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Stipendiatin auf Probe der Friedrich-Ebert-Stiftung

Sich als Stipendiatin beweisen

Ein "Stipendium auf Probe", um das sich bereits Abiturienten bemühen können, bieten inzwischen einige der zwölf großen Begabtenförderungswerke an, darunter auch die Friedrich-Ebert-Stiftung, bei der Saskia Nagel Stipendiatin auf Probe ist. Die 22-Jährige studiert im dritten Semester Geschichte, Politik und Englisch auf Lehramt an der Universität Freiburg.

Auf dem Foto ist ein Aufenthaltsraum einer Hochschule zu sehen.

Büffeln an der Hochschule: Mit Stipendium in der Tasche fällt das leichter.

Foto: Reichhold

Als Stipendiatin muss sich Saskia Nagel in den ersten Semestern erst noch beweisen. Die Studentin, die aus Karlsruhe stammt, hat von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung ein sogenanntes „Stipendium auf Probe“ erhalten. Seit 2009 gibt es diese Möglichkeit, von der die 22-Jährige durch eine Freundin erfahren hat. Saskia Nagel war sofort davon begeistert: „Die großen Vorteile sind, dass ich weniger Zeit auf einen Nebenjob verwenden muss und das Geld am Ende nicht zurückzuzahlen brauche“, sagt sie. Um Stipendiatin zu werden, musste sie sich zunächst gleich nach dem Abi schriftlich bewerben – unter anderem mit einem Motivationsschreiben und zwei Gutachten von Lehrern. Heute füllen Bewerber eine Online-Bewerbung aus.

Saskia Nagel trägt auffällige Ohrringe und einen lila-schwarz-karierten Schal.

Saskia Nagel

Foto: Privat

Auf der nächsten Stufe des Bewerbungsverfahrens wurde Saskia Nagel zu einem persönlichen Auswahlgespräch in der Nähe ihres Heimatortes eingeladen. In ihrem Fall zu einem Vertrauensdozenten der Friedrich-Ebert-Stiftung an die Uni Heidelberg. „Mit dem Politikdozenten habe ich unter anderem über meinen Lebenslauf gesprochen und später hat er mir noch ein paar Fachfragen gestellt“, erklärt Saskia Nagel. „Das war aber alles sehr unkompliziert und nett. Davor braucht man keine Angst zu haben.“ Um wie sie letztlich die Zusage für ein Stipendium zu bekommen, spielen nicht nur gute Noten, sondern auch gesellschaftliches oder politisches Engagement eine wichtige Rolle. Die Studentin hatte da schon einiges vorzuweisen: Sie ist seit langem Mitglied bei den Pfadfindern, war in der Schule in einer Amnesty-AG, hat in Chile einen Freiwilligendienst absolviert und ist aktiv in der Fachschaft.

Viele Möglichkeiten zur Weiterbildung

Wenn man die Zusage für ein solches Stipendium erhält, ist man zwei bis drei Semester auf Probe. Die Höchstförderung von 597 Euro monatlich ist möglich, Saskia Nagel bekommt „allerdings nur das Büchergeld“. Das sind 150 Euro im Monat. „In erster Linie interessiere ich mich aber ohnehin für die Seminare und die Möglichkeiten zur Weiterbildung, die für Stipendiaten angeboten werden.“ In ihrem ersten Fördersemester hat sie gleich zwei Seminare besucht, ein Einführungsseminar, in dem sie die Friedrich-Ebert-Stiftung näher kennengelernt hat, und ein Seminar der Journalistenakademie Hamburg. „Außerdem lernt man dadurch auch viele andere Studenten kennen.“ Nach jedem Semester muss sie einen Semesterbericht schreiben. „Darin müssen dann nicht nur die Noten des vergangenen Semesters tabellarisch aufgelistet werden“, sagt sie. „Man soll auch beschreiben, wie die weitere Studienplanung aussieht, an welchen Veranstaltungen man teilgenommen hat und wie es einem gefällt.“

Nach den Semestern auf Probe kann Saskia Nagel erneut einen Antrag stellen, mit dem sich dann entscheiden wird, ob sie für die Dauer ihres gesamten Studiums weitergefördert wird. „Für mich ist das aber kein zusätzlicher Druck“, sagt sie. „Ich lege mich dadurch nicht mehr ins Zeug, denn ich bin auch so sehr motiviert.“

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