlerischen Studiengängen. „Für das Lehramt muss man natürlich auch künstlerisches Talent beweisen, aber es kommt auch auf Vielseitigkeit und Technik an. Wichtig ist, dass man sich traut, auch Arbeiten abzugeben, die nicht dem Schulstandard entsprechen.“ Viele Bewerber fallen auch hier durch die Aufnahmeprüfungen. Dennoch vermutet Markus Wiludda, dass der Anspruch an die künstlerische Begabung geringer ist. „Das ist einfach eine grundsätzlich andere Sache, als bei der freien Kunst“, meint er, „hier geht es weniger darum, bereits vor dem Studium einen künstlerischen Standpunkt entwickelt zu haben.“

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