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Schöner Wohnen im Holzhaus

Eine Holzlatte wird gesägt.
Holz bearbeiten und Bauprojekte konstruieren und managen, das lernt Lisa Göppert in ihrem dualen Studium.
Foto: Julien Fertl

Holzbau dual

Schöner Wohnen im Holzhaus

Lisa Göppert fasziniert der Umgang mit dem Material Holz – praktisch und theoretisch. Deshalb hat sich die 21-Jährige dazu entschieden, beides miteinander zu kombinieren und studiert dual an der Hochschule Biberach „Projektmanagement Holzbau/ Bauingenieurwesen“. Den Gesellenbrief als Zimmerin hat sie bereits in der Tasche.

In einem Holzhaus hat man ein ganz anderes Raumempfinden. Wenn man das einmal erlebt hat, möchte man nicht mehr anders wohnen“, findet Lisa Göppert. „Wenn ich mit meinem Studium fertig bin, kann ich Wohnhäuser bauen, aber auch Gewerbebauten wie Hallen aus Holz oder auch Brücken. Es gibt auch Holzhochhäuser, aber dieser Gewerbezweig ist noch in der Forschung“, schildert die Studentin im dritten Semester begeistert.

Für Lisa Göppert ist eigentlich klar, dass sie sich im Studium auf den schlüsselfertigen Hausbau aus Holz spezialisieren möchte – sie hätte aber auch die Wahl, sich ab dem sechsten Semester für Infrastrukturbau oder Ingenieurhochbau zu entscheiden. „Das ist ideal an dem Studiengang, dass wir trotz der Ausbildung nicht für immer auf Holz festgelegt sind“, sagt sie.

Parallel zur Ausbildung studieren

Ein Porträt-Foto von Lisa Göppert

Lisa Göppert

Foto: privat

Nach ihrem Abitur stieß sie während eines Freiwilligen Sozialen Jahrs zufällig auf das Studienangebot ihrer Hochschule und war sofort Feuer und Flamme. Zunächst musste sie einen Meisterbetrieb finden, in ihrem Fall der elterliche Betrieb Etztal-Holzhaus GmbH, und innerhalb von nur zwei Jahren die Ausbildung zur Zimmerin erfolgreich abschließen – aber auch gleichzeitig studieren.

Im Unterschied zur normalen Ausbildung besuchte Lisa Göppert während der Berufsschulblöcke nicht an fünf Tagen die Schule, sondern nur an drei. Zwei Tage waren dem Studium vorbehalten, sodass sie neben der Ausbildung bereits ein Studiensemester absolvierte.

„Man braucht nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch den Willen und die Stärke, das in nur zwei Jahren durchzustehen. Es ist nicht immer leicht, von morgens bis abends hart zu arbeiten“, sagt Lisa Göppert. Motivierend für sie war dabei, täglich zu sehen, dass sie etwas erschaffen hat: „Es macht Spaß, mit Holz zu arbeiten. Manchmal muss man zwar schwere Balken herum hieven, aber es ist leicht, Holz zu bearbeiten“, betont sie.

Die Studentin hat in dieser Zeit unter anderem Wände vormontiert. „Wir mussten das Holz verschrauben, das auf Längen abgesägt bei uns ankommt. Die fertigen Wände werden auf dem Lkw gelagert bis alle Platten für ein Haus fertig sind.“ Anschließend ging’s auf die Baustelle: Wände montieren, dämmen und Fenster und Türen setzen.

Handwerk, Gestaltung und Ingenieurswissen

„Das duale Studium soll die Kommunikation auf der Baustelle erleichtern“, erklärt Lisa Göppert und meint damit ihre zukünftige Aufgabe: die Brücke zwischen Handwerkern auf der einen Seite und Architekten auf der anderen Seite zu schlagen.

Im Studium wurden zunächst grundlegende Kenntnisse wie Baukonstruktion vermittelt, Mathematik und technische Mechanik sowie Grundlagen zur Planung und zum Entwurf. Wie man einen Betrieb führt mit Rechnungswesen, Controlling und Wirtschaftswissenschaften und auch Personalmanagement ist für höhere Semester vorgesehen.

Beruf in allen Facetten kennenlernen

Zum Ende des Studiums kann Lisa Göppert neben dem Bachelor noch den Meistertitel erwerben und Polierin werden. Der Polierkurs wird in den Sommersemesterferien angeboten und direkt nach dem Bachelor kann sie die Meisterprüfung ablegen. „Es ist super, dass man nicht Extra-Zeit braucht, aber man muss auch sehen, dass man konsequent dran bleibt“, sagt die Studentin.

Für das insgesamt siebensemestrige Studium ist ein Praxissemester vorgesehen, das Lisa Göppert in einer großen Firma machen möchte, die viel automatisiert haben. Sobald sie ihren Bachelor in der Tasche hat möchte die 21-Jährige Erfahrungen im Projektmanagement machen. „Und irgendwann möchte ich dann vielleicht wieder zurück in den elterlichen Betrieb, um dann in meinem Studienberuf zu arbeiten.“

abi>> 27.05.2019