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Strategien für ein gutes Zeitmanagement

Eine Frau trägt sich Termine in einem Kalender ein.
Ein Erfolgsjournal zu führen, ist ein Tipp, den Brigitte Reysen-Kostudis, Psychologische Beraterin an der Freien Universität Berlin, zum Thema Zeitmanagement geben kann.
Foto: Sonja Brüggemann

Zeitmanagement im Studium – Checkliste

Strategien für ein gutes Zeitmanagement

Gerade Studienanfänger tun sich oft schwer damit, sich ihre Zeit für Studium, Nebenjob und Freizeit selbstständig einzuteilen. Brigitte Reysen-Kostudis, Psychologische Beraterin an der Freien Universität Berlin, erläutert die wichtigsten Schritte, um vor allem gut durch zeitintensive Studienphasen zu kommen.

Analyse vorab

Zunächst sollte man seine Aufgaben und das eigene Lern- und Schreibtempo analysieren. „Es geht dabei vor allem um eine realistische Einschätzung der erforderlichen Aufgaben und ihres Ausmaßes“, erklärt die Psychologin Brigitte Reysen-Kostudis. Man sollte dabei ganz ehrlich zu sich sein: Wie wichtig ist mir das Studium überhaupt? Wieviel Zeit kann und möchte ich dafür pro Woche investieren? „Ein Plan kann nicht losgelöst von der individuellen Lebenssituation und dem eigenen Tempo erstellt werden, denn dann ist er von Anfang an zum Scheitern verurteilt.“

Prioritäten setzen

Ein Porträtbild von Brigitte Reysen-Kostudis

Brigitte Reysen-Kostudis

Foto: privat

Dann folgt eine Prioritätenliste, die im Gegensatz zur kurzfristigen To-Do-Liste immer über einen längeren Zeitraum aufgestellt wird. Dabei sollte man stets im Blick haben, was im Augenblick, in zwei Monaten oder erst kurz vor dem Abgabe- oder Prüfungstermin zu erledigen ist. „Wenn zum Beispiel das Ziel die Prüfung am Ende des Semesters ist, fange ich nicht gleich am Semesterstart mit dem Auswendiglernen der Fakten an“, erklärt Brigitte Reysen-Kostudis. „Die Vorstufen wären zum Beispiel, dass ich die für die Prüfung relevante Veranstaltung regelmäßig vor- und nachbereite. Oder dass ich mir schon einmal allgemeinere Texte zum Thema anschaue.“

Rückt der Prüfungstermin näher, kann man alle Notizen und Texte durchgehen, wichtige Punkte herausfiltern und sie sich durch Wiederholen einprägen. „Eine realistische langfristige Planung hilft dabei, sich besser zu strukturieren. Die häufig geäußerte Befürchtung ‚Das ist mir alles zu viel‘ oder ‚Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll’ kommt dann meist gar nicht erst auf.“

Arbeitsroutine

Wer weiß, was an Stoff ansteht und wieviel Zeit man dafür hat, tut sich leichter, eine gewisse Arbeitsroutine zu entwickeln. Das betrifft vor allem Studierende, die nebenher jobben. „Dann weiß ich zum Beispiel: Am Montag oder Mittwoch arbeite ich nicht und kann hier mehr Zeit für die Uni aufbringen. Oder man plant sich am Wochenende extra Lernzeit ein.“ Wichtig: „Eine feste Routine, die nicht jede Woche neu erstellt wird, spart sehr viel Zeit und Energie“, sagt Brigitte Reysen-Kostudis.

Ruhepausen einplanen

Neben der Lernerei ist es natürlich wichtig, zwischendurch Pausen einzuplanen. Kurze Pausen während des Lernens sollten vor allem dazu genutzt werden, das gerade Gelernte zu verdauen. „Wenn ich zum Beispiel einen komplizierten Text gelesen habe und ich nach einer Stunde merke, dass ich unkonzentriert werde, ist es nicht sinnvoll, in der Pause die E-Mails auf meinem Smartphone zu checken.“ Denn unser Gehirn neigt dazu, neues Wissen immer interessanter zu finden. „Es besteht dann die Gefahr, das gerade Gelernte wieder zu vergessen“, warnt die Expertin.

Deshalb ist es sinnvoll, alle 45 oder 60 Minuten kleine Pausen einzulegen, in denen man zum Beispiel kurz aufsteht, durchs Zimmer geht oder mal kurz das Fenster aufmacht. Nach längeren Lernblöcken tut es gut, sich mit anderen zum Mittagessen oder zum Spazierengehen zu verabreden. Generell gilt: Sechs Stunden reichen normalerweise zum Lernen aus. „Lieber effektiv und regelmäßig als kurzfristig vor der Prüfung und dann gleich zehn oder zwölf Stunden am Stück. Dann besteht nämlich die Gefahr, dass man unkonzentriert wird.“

Erfolgsjournal führen

Gerade bei langfristigen Lernprojekten kann ein Lerntagebuch die Motivation enorm stärken. Ein weiterer Vorteil: Wer regelmäßig Erfahrungen, Einsichten und Erkenntnisse festhält, verliert sich nicht so häufig in den Aufgaben. „Solch ein Journal soll einen sehr positiven Charakter haben, in dem weniger die Probleme als mehr die Erfolge und guten Dinge festgehalten werden“, rät die Expertin.

Hilfe in hektischen Zeiten

Wem während einer Prüfungs- oder Schreibphase droht, alles über den Kopf zu wachsen, kann sich beispielsweise an die Beratungsstellen des Studierendenwerks wenden. „Hier gibt es sogenannte Schreibzentren, wo regelmäßig Schreib-Coaches beratend zur Seite stehen.“ Gerade, was Anregungen und Tipps zum Schreiben betrifft, gibt es auch in einzelnen Fachbereichen viele Angebote. „Die Freie Universität Berlin zum Beispiel bietet Schreibcafés an, wo man in lockerer Atmosphäre seine Arbeit vorstellen kann. Hier können auch ältere Studierende oder Experten Tipps geben“, erzählt Brigitte Reysen-Kostudis. Darüber hinaus bieten viele Hochschulen Seminare zum Thema Zeitmanagement sowie sogenannte Mentoren-Programme an.

abi>> 07.12.2018