Fachlich und sprachlich gut gerüstet
Maria Krause ist gerade von ihrem Studienaufenthalt in Polen zurück. Die 21-Jährige macht ihren Bachelor of Science im Studiengang Physik an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus. Wer sich wie sie für zwei Semester an der Technischen Universität Posen entscheidet, kann die akademische Ausbildung nach dreieinhalb Jahren auch mit einem Bachelor of Engineering der polnischen Hochschule abschließen.
Während die Vorlesungen in Polnisch stattfanden, wurde in den Laboren meist Englisch gesprochen — womit Maria Krause kaum Probleme hatte.
Foto: Ritter
„Für mich stand von Anfang an fest, dass ich meine Studienzeit für Auslandserfahrungen nutzen will“, sagt Maria Krause. Der Doppelbachelor in Physik hat ihr nicht nur die Chance geboten, zwei Semester in Polen zu verbringen, sondern zusätzlich zu ihrer akademischen Ausbildung im naturwissenschaftlichen Bereich auch eine ingenieurwissenschaftliche zu erhalten. Da die TU Posen auf Fächer der technischen Physik spezialisiert ist, konnte Maria Krause zum Beispiel Lehrveranstaltungen zu den Grundlagen der Nanotechnologie sowie der Materialwissenschaften auf der Nanometer-Ebene, also auf der Ebene allerkleinster Teilchen, belegen. „Das Studium dort ist sehr praxisorientiert“, berichtet sie. Während ihrer Zeit in Polen hat sie etwa vierzehn verschiedene Module mit Vorlesung, Labor und Projektarbeit belegt und dazu jeweils eine Prüfung abgelegt. Diese Leistungen werden ihr an ihrer deutschen Uni angerechnet.
Gleich zu Beginn des Studiums hat Maria Krause angefangen, Polnisch zu lernen. Obwohl die Sprachvorbereitung an der TU in Cottbus über die ersten vier Semester ging, fand die Studentin sie nicht unbedingt ausreichend. „In der ersten Zeit in Polen hatte ich Probleme, den Vorlesungen zu folgen“, erzählt sie. „Erst nach etwa vier Monaten ist es mir leichter gefallen, die Lehrveranstaltungen besser zu verstehen.“ Während die Vorlesungen in Polnisch stattfanden, wurde in den Laboren meist Englisch gesprochen – womit die Studentin kaum Probleme hatte.
Gutachten notwendig
Um die beiden Semester an der polnischen Hochschule absolvieren zu können, musste sie zunächst eine Bewerbung einreichen. „Mit Unterstützung der Tutorin meines Polnischkurses habe ich sie in englischer und polnischer Sprache selbstständig verfasst.“ Daneben gab es weitere Hürden, denn die TU Posen verlangte etwa auch ein Gutachten eines Professors, einen Nachweis über ihren Notendurchschnitt sowie über die Finanzierung ihres Aufenthalts im Nachbarland. Gefördert wurde Maria Krause durch ein DAAD-Stipendium. „Monatlich habe ich 330 Euro erhalten. Zusammen mit einigem Erspartem bin ich damit ausgekommen, da die Lebenshaltung nicht sehr teuer ist. Die Kosten für das Zimmer im Wohnheim betrugen zum Beispiel nur rund 75 Euro“, erklärt die angehende Physikerin.
Im Herbst beginnt für Maria Krause in Cottbus das siebte und letzte Studiensemester. Ihre Abschlussarbeit wird sie in englischer Sprache schreiben. Die Verteidigung, also die mündliche Erörterung der Arbeit, findet sowohl im Beisein eines Vertreters der TU Posen als auch der BTU Cottbus statt. Nach dem Bachelor möchte Maria Krause ein Masterstudium in Astrophysik aufnehmen. „Und wenn ich den Master habe, plane ich, auch noch meinen Doktor zu machen“, sagt sie. Und welche Vorteile bietet ihr der Doppelbachelor? „Damit habe ich die Möglichkeit, auf verschiedenen Gebieten weiter zu studieren und zu arbeiten. Meine Sprachfähigkeiten habe ich in Englisch und Polnisch verbessert“, lautet ihr Fazit.





