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Gehobener Zolldienst

Den Warenverkehr im Blick

Beamtin im gehobenen Zolldienst werden, das ist Jacqueline Steubes Ziel. Dafür absolviert die 20-Jährige den Diplomstudiengang für den gehobenen Zolldienst an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Münster und in verschiedenen Zolldienststellen. Absolventen nehmen verwaltende Aufgaben im Büro wahr, sind im Zollabfertigungsdienst, an Flug- und Seehäfen oder bei Kontrolleinheiten im Landesinneren im Einsatz.

Auf dem Foto ist Jacqueline Steube vor dem Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung zu sehen, wo sie die theoretischen Phasen ihres Diplomstudiums absolviert. Sie hat lange, blonge Haare, trägt eine blau-weiß-schwarz karierte Bluse und lächelt in die Kamera.

Jacqueline Steube wird Beamtin im gehobenen Zolldienst.

Foto: privat

Während ihres Praktikums auf dem Flughafen Frankfurt/Hahn war Jacqueline Steube bei einigen Aufgriffen dabei: Beispielsweise hatte ein Zigarettenschmuggler versucht, 116 Stangen in zwei Reisetaschen unbemerkt durch den Zoll zu bringen. Bei einem anderen Passagier konnten illegale Substanzen in einer Shampooflasche nachgewiesen werden.

Hört man solche Geschichten, könnte man meinen, der Zoll gehöre zur Polizei. Tut er aber nicht: Er ist dem Bundesfinanzministerium unterstellt, denn in der Zollverwaltung geht es hauptsächlich darum, Zoll- und Steuerabgaben zu erheben und den grenzüberschreitenden Warenverkehr zu überwachen. Darum findet das duale Studium für den gehobenen Zolldienst auch am Fachbereich Finanzen der FH des Bundes statt, der in das Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung in Münster integriert ist. Hier absolviert Jacqueline Steube, die aus Hartenfels im Westerwald stammt, seit 2010 den theoretischen Teil ihrer Ausbildung. Die Praxisabschnitte macht sie bei den Zolldienststellen des Hauptzollamts, bei dem sie sich für das duale Studium beworben hat. In ihrem Fall ist das die Bundesfinanzdirektion Südwest mit Sitz in Neustadt an der Weinstraße. Loslegen konnte sie allerdings erst nach erfolgreich bestandenem Auswahlverfahren: Dieses umfasst einen schriftlichen Test, in dem etwa mathematisches und Sprachverständnis sowie Allgemeinwissen abgefragt werden, und einen mündlichen Teil inklusive Gruppenübung, Rollenspiel, Vortrag und Interview. Bislang ist die 20-Jährige, die während ihrer Ausbildung den Status Finanzanwärterin hat und Beamtin auf Widerruf ist, begeistert: „Mir gefällt es, ich brauche viel Abwechslung und der Stoff ist breit gefächert.“

Das Grundstudium, in dem unter anderem staatsrechtliches, rechtliches und politisches Basiswissen sowie Organisation, Betriebswirtschaftslehre und Sozialwissenschaften vermittelt werden, hat sie schon durchlaufen und die Zwischenprüfung bestanden. Im Hauptstudium lernt sie Abgaben- und Zolltarifrecht kennen, den grenzüberschreitenden Warenverkehr und das Branntweinmonopol. Dazu kommen Managementlehre oder Rechnungswesen der öffentlichen Verwaltung. Auch die nächsten praktischen Einsätze stehen bevor: im Hauptzollamt Abteilung Haushalt und bei der mobilen Kontrolleinheit, die LKW und deren Ladungen auf Autobahnparkplätzen kontrolliert.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Absolventen des dualen Studiums können in verschiedenen Bereichen zum Einsatz kommen: In der allgemeinen Verwaltung leiten sie zum Beispiel später in einem Hauptzollamt ein Sachgebiet, wie etwa Zollangelegenheiten oder Verbrauchssteuern, und koordinieren Personal und Organisation. Im Zollabfertigungsdienst sind die Beamten des gehobenen Zolldienstes beispielsweise an Flug- oder Seehäfen im Einsatz, wo sie unter anderem Warenflüsse überprüfen und Frachtpapiere sowie Ein- und Ausfuhrgenehmigungen kontrollieren. Im Grenzaufsichtsdienst überwachen sie den deutschen Teil der Zollgrenzen der Europäischen Union, kontrollieren aber auch Fahrzeuge und Ladungen im Landesinneren, um etwa die Ein- und Ausfuhr verbotener Waren und Substanzen zu unterbinden. Die Zöllner gehen aber auch gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung vor und führen in verschiedenen Branchen Betriebskontrollen durch. 

Was wird, wenn Jacqueline Steube im Juli 2013 die Laufbahnprüfung für den gehobenen Dienst abschließt und Diplom-Finanzwirtin (FH) ist, weiß sie noch nicht. Erst kurz vorher werden offene Stellen bekannt, auf die sich die Zöllner bewerben können. Am liebsten würde die 20-Jährige bei der Bundesfinanzdirektion Südwest bleiben.

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