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BAföG

BAföG allein reicht selten

Sebastian Berns (22) studiert seit vier Semestern an der Fachhochschule Aachen im Fachbereich Gestaltung den Bachelorstudiengang Kommunikationsdesign. Da BAföG elternabhängig gezahlt und jährlich neu beantragt wird, liegt sein BAföG-Satz im Moment gerade noch bei 90 Euro.

Mit den Händen in seinen Hosentaschen steht Sebastian Berns vor einer schwarzen Wand. Er trägt ein weißes T-Shirt und hat rotbraune kurze Haare.

Nach sieben Semestern läuft Sebastian Berns Ausbildungsförderung aus.

Foto: Privat

„Wer BAföG beantragen will, sollte den Antrag so früh wie möglich einreichen“, weiß der 22-Jährige. Gezahlt wird ab Antragsdatum, nicht rückwirkend. Die Formulare können online heruntergeladen werden oder liegen im Studentenwerk vor Ort aus. Sebastian Berns hatte sich wenige Monate vor Beginn des Studiums, zusammen mit seinem Vater durch die drei Formblätter des Bundesamtes für Ausbildungsförderung (BAföG) gearbeitet, musste dabei seine eigenen Einkommens- und Vermögensverhältnisse samt Mietkostenbescheinigung darlegen, die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse seiner Eltern und eine Studienbescheinigung. Im ersten Jahr wurde er noch mit 216 Euro pro Monat gefördert, im zweiten Jahr waren es nur noch 90 Euro, da sich die Vermögensverhältnisse der Eltern geändert hatten. Für Sebastian Berns kein direkter Verlust, da seine Eltern ihre Unterhaltszahlung seit Studienbeginn dem BAföG-Höchstbetrag von 512 Euro anpassten. „Inklusive Kindergeld komme ich damit monatlich auf 696 Euro“, sagt er.

Straffer Studienplan

Der Student wohnt zur Untermiete und zahlt für ein 32 Quadratmeter großes Zimmer inklusive Nebenkosten, Internet und Telefon 250 Euro. 422 Euro blieben ihm im ersten Semester so auf der monatlichen Haben-Seite. Gutes Geld, mit dem Sebastian nach allen Abzügen – Lebensmittel, Kleidung, Freizeitaktivitäten – sicher nicht an der Armutsgrenze lebt. Der Aachener weiß, dass BAföG nur innerhalb der Regelstudienzeit gezahlt wird, in seinem Fall sieben Semester. „Man muss sich schon sehr stark selbst disziplinieren, um die Anforderungen zu schaffen“, weiß er. Trotzdem findet er seit dem zweiten Semester noch Zeit, seine finanzielle Situation durch einen Hiwi-Job an der Hochschule etwas aufzustocken. „Ich arbeite fünf Stunden pro Woche an verschiedenen Designprojekten der Hochschule mit und verdiene damit noch mal 190 Euro zusätzlich pro Monat.“ Geld, das er in der Regel spart, um die Studiengebühren von insgesamt 700 Euro inklusive Sozialbeitrag und NRW-Ticket jeweils zu Semesterbeginn aufzubringen. Er dürfte 400 Euro im Monat dazuverdienen, ohne dass sich am BAföG etwas ändert. Doch der Studienplan lässt weitere Arbeitsstunden kaum zu.

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