Arbeiten in Barcelona
Spanien kannte Malaika Götz (21) schon von einem Auslandssemester in Granada. Nun entschied sie sich auch noch für ein Praktikum in Spanien: bei GFT Technologies in Barcelona.
"Mit der Kenntnis der Sprache fällt das ganze Leben im Ausland leichter." Malaika Götz macht ein Praktikum in Spanien.
Foto: Privat
„Eigentlich wollte ich in ein arabisch sprechendes Land, aber es war zu schwierig, dort ein geeignetes Praktikum zu finden. Spanien als zweite Wahl lag nahe, weil ich schon Spanisch spreche und mir das Land gut gefällt. Zudem fand ich das Projekt, an dem ich arbeiten sollte, sehr interessant“, berichtet Malaika Götz. Die 21-Jährige studiert an der Hochschule Heilbronn International Business and Intercultural Studies. Das sechsmonatige Praxissemester ist fester Bestandteil ihres Studiums. „Mir war vor allem wichtig, dass ich eine Tätigkeit finde, die mich auch beruflich weiterbringt“, erklärt sie.
Bei GFT arbeitet sie unter anderem an einem viersprachigen Begrüßungs-Programm für alle neuen Mitarbeiter. Hier kann sie ihre Spanisch- und Englischkenntnisse gut einsetzen. Auch bei der Wohnungssuche war ihr Internationalität wichtig. „In meiner WG kommt jeder aus einem anderen Land. Wer nur mit Deutschen zusammen ist, lernt die Sprache und die Kultur des anderen Landes nie richtig kennen“, meint die Praktikantin. Sie plädiert auf jeden Fall dafür, die Sprache des Gastlandes zu lernen, auch wenn es für den Job vielleicht nicht unbedingt notwendig ist. „Mit der Kenntnis der Sprache fällt das ganze Leben im Ausland leichter.“
Später anfangen, später aufhören
Den Auslandsaufenthalt sieht sie in erster Linie als Vorbereitung auf die spätere Arbeit: „Ich möchte gern in einem international tätigen Unternehmen anfangen“, plant die Studentin. „Ich könnte mir auch vorstellen, ein paar Jahre ins Ausland zu gehen – aber auf Dauer möchte ich schon in Deutschland leben.“ Erst wenn man eine Weile fern von zu Hause verbracht hat, fiele einem auf, welche Vorteile das Leben in Deutschland hat, so die Erfahrung von Malaika Götz. Zum Beispiel sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland einfacher als in Spanien. „Wir sind in Sachen Mutterschutz oder Teilzeit doch viel fortschrittlicher als Spanien.“
Auch im Büro merkt die Praktikantin Unterschiede zur deutschen Mentalität: „Das fängt bei den Arbeitszeiten an: Vor neun Uhr morgens kommt kaum jemand ins Büro – dafür arbeiten die Kollegen abends länger.“ Darüber hinaus herrsche in Spanien ein anderes Hierarchiedenken: „Die Mitarbeiter sind gegenüber ihrem Vorgesetzten zurückhaltender als in Deutschland.“
Auf diese und weitere Besonderheiten muss man sich einlassen, wenn man im Ausland arbeitet. Daher rät Malaika Götz allen, die eine Weile im Ausland tätig sein wollen, flexibel und offen zu sein: „Oft laufen Dinge anders als erwartet.“ Anschluss zu jungen Spaniern zu bekommen, war anfangs nicht leicht. „Viele Kollegen haben Familie und sind älter als ich. Da muss man Eigeninitiative ergreifen, um außerhalb des Büros Freunde und Bekannte zu finden.“ Während ihres Auslandssemesters sei es einfacher gewesen, Kontakte zu knüpfen.
Malaika Götz ist jedenfalls froh, sich für das Praktikum bei einem deutschen Unternehmen mit Standort in Spanien entschieden zu haben: „In vielen Ländern sind Praktika unbekannt oder werden nicht bezahlt. Oft wissen die Unternehmen auch gar nicht, wie sie Studenten sinnvoll einsetzen können.“ Ihr Praktikum, das zwischen Personal- und Kommunikationsabteilung angesiedelt ist, wird ihr bei der späteren Jobsuche hingegen sicherlich hilfreich sein.





