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Allein lernen, zusammen vertiefen

Zwei Personen arbeiten zusammen an einem Laptop.
Studium und Ausbildung bestmöglich kombinieren: Blended-Learning-Modelle ermöglichen das Selbststudium in der Heimat und somit eine weitgehend freie Zeiteinteilung im Alltag.
Foto: Martin Rehm

Blended Learning im dualen Studium

Allein lernen, zusammen vertiefen

Vier Wochen lernen Laura-Jean Meier (21) und Julia Wehner (24) allein zu Hause, bevor sie im Anschluss eine Woche Präsenzstudium an der Hochschule haben. Die beiden sind Sporttrainerinnen und studieren dual an der privaten Fachhochschule für Sport und Management Potsdam. Für abi >> haben sich die jungen Frauen über ihre Erfahrungen mit dem Blended-Learning-Modell ausgetauscht.

Julia Wehner: Durch das Blended-Learning-Konzept haben wir beide die Möglichkeit, Training, Wettkämpfe, Studium und Praxis unter einen Hut zu bekommen. Ich studiere dual „Sportmanagement“. Dafür arbeite ich 20 bis 25 Stunden pro Woche bei der Europäischen Sportakademie des Landes Brandenburg im Bereich Marketing und teile mir die restliche Zeit auf zwischen Online-Selbststudium und Training.

Laura-Jean Meier: Ich verbringe für meinen dualen Studiengang „Gesundheitsmanagement“ die Praxisphasen an der Beruflichen Schule für Sport und Soziales in Lindow und bin dort verantwortlich für die Planung und Durchführung der Gesundheitstage. Nach der Arbeit logge ich mich zum Lernen in einem Online-Lernzentrum ein. Das ist eine Plattform, auf die unsere Dozierenden die Lehr- und Lernmaterialien für die einzelnen Studienmodule hochladen.

Julia Wehner: Nach vier Wochen Online-Lernphase und Praxis vertiefen wir die gelernten Module in einer einwöchigen Vollzeit-Präsenzphase mit Unterricht in den Räumen der Fachhochschule. Ich bin mittlerweile im vierten Semester und kann sagen: Für mich geht das Konzept auf. Man kann sich seine Zeit individuell einteilen und Inhalte jederzeit selbstständig wiederholen.

Laura-Jean Meier: Dank der hohen Flexibilität ist das Konzept im Großen und Ganzen gut. Allerdings merke ich schon jetzt, in meinem zweiten Semester, dass mir meine Motivation manchmal Schwierigkeiten bereitet.

Ein Porträt-Foto von Laura-Jean Meiers und Julia Wehners

Laura-Jean Meiers und Julia Wehners

Foto: privat

Julia Wehner: Mir fallen die Online-Arbeitsphasen an sich leicht. Aber klar, auch ich schiebe oft die Aufgaben bis zum letzten Tag hinaus. Viele Online-Lernmodule schließen mit einer Lernkontrolle ab. So wird sichergestellt, dass wir mit dem notwendigen Wissen in die einwöchige Präsenzphase gehen. Einige Dozierende schreiben auch eine kurze Lernkontrolle zu Beginn der Präsenzphase. So oder so: Alles, was wir im Online-Lernzentrum machen, ist für die Dozenten nachvollziehbar.

Laura-Jean Meier: Das ist auch gut, denn so behalten sie unseren Lernerfolg im Blick und können bei Schwierigkeiten während der Präsenzphase daran anknüpfen. Außerdem können wir auch in den Online-Phasen bei Fragen jederzeit mit ihnen in Kontakt treten. Das mache ich persönlich aber eher selten. Die Inhalte sind sehr gut erklärt, und wenn doch noch etwas unklar ist, reicht es meist, in der kommenden Präsenzphase nachzufragen. Hilfreich finde ich, dass ganz verschiedene Online-Medien zum Einsatz kommen: Videos, Audio-Vorlesungen …

Julia Wehner: … und Skripte, Texte und Literaturhinweise. Bei manchen Modulen gibt es auch Quizze. Außerdem hat man die Möglichkeit, sich mit Kommilitonen über ein Forum auszutauschen. Die Online-Kurse werden übrigens Schritt für Schritt für jedes Modul separat freigeschaltet, sodass man immer einen Überblick darüber hat, welche Inhalte in welcher Phase relevant sind.

Laura-Jean Meier: Ja, das Online-Lernzentrum gibt einem eine gute Orientierung. Jedes Modul hat seinen eigenen Abschnitt auf der Plattform. Allerdings braucht man schon ein bisschen, um sich ins System einzufuchsen.

Julia Wehner: Ich hatte keine Probleme, damit klarzukommen, da ich bereits vorher mit dem System Moodle gearbeitet hatte. Ich lerne aber nicht nur am Computer: Wichtige Skripte drucke ich mir aus, um mir weitere Notizen zu machen. Außerdem lese ich mehrseitige Texte lieber auf Papier als am Laptop.

Laura-Jean Meier: Das mache ich auch so. Ich kann deshalb gar nicht genau sagen, wie lange ich pro Modul am Rechner sitze. Das ist ganz unterschiedlich.

Julia Wehner: Das ist ja das Gute am Konzept: Wann und wie oft ich online gehe, liegt ganz in meiner Hand. Nicht so gut ist, dass die Abgabetermine alle an das Ende der Online-Phase gesetzt werden. Besser wäre es, wenn die Termine über die vier Wochen verteilt werden, sodass man erst gar nicht in Versuchung gerät, alles bis zum Schluss hinauszuzögern.

Laura-Jean Meier: Ja, es braucht schon viel Eigenmotivation, Disziplin und Durchhaltevermögen, sonst kommt man sehr schnell vom Weg ab. Wichtig ist, dass man sich immer wieder bewusst wird, wofür man das alles macht!

Julia Wehner: Genau, schließlich hat man am Ende den Bachelor of Arts und gegebenenfalls auch noch den IHK-Abschluss Sportkauffrau in der Tasche.

abi>> 31.07.2018

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