Backsteingotik am Bodden
Greifswald ist fest in Studentenhand. Die Hansestadt besitzt nicht nur eine altehrwürdige Alma Mater, sondern überzeugt auch mit einem regen Kulturleben, maritimem Flair und kurzen Wegen.
Die Markt Nordseite in Greifswald
Foto: Krüger
Moderne Ausstattung
Rund 70 Institute, Zentren und Forschungseinrichtungen tragen ebenfalls dazu bei, dass die Studis Greifswald fest im Griff haben. „Angehende Mediziner werden in einer der modernsten Unikliniken Deutschlands ausgebildet. Es gibt ein Biotechnikum und ein Technologiezentrum, wo Neugründer in jeder Hinsicht unterstützt werden. Gute Chancen also nicht nur für Praktika, sondern auch, um schon als Student eigene unternehmerische Ideen in die Tat umzusetzen“, schwärmt Oberbürgermeister Arthur König über seine Stadt. Er hat einst selbst an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität studiert und später dann als Wissenschaftler an der Medizinischen Fakultät gearbeitet.
Gelehrsamkeit und unternehmerisches Denken prägen das Schicksal der Stadt seit dem Mittelalter. Die Mitgliedschaft in der Hanse sorgte ab 1278 für schwungvolle Handelsbeziehungen. Mit ihrem Gründungsjahr 1456 ist die Ernst-Moritz-Arndt-Universität eine der ältesten Universitäten Deutschlands.
Kein Wunder, dass der Hochschulstandort auch den Arbeitsmarkt entscheidend prägt: Ein Drittel der Arbeitsplätze Greifswalds ist direkt oder indirekt mit der Universität und ihren Forschungseinrichtungen verbunden. Auch viele Studierende arbeiten in Forschung und Lehre, wie Studienberater Stefan Drews berichtet: „Einen Job als studentische Hilfskraft zu finden ist bei uns leichter als an einer Massen-Uni.“ Aber auch anderweitig könne man Studentenjobs finden, etwa in einem der Callcenter in der Stadt oder in der Gastronomie.
Die Mieten sind wie die Lebenshaltungskosten insgesamt zwar erschwinglich, doch gerade auf preiswerten Wohnraum herrsche großer Andrang. Die Stadtverwaltung bemüht sich aber um Abhilfe: Studierende, die ihren Hauptwohnsitz in Greifswald anmelden, erhalten 150 Euro Umzugshilfe.
Romantik und Ruinen
Viele universitäre Einrichtungen finden sich inmitten der historischen Altstadt Greifswalds. Deren Panorama ist geprägt von den drei gotischen Kirchen, darunter die imposante Marienkirche, von den Einheimischen liebevoll die „Dicke Marie“ genannt.
Die historischen Bürgerhäuser am Marktplatz zeugen vom schwungvollen Seehandel und werden auch von zahlreichen Touristen bewundert – dank der nahegelegenen Ostseeküste und der Inseln Rügen und Usedom liegt Greifswald inmitten einer der beliebtesten Urlaubsregionen Deutschlands. Für eine Prise Seefahrtsromantik sorgen der Museumshafen in Greifswald – mit 47 historischen Schiffen der größte seiner Art in Deutschland – sowie der Ortsteil Wieck, ein ehemaliges Fischerdorf mitsamt idyllischem Segler- und Fischereihafen. Nicht wegzudenken ist auch die Ruine des Klosters Eldena, von der im Jahr 1248 die Gründung Greifswalds ausging. Wer sich beim Anblick ihrer Ruine an das Schaffen des Malers Caspar David Friedrich erinnert, liegt richtig: Dieser berühmte Sohn der Stadt hat sie als Motiv auf seinen Bildern verwandt – ebenso wie die schmucken Kaufmannshäuser und den Dom St. Nikolai, in dessen Nähe das Geburtshaus des Meisters heute allen Besuchern offensteht. Das Stadtwappen Greifswalds zeigt den Greifen, ein Fabelwesen, dem Klugheit und Weitsicht nachgesagt werden.
Der Hochschulstandort Greifswald
Einwohner: rund 60.000
Studierende: etwa 12.000
Hochschule: Ernst-Moritz-Arndt-Universität
Studiengebühren: In Mecklenburg-Vorpommern gibt es keine Studiengebühren. Der Semesterbeitrag der Ernst-Moritz-Arndt-Universität beträgt 55,50 Euro
Miete: 132 Euro für ein Einzelzimmer von 11 Quadratmetern in einem der fünf Wohnheime des Studentenwerks (insgesamt 980 Wohnheimplätze); privat rund 6,80 Euro Warmmiete pro Quadratmeter.
Mensapreise: Zwischen 1,00 und 4,10 Euro für ein Gericht.






