Ein Test für die Berufswahl
Kaum etwas hilft dir mehr dabei, Klarheit über Berufswünsche und Studienschwerpunkte zu erhalten, als praktische Erfahrungen zu sammeln.
Erste Kontakte mit der Berufswelt kann man bei einem Praktikum knüpfen.
Foto: Somieski
Was ist überhaupt ein Praktikum?
Während eines Praktikums haben jungen Menschen die Gelegenheit, bei Unternehmen oder Institutionen praktische Erfahrungen zu sammeln und berufsbezogene Kenntnisse zu erwerben. Laut Bundesarbeitsgericht ist ein Praktikant jemand, der sich „für eine vorübergehende Dauer zwecks Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen einer bestimmten betrieblichen Tätigkeit und Ausbildung, die keine systematische Berufsausbildung darstellt, im Rahmen einer Gesamtausbildung unterzieht, weil er diese für die Zulassung zum Studium oder Beruf, zu einer Prüfung oder anderen Zwecken benötigt." In erster Linie geht es also nicht darum, Arbeitsleistung zu erbringen, sondern Kenntnisse zu erwerben.
Und was bringt mir das?
Mit einem Praktikum kannst du deinen Wunschberuf hautnah kennen lernen und überprüfen, ob deine Vorstellung mit der Realität übereinstimmt. Und nicht nur das: Bei vielen Fachhochschulstudiengängen und auch bei einigen universitären Studiengängen sind Vorpraktika Voraussetzung, um überhaupt einen Studienplatz zu erhalten. Wer beispielsweise Medizin studieren will, muss ein dreimonatiges Pflegepraktikum in einem Krankenhaus absolvieren, und zwar irgendwann zwischen Abitur und der Anmeldung zum ersten Staatsexamen (das ist in der Regel nach dem vierten Semester). Und auch angehende Lehrer absolvieren in einigen Bundesländern vor dem Studienstart ein Orientierungspraktikum und können so ihre Eignung für den Lehrberuf noch einmal überprüfen.
Dauer von Praktika
Anders als ein Ferienpraktikum während der Schulzeit, das nur eine oder wenige Wochen dauert, sind Praktika nach dem Abitur mit einem Zeitrahmen von drei bis zwölf Monaten länger angelegt. Allerdings solltest du das Angebot eines einjährigen Praktikums auf jeden Fall kritisch hinterfragen, um sicherzugehen, dass es sich dabei nicht um eine schlecht bezahle Arbeitstätigkeit handelt. Wie lange ein Vorpraktikum für bestimmte Studiengänge dauern muss, hängt ganz von der Hochschule und dem Fach ab. Es können 13, aber auch 26 Wochen verlangt werden. Informiere dich daher rechtzeitig! Wenn du ein freiwilliges Praktikum machst, um deinen Wunschberuf näher kennen zu lernen, dann vereinbarst du die Dauer vorher mit deinem Arbeitgeber.
Zwei besondere Möglichkeiten des Praktikums
Wenn du gerne praktisch tätig sein willst, aber noch nicht weißt, ob du dafür geeignet bist, gibt es von der Werkbund Werkstatt Nürnberg noch ein anderes Angebot: Bei einem so genannten Werkstattjahr lernen Schulabgänger in neun Monaten verschiedene handwerkliche Techniken kennen, von Designern, Künstlern, Architekten und Pädagogen. Die Ausbildung ist als Praktikum für Studiengänge im gestalterischen Bereich anerkannt und kann durch BAföG gefördert werden. Die Kosten betragen 3.500 Euro für das ganze Jahr: http://www.werkbund-werkstatt.de
Das Projekt „moving times" der Heimvolkshochschule Hermannsburg dient ebenfalls als „kreative Auszeit". Von November bis März jeden Jahres leben und arbeiten bis zu 25 junge Menschen zusammen. Geboten werden Veranstaltungen zur Berufsorientierung, Politik, Psychologie, Konfliktmediation und Rhetorik, aber auch Glaubensfragen, Entspannungstraining, soziale und künstlerische Projekte und Sport. Das Programm kostet mit Vollverpflegung 440 Euro pro Monat. http://www.winterkurs.de





