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Wiesbaden

Studieren in der hessischen Landeshauptstadt

Mit seinen Thermalquellen zählt Wiesbaden zu den ältesten Kurbädern Europas. Die Stadt ist außerdem Sitz zahlreicher Landesämter sowie von Bundesämtern wie dem Statistischen Bundesamt oder dem Bundeskriminalamt. Aber auch im akademischen Bereich hat sie einiges zu bieten.

Auf dem Foto ist das Wiesbadener Kurhaus zu sehen. Der Stil erinnert an römische und griechische Tempel, mit Säuleneingang und Kuppel. Davor erstreckt sich ein Park mit Brunnen.

Schönes Beispiel der Wiesbadener Kurarchitektur: Das Kurhaus.

Foto: Wiesbaden Marketing GmbH

Berühmt ist Wiesbaden vor allem für seine vielen kochsalzhaltigen Thermalquellen, die schon in der Antike die Römer an diesen Ort gelockt haben – und später Besucher wie Johann Wolfgang von Goethe, Fjodor Dostojewski, Richard Wagner oder Johannes Brahms anzogen. Ihre Blütezeit hatte die Stadt im 19. Jahrhundert, in der sie sich zur Weltkurstadt entwickelte. Aus dieser Zeit stammen auch die vielen prachtvollen Häuser und Straßen, Hotelpaläste und zahlreichen Park- und Grünanlagen. Das Bild der Innenstadt ist geprägt von der sogenannten Kurarchitektur, in der die Stile Klassizismus, Historismus und Jugendstil vereint sind. „Wiesbaden hat einen ganz besonderen Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann“, schwärmt Detlev Bendel, Wirtschaftsdezernent von Wiesbaden. „Das viele Grün inmitten der Stadt ist faszinierend und gern genutzte Oase für kurze Verschnaufpausen im hektischen Alltagsleben.“

Hochschullandschaft und Wohnraum

Fast 7.000 Studierende zählt die hessische Landeshauptstadt: „Wiesbaden ist im Vergleich zu Mainz nicht direkt als Hochschulstadt zu erkennen, da die Masse an Studenten fehlt“, erklärt der 24-jährige Informatikstudent Thorsten Maier (Name geändert), der an der Hochschule RheinMain eingeschrieben ist. Trotzdem kann die Stadt mit drei staatlichen Fachhochschulen und einer privaten Hochschule aufwarten. Die größte staatliche ist die Hochschule RheinMain (HSRM), die an den

Auf dem Foto sind drei Studentinnen zu sehen, alle mit Rucksäcken über der Schulter. Die drei jungen Frauen sind blond und tragen sommerliche Kleidung. Im Hintergrund ist die Fassade der Hochschule RheinMain zu erkennen.

In Wiesbaden lässt es sich gut studieren, zum Beispiel an der Hochschule RheinMain.

Foto: Betrams/Hochschule RheinMain

Standorten Wiesbaden, Rüsselsheim und Geisenheim rund 50 Bachelor- und Masterstudiengänge anbietet. Darüber hinaus haben die Hessische Hochschule für Polizei und Verwaltung (frühere Verwaltungsfachhochschule) und der Fachbereich Kriminalpolizei der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung ihren Sitz in Wiesbaden. Auch eine private Hochschule gehört dazu: Die European Business School (EBS) bildet angehende Manager und – voraussichtlich ab Herbst 2011 – Juristen aus. Zudem liegt im etwa 20 Kilometer entfernten Idstein die private Hochschule Fresenius, die Bachelor- und Masterprogramme in Vollzeit und berufsbegleitend, sowie berufsfachschulische Ausbildungen und Fort- und Weiterbildungen in den Fachbereichen Chemie & Biologie, Gesundheit sowie Wirtschaft & Medien anbietet.

Studienanfänger, die in Wiesbaden eine Unterkunft suchen, können sich zum Beispiel bei den beiden Studentenwohnheimen der Stadt bewerben, die insgesamt 338 Plätze zur Verfügung stellen. „Das Angebot an Wohnraum ist knapp“, sagt Katrin Wenzel vom Studentenwerk Frankfurt am Main, das auch für die Hochschule RheinMain zuständig ist. „Und das nicht nur in Wiesbaden, sondern generell im Rhein-Main-Gebiet. Aktuell kommen beispielsweise 13 Studierende auf einen Wohnheimplatz im Ballungsraum.“ Auch die Mietpreise privater Unterkünfte sind in Wiesbaden eher gehoben, pro Quadratmeter zahlt man im Schnitt zwischen acht und zehn Euro. „Im vergangenen Herbst hat das Studentenwerk darum erstmals mit den Hochschulen in der Umgebung, darunter auch die HSRM, einen Aufruf an die Bevölkerung gestartet, Studenten mehr günstige Wohnmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen“, berichtet Katrin Wenzel. Die Reaktionen seien gut gewesen, weshalb die Aktion diesen Herbst wiederholt werden soll. „Grundsätzlich kann ich nur jedem raten, sich so früh wie möglich um eine Unterkunft in Wiesbaden und Umgebung zu kümmern.“

Gute Jobmöglichkeiten

Die Suche nach einem Praktikum oder Nebenjob gestaltet sich in Wiesbaden dagegen schon sehr viel einfacher. Die hessische Landeshauptstadt ist neben Frankfurt am Main, Darmstadt und Mainz eine der Kernstädte des Rhein-Main-Gebiets und wirtschaftlich gesehen ein wichtiger Standort. Zahlreiche international tätige Unternehmen und Consultingfirmen sowie Versicherungen haben hier ihren Sitz. „Das erleichtert Studierenden den Zugang zu den Global Player, die im Interesse ihrer Nachwuchsrekrutierung üblicherweise den Wünschen nach Praktika sehr aufgeschlossen gegenüber stehen“, erklärt Wirtschaftsdezernent Detlev Bendel. Außerdem sind die Verfassungsorgane des Landes Hessen hier beheimatet, darunter etwa der Hessische Landtag und die acht Landesministerien. Des Weiteren sind Bundesämter wie das Bundeskriminalamt und das Statistische Bundesamt angesiedelt.

Auch wer einen Nebenjob sucht, wird in Wiesbaden mit Sicherheit fündig. „Viele Studierende jobben nebenbei“, weiß Ulrike Göbel, Beraterin im Hochschulteam der Arbeitsagentur Wiesbaden. „Entweder klassisch in der Gastronomie oder im Einzelhandel, oder passend zum eigenen Studiengang.“ Thomas Plotzke, der Direktor für Personal und Recht bei der Henkell & Co. Sektkellerei, erklärt: „Wir bieten in unserem Service-Bereich Aushilfstätigkeiten für Studenten an. Außerdem beschäftigen wir Praktikanten in nahezu allen Bereichen unseres Unternehmens, zum Beispiel im Verkauf, Marketing, Finanz- und Personalwesen oder im Labor. Bei uns absolvieren jährlich zirka 30 Studierende ein Praktikum.“ Um ein Praktikum zu finden, gibt es verschiedene Anlaufstellen. „Hilfestellung geben etwa der Career Service der Hochschule RheinMain, die Netzwerke der Fachbereiche oder auch Online-Praktikumsbörsen“, sagt Ulrike Göbel vom Hochschulteam.

 

Die Hochschulen in Wiesbaden

Einwohner: rund 275.000

Studierende: rund 7.000

Hochschulen: Die Hochschule RheinMain (staatlich), die Hessische Hochschule für Polizei und Verwaltung, die Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung (Fachbereich Kriminalpolizei), die private EBS und die private Hochschule Fresenius im nahe gelegenen Idstein.

Studiengebühren: Das Bundesland Hessen schaffte die Studiengebühren im Jahr 2008 wieder ab.

Miete: Den Studierenden stehen zwei Wohnheime mit insgesamt 338 Plätzen zur Verfügung. Die Mietkosten liegen zwischen 153 und 295 Euro. Bei privater Vermietung beträgt die Kaltmiete im Schnitt zwischen acht und zehn Euro pro Quadratmeter.

Mensapreise: Hauptgerichte um die drei Euro in der Mensa am Kurt-Schumacher-Ring, um die fünf Euro im Camera Restaurant am Campus „Unter den Eichen“.

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