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Geoenvironmental Engineering

Tüftler mit grünem Gewissen

Im Umweltschutz arbeiten - das reizte Carl-Daniel Mittelbach, als er sich im Internet nach einem Studienfach umsah. "'Geoenvironmental Engineering' an der Technischen Universität Clausthal ist mir auf der Uni-Homepage direkt ins Auge gefallen." Der Pluspunkt für den 21-Jährigen: Das Fach vereint technische und naturwissenschaftliche Aspekte.

Auf dem Bild sind drei Bodenproben in weißen Eimern zu sehen.

Bei einem mehrwöchigen Praktikum in einem Ingenieurbüro hat Carl-Daniel Mittelbach Bodenproben unternommen, die später im Labor untersucht wurden.

Foto: WillmyCC

Zu verstehen, wie die Grundwasserversorgung im Detail funktioniert, zu lernen, wie Abfallprodukte umweltschonend entsorgt werden können, oder das Handwerkszeug für den Ingenieurbau vermittelt zu bekommen: „Das hat mich von ‚Geoenvironmental Engineering’ – oder Geoumwelttechnik – überzeugt. Außerdem habe ich Mathe und Physik schon in der Schule gerne gemacht“, erklärt Carl-Daniel Mittelbach, der den sechssemestrigen Bachelorstudiengang mittlerweile im vierten Semester studiert.

Auf dem Bild ist ein junger Mann mit braunen Haaren zu sehen.

Carl-Daniel Mittelbach

Foto: Privat

Die englische Studiengangsbezeichnung hat den 21-Jährigen bei seiner Wahl nicht abgeschreckt. „Das ist doch im Zuge der Globalisierung normal, dass immer mehr Bezeichnungen auf Englisch erfolgen“, sagt er. Der Studiengangsberater und Dekan der Fakultät Norbert Meyer erklärt: „‚Geoenvironmental Engineering’ hat eine englische Bezeichnung, da dieser Begriff eigentlich weltweit so verwendet und verbreitet ist.“ Die Veranstaltungen im Studiengang sind deutschsprachig, die Inhalte allerdings international ausgerichtet, da es sich um weltweite Aufgabenstellungen handelt. „Außerdem sind etwa die Hälfte der Studierenden keine Bildungsinländer, kommen also aus dem Ausland. Derzeit noch vornehmlich aus China, da dieser Studiengang auch in Kooperation mit der Sichuan University in Chengdu angeboten wird“, fügt er hinzu.

Fit für geoingenieurwissenschaftliche Aufgaben

In den ersten beiden Semestern stehen neben mathematisch-naturwissenschaftlichen Modulen auch Kurse in Geologie oder Technischer Mechanik auf dem Lehrplan. In Semester drei und vier behandeln die Studierenden dann Themen wie Ingenieurbau, Geomechanik, Geoinformationssysteme, Vermessungskunde, Abfallwirtschaft und Deponietechnik, aber auch Betriebswirtschaftslehre und Recht. Eine Vertiefung in der Geotechnik, den angewandten Geowissenschaften und der Umweltschutztechnik sind im dritten Studienjahr vorgesehen.

Die Studierenden sollen für neue Herausforderungen im Bereich des Geo-Umweltingenieurwesens fit gemacht werden. Carl-Daniel Mittelbach ist besonders von den Veranstaltungen zu Ingenieurbau und Geotechnik begeistert. „Im Tunnelbau geht es zum Beispiel darum, zunächst einmal die Eigenschaften des Baugrunds zu bestimmen und die daraus resultierenden Spannungsverläufe im Untergrund zu ermitteln. Daraus ergeben sich dann unter anderem die Stärke der Tunnelwand oder die Statik“, erläutert der gebürtige Hagener, der nach seinem Bachelorabschluss gleich in den gleichnamigen Masterstudiengang an der TU Clausthal einsteigen will – und sich dann noch stärker auf die technische Richtung spezialisieren. „Außerdem möchte ich im Masterstudium ein Auslandssemester machen, etwa in den USA oder Neuseeland. Ich möchte mitkriegen, welchen Stellenwert Umweltschutz in anderen Ländern hat, welches Umweltrecht dort gilt und welche Maßnahmen umgesetzt werden.“

Absolventen des Studiengangs „Geoenvironmental Engineering“ können etwa bei Umweltschutzbehörden, geologischen Diensten, Deponiebetreibern oder Betrieben der Abfallwirtschaft, aber auch in Industrieunternehmen oder Ingenieurbüros arbeiten. Carl-Daniel Mittelbach sieht für sich eher die letztere Variante. „Ich habe bereits ein mehrwöchiges Praktikum in einem größeren Ingenieurbüro gemacht“, erzählt er. Dort hat er zum Beispiel mitgeholfen, Rammkernsondierungen vorzunehmen. „Dabei entnimmt man Bodenproben, die nachher im Labor untersucht werden. Man prüft, wie der Boden sortiert ist, welche Korngröße er hat, wie der Wassergehalt ist, um beispielsweise festzustellen, um welche Bodenart es sich handelt – etwa Sand, Schluff oder Ton“, erklärt er. „Aus den erhaltenen Daten die korrekte Bauweise unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und technischer Aspekte auszuwählen – das könnte ich mir auch für meine berufliche Zukunft vorstellen.“

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