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Multimedia-Production

Mund-Propaganda

Colin Wernicke (26) hat immer dann gerne Fernsehen geschaut, wenn Werbung lief. In seinem Studium der Multimedia-Production an der Fachhochschule Kiel lernt er wie man gute Werbespots macht — letztlich zu einem guten Zweck.

Foto von Colin Wernicke.

Colin Wernicke mag Werbung und studiert, nach einer Ausblidung zum Mediengestalter, Multimedia Production.

Foto: Privat

Colin Wernicke mag Werbefilme. Er macht sie auch gerne. „Ich kann in einem Spot in unglaublich kurzer Zeit eine Geschichte erzählen, Emotionen vermitteln und nebenbei eine Botschaft transportieren“, sagt er. Deshalb war für ihn nach seinem Abitur klar, dass er in die Branche einsteigen möchte. Und weil er praktisch arbeiten und gerne erstmal etwas Handfestes machen wollte, entschloss er sich zu einer Ausbildung als Mediengestalter in einer Kieler Agentur. Als man ihm nach seiner Ausbildung einen festen Vertrag anbot, sagt er allerdings ab. Denn inzwischen hatte er über einen Kollegen von der Fachhochschule Kiel und dem Studiengang Multimedia-Production gehört. „Ich wollte ja immer noch Filme machen und nicht nur Anzeigenseiten für Magazine und Zeitungen gestalten, deshalb habe ich mich dort beworben“, erzählt er.

Viele Bewerber

Etwa 800 Bewerbungen bekam die Fachhochschule in seinem Jahrgang auf knapp 70 Studienplätze. Der Zugang ist über einen Numerus Clausus geregelt, als sich Colin Wernicke bewarb lag er bei 1,7. „Meine Ausbildung hat sich da als Vorteil erwiesen“, meint er. „Die Zeit wurde mir als Wartesemester angerechnet.“ Damit hatte er auch mit einem eher durchschnittlichen Abitur eine Chance auf einen der begehrten Plätze.

Im ersten Semester beschäftigen sich die Studierenden vor allem mit Medientechnik: Wie funktionieren Kameras, Audiosysteme, wie sieht die Informatikseite hinter all diesen Systemen aus? Wobei an der Fachhochschule unter dem Begriff „Multimedia“ alle Medien verstanden werden: von Audio, über Print bis hin zu Film und Online.

So geht es auch um Grafikdesign. In einem ersten Projekt gestalten die Studierenden zum Beispiel eine Printkampagne für ein Unternehmen. „Dabei ist unser Studiengang äußerst vielseitig angelegt. Es werden sehr viele Themen gestreift, jedoch niemals so vertieft, dass man als Experte in den einzelnen Feldern gelten kann.“

Das Studium ist auf die Vernetzung der verschiedenen Medienbereiche angelegt. Neben dem praktischen Handwerk – um etwa Filme, Fernsehbeiträge, Audiobeiträge für das Radio und selbst Lernprogramme produzieren zu können – lernen die Studierenden auch die wirtschaftliche Seite dahinter kennen, sprich ihre Projekte erfolgreich zu präsentieren und zu verkaufen. Dazu werden sie unter anderem in Rhetorik geschult und können im örtlichen Sprachenzentrum ihre Fremdsprachenkenntnisse erweitern.

Vom Drehbuch bis zum Schnitt

Als Prüfungsleistung muss zu den Klausuren am Ende jedes Semesters ein praktisches Projekt abgegeben werden. „So lernt man das theoretisch und praktisch Erlernte auf kreative Art und Weise gleich einmal anzuwenden“, freut sich Colin Wernicke.

Während der ersten fünf Semester arbeitete er so etwa an einem 3-D-Werbefilm für ein fiktives, neuartiges Kochfeld, an der Neuvertonung eines selbst gewählten Kinofilms und an einem Kurzfilm. Letzterer handelte vom Flirtverhalten von Informatikern und BWLern. Alle Bereiche vom ersten Drehbuchentwurf über die Festlegung der Szenen und das Casting der Darsteller bis hin zum Schnitt wurden von den Studierenden selbst bewältigt. Der Film wurde zum Besten der Hochschule gewählt und gewann letztlich den Medienpreis Schleswig Holstein.

Drittmittel für die Printkampagne

Im Augenblick arbeitet Colin Wernicke an seiner praktischen Abschlussarbeit für das Bachelorstudium. „Es ist eine Aufklärungskampagne gegen Mundkrebs“, berichtet er. „Gegenwärtig versuchen wir dafür Drittmittel zu akquirieren“. Das Projekt umfasst das ganze Feld multimedialer Instrumente: Von Webseiten, über Aufklärungsfilme bis hin zu einer umfangreichen Printkampagne. Sollten genügend Partner für das Projekt gewonnen werden, dann hat Colin Wernicke nach seinem Bachelorabschluss bereits eine feste Projektanstellung direkt an der Fachhochschule, die ihn für die nächsten zwei Jahre beschäftigen wird. „Ich kann mir auch vorstellen als Selbstständiger ins Berufsleben einzusteigen“ meint er. „Nachdem ich jetzt drei Jahre an der Hochschule zugebracht habe, reizt mich das.“ Ob vielleicht doch noch ein Masterabschluss kommen soll, will er allerdings offen lassen.

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