Starkes Interesse am Fach
Katharina Morbach (22) war eine der ersten Frühstudierenden an der Universität Trier. Die Gymnasiastin besuchte Lehrveranstaltungen im Fach Germanistik und war von der Atmosphäre an der Hochschule fasziniert.
Katharina Morbach bekam im Frühstudium einen Eindruck vom Lernen und Leben an der Uni.
Foto: Privat
„Die Möglichkeit, an einem Frühstudium teilzunehmen, wurde uns im Unterricht kurz vorgestellt“, erzählt sie. Dabei besuchen Schüler und Schülerinnen bereits während sie noch die Schule besuchen reguläre Vorlesungen und Seminare an der Hochschule, schreiben Prüfungen mit und können – unter Umständen – so auch erste Credit Points für das spätere Studium sammeln.
Katharina Morbach wandte sich an ihre Deutschlehrerin, bei der sie sofort Unterstützung fand. „Sie hat für mich ein Gutachten geschrieben, aus dem hervorging, dass mein Leistungsniveau im Fach Deutsch überdurchschnittlich ist.“ Von der Schulleitung brauchte die Gymnasiastin ein zweites Schreiben, mit dem die Schule bestätigte, dass sie vom Unterricht freigestellt ist, wenn Seminare und Vorlesungen in die reguläre Unterrichtszeit fallen. Beides Voraussetzung, um für das Frühstudium an der Uni Trier zugelassen zu werden.
Mit beiden Gutachten bewarb sie sich an der Hochschule und wurde zu einem Vorstellungsgespräch bei einem Professor eingeladen. An das Gespräch erinnert sich die 22-Jährige noch genau: „Ich war positiv überrascht, denn er hat sich viel Zeit für mich genommen. Wir haben uns darüber unterhalten, woher meine Begeisterung für das Fach Deutsch kommt. Er hat mir sogar die Bibliothek gezeigt und erklärt, wie ich Bücher anhand der Signaturen finden kann.“ In der 12. Klasse, ab dem Wintersemester 2005/06, besuchte Katharina Morbach jeweils eine Vorlesung und ein Proseminar zur „Neueren deutschen Literatur“. Beide Seminare, in der es um verschiedene Epochen und Textsorten ging, hat sie mit einer Klausur abgeschlossen.
In der 13. wieder auf die Schule konzentriert
Im zweiten Semester nahm Katharina Morbach zusätzlich an einem Theaterseminar teil. „In den Lehrveranstaltungen hatte ich schon einige Kommilitoninnen kennengelernt, wir haben uns zusammen zu der Veranstaltung angemeldet.“
Und wie sah es mit der Vereinbarkeit von Schule und Uni aus? Da ich in Trier wohne und nur zehn Minuten von der Schule bis zur Uni brauchte, war es nicht zeitaufwändig, in die Veranstaltungen zu kommen. Außerdem hatte ich Glück: Die Seminare und Vorlesungen fanden immer dann statt, wenn ich Fächer hatte, in denen ich ohnehin gut war – hätte ich den Mathe- oder Chemieunterricht versäumt, wäre es vielleicht nicht so gut gelaufen“, räumt sie ein.
Dennoch konzentrierte sie sich in der 13. Klasse doch wieder voll auf die Schule. „Die Abiturphase ist kurz und intensiv. Außerdem hätte ich das nächste Proseminar nur mit einem Leistungsnachweis abschließen können, wenn ich eine Hausarbeit von zwölf bis fünfzehn Seiten geschrieben hätte. Doch neben der Abiturvorbereitung noch meine erste wissenschaftliche Arbeit zu verfassen, das wäre mir zu viel geworden“, sagt Katharina Morbach. Sie beurteilt ihre Erfahrungen insgesamt positiv. „Ich wurde in meinem Studienziel bestärkt, mich hat die Atmosphäre an der Uni fasziniert und ich konnte bereits erste Kontakte knüpfen“, fasst sie zusammen.
Heute studiert sie im fünften Semester Lehramt für das Gymnasium. Neben Deutsch gehören Geschichte und Sozialkunde zu ihren Fächern. Die Leistungsnachweise aus dem Frühstudium wurden ihr voll angerechnet. „Als ich mit dem Studium begonnen habe, konnte ich sofort durchstarten“, sagt sie. „Doch ein Frühstudium sollte man nur beginnen, wenn es einem wirklich Spaß macht, Prüfungen und Leistungsnachweise sollten nicht im Vordergrund stehen.“





