Marco Broscheit wohnt und arbeitet in der Nähe von Dresden. Dort hat er seine Ausbildung und seine Weiterbildung zum Techniker für Elektrotechnik der Fachrichtung Datenverarbeitungstechnik absolviert. Und dort lernt er auch für sein onlinebasiertes Selbststudium. Für die Präsenzveranstaltungen fährt er nach Berlin. Weil er selbst entscheiden kann, wie viele Module er pro Semester belegt, ist er in der Lage, die Berufstätigkeit mit dem Studium gut zu vereinbaren. „Um die Regelstudienzeit von sieben Semestern einhalten zu können, sind sechs Module nötig. Ein Modul und eine Prüfung muss ich auf jeden Fall pro Semester absolvieren“, sagt der 32-Jährige.
Abruf über das Netz
Die multimedial aufbereiteten Materialien für das Studium kann er über das Internet abrufen. Neben Text, grafischen Darstellungen, Animationen und Videos enthalten sie häufig auch interaktive Elemente, die erst bei der Arbeit sichtbar werden, etwa Verweise auf klassische Lehrbücher. Viele Lernmaterialien beinhalten außerdem Testfragen, die der Student ebenfalls online bearbeitet und selbst überprüfen kann. Treten in den Selbstlernphasen Fragen auf, sind die Dozenten über E-Mail immer erreichbar. „ Die Antworten kommen innerhalb von 24 Stunden per Mail“, sagt Marco Broscheit.
Darüber hinaus hat er die Möglichkeit, sich mit Kommilitonen in Foren auszutauschen oder sich zum gemeinsamen Chat zu verabreden. Außerdem nimmt Marco Broscheit mit Kommilitonen an Online-Vorlesungen teil. Über eine Konferenzplattform kann er dem Vortrag seiner Dozenten am heimischen Schreibtisch folgen und sich in die Diskussion einschalten. „Wir erhalten vorab Fragen als PDF, die wir eine Stunde lang gemeinsam diskutieren. Der Dozent steuert den Prozess, in dem er freischaltet, wer sprechen darf. Ähnlich wie in einer realen Vorlesung bietet auch die virtuelle Plattform die Möglichkeit, etwas auf dem Whiteboard für alle zu visualisieren“, berichtet er.
Doch nicht in jedem Fach wird gleich lebhaft diskutiert, manchmal gibt der Dozent erst einmal sein Wissen weiter: „Im Fach Elektrotechnik brauchten wir noch viel Input, so dass der Lehrende vor allem doziert hat“, sagt der Student. Einmal im Monat findet Freitag und Samstag eine Präsenzveranstaltung statt, in der die Studierenden Gelegenheit haben, die gelernten Inhalte gemeinsam mit einem Lehrenden zu rekapitulieren.
Bei Prüfungen persönlich anwesend
In wenigen Wochen wird er zum ersten Mal nach Berlin fahren, um an Prüfungen teilzunehmen. „Auch wenn die meisten Prüfungen in schriftlicher Form erfolgen, ist die persönliche Anwesenheit notwendig.“
Das Online-Studium setzt viel Disziplin und Selbstorganisation voraus. Marco Broscheit versucht, an zwei Abenden in der Woche eine Lernzeit von 90 bis 120 Minuten einzuplanen. Für die Nutzung des Online-Studienmaterials zahlt er pro Semester und belegtem Modul ein sogenanntes Medienbenutzungsentgelt in Höhe von 78 Euro. Für Studierende, die das Studium über BAföG finanzieren, beträgt die Gebühr 53 Euro. Zusätzlich fällt pro Semester die reguläre Einschreibungs- bzw. Rückmeldegebühr der Beuth Hochschule von knapp 100 Euro an. Für die Teilnahme an Online-Studiengängen reichen ein Computer und Internetzugang in der Regel aus, sinnvoll ist außerdem ein Headset für Online-Konferenzen. Wer über normale Anwenderkenntnisse verfügt, ist ausreichend für den Studienalltag gerüstet. Genaue Angaben über die technische Ausstattung und die benötigten Computerkenntnisse finden sich in der Regel auf der Website der Hochschule.
Im letzen Semester wird der angehende Wirtschaftsingenieur ein Praxisprojekt an seinem Arbeitsplatz durchführen, einen Bericht dazu verfassen sowie eine Bachelorarbeit schreiben. „Mein Arbeitgeber unterstützt es, dass ich mich weiterqualifiziere. Zurzeit arbeite ich in der Fertigungsplanung bei einem Hersteller für Drucksensoren an der Schnittstelle zwischen Vertrieb und Fertigung. Das Wissen aus dem Studiengang kann ich dort optimal einbringen.“






