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Rubrik Lehrer und Eltern


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Stralsund

Raue Winde, reichlich Sonne

Stralsund hat einiges zu bieten: Backsteingotik, raue Gemütlichkeit und eine überaus lohnende Studienatmosphäre.

Das Foto zeigt die Skyline von Stralsund.

Eine einmalige Lage an der Ostsee: Stralsund

Foto: Rödel

Das findet auch BWL-Studentin Anne Hartmann (24) aus Naumburg an der Saale: „Ich wollte nach Stralsund – vor allem wegen des ZEIT-Hochschulrankings, in dem die Fachhochschule glänzte. Ein Zusatzbonus war die Nähe zur Ostsee.“ Inzwischen studiert sie im dritten Semester an der Fachhochschule Stralsund (FH), der einzigen Hochschule der Stadt. Die 24-Jährige hat sich gut eingelebt. Anne Hartmann jobbt als studentische Hilfskraft an ihrer Fachhochschule und engagiert sich als Vorsitzende in der Studentischen Unternehmensberatung e.V. „Hier kann ich das Gelernte in der Praxis kennenlernen und umsetzen.“ Auch mit der Stadt ist

Das Foto zeigt ein Porträt von Anne Hartmann. Sie hat blonde Locken und trägt eine Brille.

Anne Hartmann, BWL-Studentin

Foto: Privat

sie sehr zufrieden. „Stralsund ist sehr schön, hat ein wunderbares Flair.“ Sie schwärmt von der gut erhaltenen Altstadt der vorpommerschen Hansestadt, von ihrer Hafeninsel mit dem Meeresmuseum Ozeaneum und der Bark „Gorch Fock“, früher ein Marineausbildungsschiff, heute ein Museum.

Klein, fein, stürmisch

Die Stadt am Strelasund, einem Meeresarm der Ostsee, zählt rund 59.000 Einwohner, die Hochschule rund 2.700 Studierende. „Stralsund hat als Welterbe in dieser landschaftlich einmaligen Lage an der Ostsee einen ganz besonderen Reiz für Einheimische und Besucher“, sagt Peter Fürst, Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung. „An keiner anderen Hochschule in Deutschland kann man das Motto ’Studieren, wo andere Urlaub machen’ so wahr machen wie hier“, ergänzt Ute Harder, Beraterin im Hochschulteam der Arbeitsagentur Stralsund. „Wenn die Sonne lacht, verlegen etwa die Betriebswirtschaftler schon mal eine Vorlesung an den Strand der FH.“

Die Hanse ist noch überall spürbar: Es gibt prächtig sanierte Bürgerhäuser in der Altstadt, die seit 2002 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist. An Stralsunds altem Markt liegt das Rathaus, ein bedeutender Bau nordischer Backsteingotik, direkt daneben die bekannte Kirche St. Nikolai. Markante Punkte der Stadtsilhouette sind auch die Marien- und die Jakobikirche. Wer sich den Wind um die Nase wehen lassen will, tut das am besten bei einem Spaziergang über die Sundpromenade oder an der Nordmole – entlang zahlreicher Yachten. „An das Wetter hier oben musste ich mir erst gewöhnen“, sagt Anne Hartmann. „Im Frühjahr und Herbst gibt es manchen heftigen Sturm. Dafür scheint im Sommer oft die Sonne, wenn es im Rest von Deutschland trüb aussieht.“

Stadt der Hanse

2009 feiert Stralsund das 775. Jahr seines Bestehens: 1234 wurde die Backsteinstadt erstmals urkundlich erwähnt, ehe sie als Schauplatz der Hanse den Handel zu See entscheidend mitbestimmte. Die Macht der Hanse brachte Reichtum und Selbstbewusstsein, das sich bis heute im Stadtbild zeigt: in Kirchen, Rathaus, Befestigungsmauern, Toren und Türmen. Moderner Kontrastpunkt ist die Rügenbrücke, die seit 2007 über den Strelasund nach Rügen führt.

Wirtschaftlich ist Stralsund in drei Richtungen geprägt: „Schwerpunkte sind die maritime Wirtschaft, der Tourismus und der Dienstleistungssektor“, sagt Peter Fürst vom Amt für Wirtschaftsförderung. „Auch die Fachhochschule hat eine große Bedeutung für das wirtschaftliche und kulturelle Leben. Durch ihre besondere Ausrichtung auf Maschinenbau, Informatik, Tourismus und Wirtschaft kann sie einheimische Unternehmen wirtschaftlich unterstützen und wissenschaftliche Impulse zur weiteren Unternehmensentwicklung geben.“

Mieten sind mit knapp sechs Euro Kaltmiete pro Quadratmeter vergleichsweise hoch: Die Küste ist begehrt. „Wohnungen in Altstadthäusern sind schon sehr teuer“, sagt Studentin Anne Hartmann. „Sobald man außerhalb der Altstadt wohnt, werden die Mieten erschwinglicher.“ Das bestätigt Ute Harder vom Hochschulteam der

Das Foto zeigt ein Porträt von Ute Harder. Sie hat kurze braune Haare trät eine grüne Bluse.

Ute Harder, Hochschulteam der Arbeitsagentur

Foto: Privat

Arbeitsagentur: „Viele Studenten wohnen etwa in der zu Studentenwohnungen ausgebauten alten Eisengießerei, in einer modernisierten Klosteranlage oder in einer der vielen Wohngemeinschaften in den alten Bürgerhäusern der Stadt.“ Doch auch die Wohnungsgenossenschaften werben um die studentische Gunst, bieten günstige Wohnungen und WG-Zimmer an, auch ein Studentenwohnheim gibt es.

Um sich das Studentenleben zu finanzieren, bietet Stralsund zahlreiche Möglichkeiten: „Es gibt die typischen Studentenjobs vom Pizzafahrer über Kellner, Verkäufer im Supermarkt oder Interviewer“, sagt Anne Hartmann. „Besonders im Sommer werden immer wieder Aushilfen in Hotels, Restaurants und Cafés gesucht. Dies gilt nicht nur für Stralsund, sondern auch für die Insel Rügen oder Fischland-Darß.“ Die FH suche oft studentische Hilfskräfte in der Verwaltung oder als Tutoren für die Professoren.

 

Der Hochschulstandort Stralsund

Einwohner: rund 59.000

Studierende: rund 2.700

Hochschule: Fachhochschule Stralsund

Studiengebühren: nein (Semesterbeitrag 37,50 Euro)

Miete: ab 135 Euro für einen Platz im Doppelzimmer im Studentendorf (Wohnheimanlage) Holzhausen, ab 168 Euro fürs Einzelzimmer (18 Wohnhäuser mit insgesamt 308 Wohnheimplätzen, vermittelt vom Studentenwerk Greifswald), privat rund 7,80 Euro Warmmiete pro Quadratmeter.

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