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Ran an die Maschinen

Maschine
Luise Merbach hat als Ingenieurin für Maschinenbau sehr gute Jobaussichten.
Foto: Alex Becker

Maschinenbau an der FH Schmalkalden

Ran an die Maschinen

Bereits Uropa und Opa haben in Schmalkalden studiert, die Mutter ist Ingenieurin und der Vater Werkzeugmachermeister: Luise Merbach ist in puncto Berufswahl erblich vorbelastet. Nun setzt die 25-Jährige die Familientradition fort - sie studiert im dualen Studium an der Fachhochschule Schmalkalden Maschinenbau. Ein Abschluss als Industriemechanikerin ist dabei integriert.

Etappenziel Nummer eins hatte Luise Merbach in ihrem ausbildungsintegrierenden Studium schon nach zweieinhalb erreicht: die abgeschlossene Ausbildung zur Industriemechanikerin bei einer GmbH für Montagetechnik. Das duale Studium an der FH Schmalkalden beginnt zunächst mit zwei Semestern an der Hochschule; in

Luise Merbach

Luise Merbach

Foto: Privat

den sich anschließenden Semesterferien startet die Berufsausbildung im Betrieb. Nach weiteren eineinhalb Jahren in der Ausbildungsstätte ist die Lehre bereits abgeschlossen – mit der IHK-Prüfung zur Industriemechanikerin. Dabei konnten die dualen Studierenden auf die Hälfte der Berufsschulstunden verzichten; die andere Hälfte musste die angehende Ingenieurin während der eineinhalb Jahre im Betrieb absolvieren. „Bei der Abschlussprüfung nahmen wir allerdings keine Sonderstellung ein“, erinnert sich die technikbegeisterte junge Frau. „Im Anschluss an die Ausbildung geht es vier Semester im Studium weiter. Es ist eben alles ein bisschen straffer“, erzählt die 25-Jährige.

„Immer gut durchgekommen“

Luise Merbach gefällt besonders die Verbindung von Theorie und Praxis. „Gerade in der Technik, da möchte man auch etwas anfassen.“ Das durfte sie bereits als Kind mit ihrem Vater in der Werkstatt. Ihre spätere Ausbildungsstelle fand sie gleich in der Nachbarschaft. Im Studium stehen nun komplexe Fächer wie Konstruktion, Fertigungstechnik, Antriebs- und Getriebetechnik, Fabrikplanung und Logistik, Messtechnik, Werkzeugmaschinen auf dem Programm. Schafft sie das? „Wir haben Mathegenies dabei, wenn die rechnen, wird einem schwindelig“, gibt Luise Merbach zu. Sie selbst sei jedoch auch „immer gut durchgekommen“. Automatisierungstechnik etwa sei ein Kinderspiel für sie gewesen,  da sie diese aus der Praxis im Ausbildungsbetrieb bereits kannte. „Alte Schuhe also“, witzelt sie salopp. Wer aber noch nie an einer Fräs- oder Drehmaschine gestanden hat, könne schon ins Schwitzen kommen.

Ebenso wie bei der Bachelorarbeit, die für die Maschinenbaustudentin im Wintersemester 2012/13 ansteht. Danach hat Luise Merbach nach nur viereinhalb Jahren sowohl Ausbildungs- als auch Studienabschluss in der Tasche – und als Ingenieurin sehr gute Jobaussichten. Auch weil sie weiter Kontakt zu ihrem Ausbildungsbetrieb hält. Wie es für sie nach dem Studium weitergeht, darüber entscheidet die 25-Jährige jedoch nicht alleine. Ihre beiden Kinder, sieben und fünf Jahre alt, werden bei der Stellenwahl ein Wörtchen mitreden. Für die angehende Maschinenbauerin ist jedenfalls klar: „Das Bauchgefühl muss stimmen“.

abi>> 16.12.2011