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Reportage Praktikum

Hinter den Kulissen des deutschen Meisters

Ein Praktikum bei einem großen Sportverein: Davon träumen viele Jugendliche nach dem Abitur. Benjamin Ruck (21) aus der Nähe von Bamberg kam eher zufällig dazu und arbeitet seit Januar für den amtierenden deutschen Basketballmeister und Pokalsieger Brose Baskets Bamberg.

Benjamin Ruck trägt ein dunkles T-Shirt und steht vor einem blauen Lamellenvorhang. Auf seinem rechten Zeigefinger dreht er einen Basketball.

Benjamin Ruck ist ganz nah dran am deutschen Basketballmeister Brose Baskets Bamberg

Foto: privat

Nach dem Abitur musste Benjamin Ruck zunächst zur Bundeswehr und seinen Wehrdienst leisten. Danach hieß es warten, denn seinen Wunschstudiengang, Sportmanagement, kann man an den Universitäten erst zum Wintersemester 2011/12 beginnen. Um die Wartezeit sinnvoll zu nutzen, hat sich Benjamin Ruck für ein Praktikum entschieden und während einer Internetrecherche durch Zufall herausgefunden, dass es freie Praktikantenstellen beim Bamberger Basketballclub Brose Baskets gibt. „Im Gegensatz zu vielen anderen Firmen, die nur Praktikanten einstellen, die sich bereits im Studium befinden, war das bei den Brose Baskets anders. Das war meine Chance.“ Und diese Chance hat er genutzt. Seit Januar absolviert er nun ein  sechsmonatiges Praktikum beim deutschen Basketballmeister und bekommt Einblick in das „Unternehmen Titelverteidigung“.

Mit den geregelten Arbeitszeiten konnte sich Benjamin Ruck sofort anfreunden. „Nach dem Wehrdienst bin ich in ein Loch gefallen. Deshalb habe ich mich gefreut, wieder einen strukturierten Arbeitstag zu haben“, sagt der 21-Jährige. Und auch mit den Aufgaben kommt Benjamin sehr gut zurecht. „Ich helfe dabei Basketballcamps für Kinder zu organisieren, kümmere mich um das Catering bei Veranstaltungen und helfe beim Auf- und Abbau etwa von Sitzgelegenheiten in den Gastronomiebereichen.“

Heimspieltag

Ein Highlight im Arbeitsalltag sind die Heimspiele in der Stechert Arena: „An Heimspieltagen habe ich im Vorfeld viel zu erledigen, typische Praktikantenjobs: Ich verteile beispielsweise Flyer auf den knapp 7.000 Sitzen oder hole Eis für die medizinische Abteilung.“ Während des Spiels ist Benjamin Ruck mit mehr Verantwortung im Einsatz: „Ich bin für den reibungslosen Ablauf einer Sponsorenaktion zuständig. Auf einer Bühne auf dem Spielfeld muss ein Teilnehmer in 30 Sekunden möglichst oft dribbeln. Da darf nichts schief gehen, der Partner zahlt viel Geld dafür.“ Daneben bleibt aber auch Zeit, das Spiel zu verfolgen und die Mannschaft anzufeuern. Aber nicht nur das: Benjamin Ruck hat manchmal auch Gelegenheit, mit den Spielern zu quatschen, ist ganz nah an der Mannschaft. So fährt er beispielsweise verletzte Spieler zu Reha-Maßnahmen und anderen Terminen.

Neben den Aufgaben in der Halle übernimmt Benjamin Ruck drei Mal wöchentlich das Training von Schul-Arbeitsgemeinschaften. Im Rahmen des Projekts „Sport nach 1“ fährt der 21-Jährige, der auch privat gerne Basketball spielt, in Grundschulen und bietet nach Schulschluss kostenloses Basketballtraining für die Kinder an. „Die Kleinen sind sehr verspielt. Deshalb ist es wichtig, sie spielerisch zum Sport zu bringen, etwa durch Fangspiele zu Beginn des Trainings. Erst danach machen wir dann beispielsweise Dribbelübungen. Gemeinsam feilen wir auch schon mal an Wurftechniken wie dem Korbleger“, erzählt Benjamin.

Viel gelernt

Dabei hat Benjamin Ruck viel für sein späteres Studenten- oder Berufsleben gelernt: „Ich kann jetzt viel besser mit dem Office Paket umgehen, bin durch das Training mit den Schülern im Umgang mit Kindern geschult und bin mittlerweile nicht mehr so aufgeregt, wenn ich mit wichtigen Leuten sprechen muss“, erklärt Benjamin.  „Außerdem ist mir klar geworden, dass ich einen Job wie bei den Brose Baskets ein Leben lang machen könnte.“ Wenn er den Studienplatz zum Wintersemester bekommt, ist der erste Schritt in diese Richtung getan.

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