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Lernen in einem Schloss

Auf dem Foto sind Geldscheine und Münzen zu sehen.
Die Deutsche Bundesbank sorgt dafür, dass das deutsche Finanzsystem stabil bleibt.
Foto: Martin Rehm

Hochschule der Deutschen Bundesbank

Lernen in einem Schloss

Kim Robin Erhart (22) studiert an der Hochschule der Deutschen Bundesbank. Das ist ein bisschen wie ein Internat, mit hohem Praxisanteil. Nach dem Bachelorabschluss wird er Beamter im gehobenen Bankdienst.

Als die Finanzkrise vor einigen Jahren begann, las Kim Robin Erhart immer häufiger über die Bundesbank und deren Arbeit. „So wurde ich auf ihre umfangreichen Aufgaben aufmerksam“, erzählt der 22-Jährige. Als Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland soll sie dafür sorgen, dass unser Finanzsystem stabil bleibt. Das fand Kim Robin Erhart so interessant, dass er sich an der Hochschule der Deutschen Bundesbank in Hachenburg in Rheinland-Pfalz bewarb. Im Aufnahmeverfahren musste er unter anderem einen Englischtest bestehen, eine Gruppenaufgabe lösen und sich einem Einzelgespräch stellen – und er überzeugte: Seit April 2014 ist er nun für das dreijährige duale Bachelorstudium „Central Banking – Zentralbankwesen“ eingeschrieben.

„Die Deutsche Bundesbank hat ganz andere Aufgaben als eine Geschäftsbank“ – und auch das Studium läuft anders ab als an anderen Hochschulen: Es gibt zum Beispiel keine klassische Aufteilung in Semester, und die Studiengruppen sind mit etwa 30 Leuten eher klein. Außerdem erhält er ein Nettogehalt von rund 1.100 Euro.

Familiäre Atmosphäre

Ein Porträt-Foto von Kim Robin Erhart

Kim Robin Erhart

Foto: Privat

Die Hochschule ist in einem Schloss untergebracht, wo die Studierenden wie in einem Internat auch wohnen und verpflegt werden. „So entsteht eine familiäre Atmosphäre“, erzählt Kim Robin Erhart, der auch in der Freizeit viel mit seinen Kommilitonen unternimmt.

Das Studium ist aufgeteilt in 24 Monate Theorie in der Hochschule und eine zwölfmonatige Praxisphase. Während der Theoriephasen beginnt die erste Vorlesung um 7.30 Uhr, und bis zum Mittag oder Nachmittag folgen noch weitere. „Anschließend bereite ich den Stoff in kleinen Lerngruppen nach.“ Praktisch an der Hochschule im Schloss sei, dass die Dozenten immer schnell erreichbar und ansprechbar sind.

„BWL-Themen mit hohen VWL- und rechtswissenschaftlichen Anteilen“ – so umschreibt Kim Robin Erhart den Studiengang. Auf dem Stundenplan stehen zum Beispiel Statistik, Informatik und Finanzmathematik. Er lernt im Themenkomplex „Bankenaufsicht“, wie Geschäftsbanken ihr Risikomanagement gestalten müssen, und in „Jahresabschluss- und Finanzanalyse“, ob ein Unternehmen oder eine Bank finanziell gut oder schlecht dasteht.

Praxisphasen in den Filialen und der Zentrale

Nach der Hälfte des Studiums hat er sich außerdem für den Schwerpunkt „Bankbetriebliche Funktionen“ entschieden. Da geht es um Bank- und Zentralbanksteuerung, um Organisationslehre sowie Personal- und Vertragsmanagement.

Zwischendrin haben die Studierenden mehrere sechswöchige Praxisphasen in einer der Filialen der Deutschen Bundesbank. Kim Robin Erhart hat dort die Aufgaben unterschiedlicher Teams kennengelernt – sie nehmen Einzahlungen von Geschäftsbanken entgegen, bereiten Geldbestellungen vor und zahlen sie aus, oder sie prüfen eingezahltes Geld auf Echtheit. Weitere Praxis-Stationen werden ihn später noch in die Zentrale und die Hauptverwaltungen der Deutschen Bundesbank führen.

Nach dem Bachelorabschluss wird er Beamter im gehobenen Bankdienst sein. In welchem Bereich er dann genau arbeiten möchte, kann er im Moment noch nicht sagen. Im bisherigen Studienverlauf gefiel ihm aber das Feld Zahlungsverkehrssysteme gut. „Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dort später einmal zu arbeiten.“

abi>> 20.10.2015

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