Stressfrei ins Examen
Seit Beginn ihres Studiums im Wintersemester 2004 war Tanja Konrad (31) (Name geändert) für ihre Kosten selbst verantwortlich: Miete, Essen, Krankenversicherung, Studiengebühren, -beiträge etc. Für das erste Staatsexamen nahm sie dann aber doch ein Studienabschlussdarlehen auf.
Damit ihr Studium nicht zu kurz kommt, nahm Tanja Konrad ein Studienabschlussdarlehen auf.
Foto: Mochitos
Rund 700 Euro monatlich aufbringen zu müssen und sich dabei noch auf das Studium zu konzentrieren, das wird auf Dauer zu einer unüberbrückbaren Doppelbelastung. Tanja Konrad hatte diesen Lern- und Arbeitsmarathon viele Semester mitgemacht. Da sie bereits eine Erstausbildung absolviert hatte, unterstützten sie ihre Eltern nur noch mit kleineren finanziellen Beträgen. Im neunten Semester des Kombinationsstudiengangs Deutsch und Sozialwissenschaften auf Lehramt Sekundarstufe I und II wurde der Druck dann zu hoch. Schon bevor sie sich zum ersten Staatsexamen im April 2009 anmeldete, war ihr klar, dass sie das letzte Jahr nicht so weitermachen wollte. Sie hatte stets neben dem Studium gearbeitet: in der Gastronomie gekellnert, in der Fabrik gejobbt und vertretungsweise an zwei Schulen im Raum Siegen unterrichtet. „Diese Doppelbelastung beginnt irgendwann an den Nerven zu zehren. Man kann sich nicht mehr so gut auf das eigentliche Ziel, das Staatsexamen, konzentrieren. Das Studium gerät zwangsläufig zu kurz“, so die 31-Jährige.
Stressfrei dank Darlehen
Durch Zufall hörte sie von der Möglichkeit der Darlehenskasse ihres Studentenwerks, kurz Daka genannt – eine landesweite Einrichtung der 12 NRW-Studentenwerke. Die Förderhöchstdauer liegt bei einem Jahr. Der Höchstbeitrag in Nordrhein-Westfalen liegt derzeit bei 7.500 Euro – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass man ordnungsgemäß studiert hat, beziehungsweise sich in einer nicht selbst verschuldeten wirtschaftlichen Notlage befindet. Da Tanja Konrad im Rahmen der Regelstudienzeit geblieben war und das Jahresdarlehen für ihr Examensjahr benötigte – waren die Antragsformalitäten bei ihr schnell und unkompliziert erledigt. Sie brauchte lediglich ihre Studienbescheinigung, die Anmeldebescheinigung zum Examen sowie eine Bürgschaft, die in ihrem Fall ihre Eltern übernahmen.
Von Juni 2009 bis zur letzten Prüfung im Mai 2010 bekam sie monatlich 500 Euro ausgezahlt. „Es tat gut, sich allein auf das Studium zu konzentrieren und nicht mehr den Druck zu spüren, dass das Geld nicht reichen könnte“, erklärt die Studentin. Die zinslose Darlehenssumme von insgesamt 6.000 Euro wurde nach der letzten monatlichen Auszahlung für zwölf Monate erst mal gestundet. „Im nächsten Jahr bin ich im Referendariat und kann die monatliche Tilgungsvereinbarung von 130 Euro problemlos zurückzahlen.“ – Tanja Konrad ist froh, dass sie das Darlehen beantragt hat, denn ohne die finanzielle Unterstützung würde sie vielleicht heute noch studieren.





