"Anforderungen sind höher"
Dr. Günter Pochmann leitet den binationalen Studiengang Betriebswirtschaft des Deutsch-Französischen Hochschulinstituts (DFHI) an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, der seit über 30 Jahren in Kooperation mit der Université Paul Verlaine in Metz durchgeführt wird. abi>> sprach mit ihm über die Voraussetzungen, Anforderungen und Chancen eines Doppelbachelors.
abi>>: Welche Voraussetzungen müssen Interessierte mitbringen, wenn sie den binationalen Studiengang Betriebswirtschaft studieren möchten?
Günter Pochmann: Neben der Durchschnittsnote schauen wir uns bei der Auswahl unserer Studierenden an, ob eine Affinität zur französischen Sprache besteht. In der Vita des Bewerbers kann dies zum Beispiel an einem Französisch-Leistungskurs oder der Teilnahme an einem Schüleraustausch deutlich werden.
abi>>: Worin liegen die besonderen Anforderungen, wenn jemand in zwei oder drei Ländern sein Studium absolviert?
Günter Pochmann: Es ist eine Herausforderung, an Lehrveranstaltungen in einer Fremdsprache teilzunehmen, der Leistungsdruck ist höher. In unserem
vollintegrierten deutsch-französischen Studienangebot werden diese Anforderungen teilweise dadurch kompensiert, dass das Lernen in kleinen Gruppen stattfindet. Pro Jahrgang werden lediglich 25 Studierende aufgenommen. Die Studierenden aus Frankreich und Deutschland kommen in intensiven Kontakt miteinander. Sprachliche Defizite können auf diese Weise auch ausgeglichen werden. Die Mobilitätsanforderungen an die Studierenden sind generell höher, denn während des Studiums wird der Wohnort zwischen den beiden Ländern mehrfach gewechselt.
abi>>: Welche Nachteile hat diese Form des Studiums?
Günter Pochmann: Der organisatorische Aufwand ist etwas größer. Unsere Studierenden sind an drei Hochschulen eingeschrieben: An den Hochschulen in Saarbrücken und Metz, außerdem in der Dachorganisation, der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH). Es ist auch – im Vergleich zu Studierenden in nationalen Studiengängen – etwas aufwändiger, sich um Auslands-BAföG und die Mobilitätsbeihilfe der DFH zu kümmern.
abi>>: Wie wirkt sich ein internationales Studium auf die Chancen am Arbeitsmarkt aus?
Günter Pochmann: Man kann aus langjähriger Beobachtung eindeutig sagen, dass unsere Absolventen auf dem Arbeitsmarkt deutlich bessere Perspektiven haben. Dies gilt sowohl gegenüber Frankreich, dem größten Außenhandelspartner der Bundesrepublik, als auch in Bezug auf die Regionen von Brüssel über Luxemburg bis in die Schweiz. Gerade Luxemburg hat in den letzten Jahren als Arbeitsort bei unseren Absolventen deutlich an Attraktivität gewonnen. Aber auch sonstige internationale Arbeitgeber fragen unsere Absolventen stark nach. Denn natürlich wird auch Englisch als globale Wirtschaftssprache während des Studiums gepflegt und weiterentwickelt.





