Von Isobaren und Omega-Lagen
Viel Mathe und Physik, aber auch experimentelles Arbeiten: Claire Merker (20) hat sich für den Bachelorstudiengang Meteorologie an der Universität Hamburg entschieden.
Unser Klima als Auftraggeber der Zukunft. Immer mehr Studiengänge widmen sich dem Klimaschutz.
Foto: Guido Naujok
Als das Abitur nahte, war Claire Merker zunächst unschlüssig. „Mathe und Physik hatten mich schon immer interessiert, aber ein reines Studium dieser Fächer wäre mir zu abstrakt gewesen. Daher habe ich mich über anwendungsorientierte Studiengänge in dem Bereich informiert.“ Schließlich entschied sie sich für Meteorologie an der Universität Hamburg, „weil es mich von allen Fächern am meisten interessierte.“
Nahtlos bis zum Master
Ihren Lieblingsfächern begegnete die Studentin, die mittlerweile im fünften Semester angekommen ist, schnell wieder. „In den ersten zwei Semestern hatten wir sehr viel Mathe und Physik, wir saßen in den Vorlesungen sogar mit den Physikern zusammen. Der Matheanteil war auch im dritten Semester noch hoch. Speziell zur Meteorologie gab es erst einmal eine Einführung, in der wir alle Themengebiete angeschnitten haben.“ Ihre Kommilitonen seien teilweise überrascht gewesen vom Ausmaß der Anforderungen, sie hatte sich jedoch darauf eingestellt. „Ich hatte mich zuvor genau über die Inhalte der Pflichtmodule informiert, daher wusste ich, was auf mich zukommt.“ Durchbeißen musste sie sich trotzdem.
Das änderte sich jedoch in den weiteren Semestern. „Seitdem haben wir hauptsächlich meteorologische Lehrveranstaltungen, etwa zum Thema Hydrodynamik, einem Teilgebiet der Strömungslehre. Im Wahlfachbereich können auch interdisziplinäre Bezüge hergestellt werden, zum Beispiel zur Biologie.“ In der Regel besucht sie Vorlesungen, die oft von Übungen begleitet werden, bei denen es wieder auf den Umgang mit Zahlen und großen Datenmengen ankommt. „In manchen Seminaren ist aber auch der Praxisbezug größer, zum Beispiel beim Zeichnen von Wetterkarten“, ergänzt Claire Merker, „und während eines Instrumentenpraktikums haben wir die gängigen Messinstrumente kennengelernt.“
Praktikum in Frankreich
Zurzeit absolviert Claire Merker in Frankreich ihr Pflichtpraktikum. Am Institut für physikalische Meteorologie in Clermont-Ferrand sammelt sie Erfahrung im Umgang mit Radargeräten in Niederschlagsgebieten. Ins Ausland hätte sie nicht unbedingt gehen müssen, nutzte aber die Gelegenheit. „Das habe ich mir so ausgesucht, da ich in Frankreich zur Schule gegangen bin und fließend Französisch spreche. Außerdem kannte mein Professor von der Uni Hamburg den Leiter des Projektes.“
Nach dem sechsten Semester und der Bachelorarbeit will Claire Merker den konsekutiven Masterstudiengang Meteorologie direkt anschließen. „Dann werden wir noch mehr in meteorologische Details gehen“, freut sie sich. „Es wird auf jeden Fall auch eine Lehrexkursion geben, bei der wir im Gelände unsere Messinstrumente aufstellen und eine eigene Messkampagne durchführen.“ Zeit, über ihre konkreten beruflichen Ziele nachzudenken, hat die angehende Meteorologin also noch genug. „Mein Fachgebiet wird sich im Laufe der Jahre herausbilden. Das Aufgabengebiet hängt auch davon ab, ob man an der Hochschule oder in der freien Wirtschaft arbeitet.“ Ihre Richtung aber steht schon so gut wie fest. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, zum Beispiel als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschung zu bleiben und zu promovieren.“






