Zwei Abschlüsse in drei Jahren
Aviation Management studieren und gleichzeitig eine Ausbildung zur Luftverkehrskauffrau machen: ideal für Christina Haag (22), die die Praxisphasen bei der Lufthansa in Frankfurt durchläuft und die Theorie an der Europen Business School (EBS) in Oestrich-Winkel.
"Teamgeist wird bei der Lufthansa großgeschrieben, daher machen die Praxis-Einsätze viel Spaß", sagt Christina Haag.
Foto: Lufthansa
Als Christina Haag sich im Zuge der Berufswahl auf dem Karriere-Portal der Lufthansa umsah, fand sie ein Angebot, das zu ihren vielseitigen Interessen passte: Den Studiengang „Bachelor of Science in Aviation Management” und parallel dazu die Berufsausbildung zur Luftverkehrskauffrau. Dafür kooperiert die Lufthansa mit der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Oestrich-Winkel. „Das war die perfekte Verbindung. Ich wollte auf jeden Fall etwas in Richtung Luftfahrt machen, zugleich aber hielt ich ein Studium der Betriebswirtschaftslehre für sinnvoll.“ Seit September 2007 sind ihre Tage ausgefüllt. „Es ist schon eine hohe Belastung, die ich aber nicht als negativ empfinde. Das erste Semester war sehr anstrengend, aber dann wächst man in den Alltag hinein und findet seinen Weg, mit dem Pensum umzugehen. Teamgeist wird bei der Lufthansa großgeschrieben, daher machen die Praxis-Einsätze auch viel Spaß.“
Studentin und Auszubildende
Etwa zwei Drittel ihrer Zeit verbringt Christina Haag mit dem Studium in Oestrich-Winkel. Für einen Großteil der Praxiseinsätze pendelt sie rund 40 Kilometer nach Frankfurt am Main. Im verbleibenden Drittel erwirbt sie das luftfahrtspezifische Wissen für den Ausbildungsberuf, besucht dafür die Schule für Touristik, ebenfalls in Frankfurt. Auf den Blockunterricht folgen jeweils kaufmännische oder operative Einsätze – beispielsweise in der Fluggastbetreuung und der Flugzeugabfertigung – bei denen sie praktische Erfahrungen im Unternehmen sammelt. „Bei den operativen Einsätzen sind Bereiche wie Lufthansa Cargo, der Vertrieb oder Check-in Pflicht. Bei den kaufmännischen Einsätzen kann man sich für den Bereich bewerben, den man jeweils bevorzugt.“ Sie selbst bekommt in der Abteilung Mergers & Acquisitions derzeit Einblicke in die Thematik Unternehmenszukäufe und -verkäufe. Danach steht ein Einsatz in der Abteilung „Fuel Efficiency“ an, die für die Optimierung des Kerosinverbrauches zuständig ist.
Auch Auslandserfahrung konnte Christina Haag bereits sammeln: Ein Semester verbrachte sie in Kanada an der University of Western Ontario. „Dort belegte ich drei Kurse mit Bezug zur Luftfahrt und zwei weitere im Bereich Betriebswirtschaftslehre.“ Im Rahmen ihrer praktischen Einsätze reiste sie außerdem für sechs Wochen nach Vietnam. In Ho-Chi-Minh-Stadt (vormals Saigon) absolvierte sie ihren Pflicht-Einsatz im Bereich „Cargo“.
Im Laufe der vergangenen fünf Semester hat Christina Haag festgestellt: „Man sollte ein umgänglicher, weltoffener Mensch sein, der mit verschiedenen Situationen klarkommt. Wichtig sind auch gute Englischkenntnisse, zumal auch die Vorlesungen und Seminare größtenteils in dieser Sprache gehalten werden.“ Obwohl sie schon in der Schule Englisch als Leistungskurs gewählt hatte, habe sie sich deshalb anfangs Sorgen gemacht. „Aber dann bin ich gut hineingewachsen und habe mir die Fachbegriffe von Anfang an auf Englisch angeeignet.“ Die Anteile des Studiums liegen bei etwa 60 Prozent BWL und 40 Prozent Aviation Management, also luftfahrtspezifischem Wissen. „Mit meinem betriebswirtschaftlichen Hintergrund könnte ich später auch in einer ganz anderen kaufmännischen Position arbeiten.“
Entlastung bei den Studiengebühren
Die EBS Universität ist eine private Hochschule. Die dadurch anfallenden Studiengebühren waren für Christina Haag kein Hinderungsgrund, denn sie werden in diesem Fall komplett von Lufthansa übernommen. Dazu gibt es das Ausbildungsgehalt. „So ist das duale Studium finanziell gut zu bewältigen“, freut sich die Teilnehmerin. „Ein Nebenjob wäre bei dem Pensum auch kaum drin.“ Nach ihrem Abschluss zum Jahresende 2010 kann sie mit einer Festanstellung rechnen. „Geplant ist, dass ich zunächst weiterhin in der Abteilung Fuel Efficiency arbeite. Dann würde ich gerne weitere Bereiche kennenlernen. Aber ich möchte auf jeden Fall in der Luftfahrt bleiben.“






