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Rubrik Lehrer und Eltern


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Studieren in Großbritannien: Schottland

Doppelter Abschluss

Wie unterschiedlich das Studienfach Medientechnik in Deutschland und in Schottland vermittelt wird, hat Robert Becker (23) hautnah erfahren: Im Rahmen seines Studiums an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig verbrachte er zwei Semester an der University of the West of Scotland in Paisley und erwarb dort den Bachelor of Science.

Eine - offenbar internationale - Gruppe junger Leute steht in einer relativ kargen Berglandschaft, im Hintergund ist ein Schneefeld zu sehen - und lacht in die Kamera.

Viel Spaß mit netten Leuten - das Studentenleben in Schottland war für Robert Becker (rechts) die beste Erfahrung seines Auslandsaufenthalts

Foto: Privat

„Den Wunsch, ein Jahr im Ausland zu studieren, hatte ich bereits in der Schulzeit", erinnert sich der 23-Jährige. Schon in der zehnten Klasse war er als Austauschschüler ein Jahr in Madison in South Dakota. Als er vor drei Jahren mit seinem Bachelorstudium in Leipzig begann, informierte er sich umfassend über die ausländischen Partneruniversitäten. Die Wahl auf die Uni in Paisley fiel aus mehreren Gründen. „Im Rahmen des Erasmus-Programms entfallen die Studiengebühren, und man erhält monatlich rund 110 Euro. Außerdem hatte ich die Möglichkeit, als Ergänzung zu meinem deutschen Bachelor of Engineering nach nur zwei Semestern vor Ort einen zweiten Abschluss, den Bachelor of Science, zu erwerben."

Aufwändiges Bewerbungsverfahren

Dafür nahm er sehr zeitaufwändige Vorbereitungen in Kauf. „Für die Bewerbung musste ich mich um beglaubigte Notenlisten, Empfehlungsschreiben von Professoren und ein Motivationsschreiben kümmern. Im zweiten Schritt wurden von der Uni in Schottland weitere Formulare wie Anmeldungen für die Kurse, die Unterkunft, ein Sprachzertifikat und ähnliches gefordert."

Nach erfolgreicher Überwindung aller bürokratischen Hürden fand sich Robert Becker im September 2008 auf dem Campus in Paisley ein. Die Eingewöhnung hatte er sich allerdings etwas leichter vorgestellt. „Das Studentenwohnheim war nicht unbedingt ein Ort zum Wohlfühlen, und das schottische Wetter ist auch nicht gerade bekannt für seinen Sonnenschein." Für sein sechs Quadratmeter großes Zimmer musste er monatlich 300 Euro aufbringen. Durch die finanzielle Hilfe seiner Eltern und dank seiner Ersparnisse kam er trotz der hohen Lebenshaltungskosten über die Runden.

Wesentlich leichter fiel es ihm, Kontakt zu knüpfen, zumal sich gleich am Anfang viele Gelegenheiten, etwa Infoveranstaltungen und Studentenpartys boten. „Abgesehen vom schottischen Akzent, hatte ich keine Verständigungsprobleme."

Entspanntes Studium

Im dritten Medientechnik-Studienjahr stehen in Schottland hauptsächlich Web- und Flashanimationen auf dem Lehrplan - ein Gebiet, auf das sich Robert Becker spezialisieren möchte. So entwarf er als Abschlussarbeit ein flashanimiertes Spiel für eine australische Biermarke. In einem weiteren Fach beschäftigte er sich mit Benutzeroberflächen und interaktiven Anwendungen und richtete zum Beispiel für eine Umfrage eine Onlineplattform ein, die die Möglichkeit bietet, die eingegebenen Daten statistisch auszuwerten.

„Nur drei Fächer pro Semester - das ist kein Vergleich zu den zwölf Fächern, die ich in Leipzig gewohnt bin! Auch wenn sich die vermittelten Themen ähneln, sind die Anforderungen an die Studierenden niedriger als in Deutschland", gibt Robert Becker seinen Eindruck wieder. Seine Leistungen werden gemäß „Learning Agreement" anerkannt. Und auch sonst zieht er ein positives Fazit: „Ich habe zahlreiche nette Leute kennengelernt und viel mit ihnen erlebt - sei es beim gemeinsamen Koch- oder Videoabend, beim Basketballspiel oder beim Ausgehen in Glasgow. Das war für mich die wertvollste Erfahrung." Von Schottland, das er ausgiebig bereist hat, ist er ebenfalls begeistert. „Falls ich nach dem Studium kein gutes Jobangebot in Deutschland bekomme, kann ich mir auf jeden Fall vorstellen, ins Ausland zu gehen."

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