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Jobben im Supermarkt

Das Kleingeldproblem

Frederik Krieger (21) aus Frankfurt am Main jobbte nach dem Abitur zwei Monate lang in einem Supermarkt. Damit wollte er sich anfänglich nur etwas Kleingeld für eine Reise vor Studienbeginn verdienen — doch er ist geblieben und arbeitet dort auch während seines Studiums.

Auf dem Bild ist die Obst-Theke eines Supermarktes zu sehen.

"Ich jobbe neben meinem Studium immer noch im Supermarkt. So kann ich mir mit Sicherheit bald wieder einen Kurzurlaub leisten.", hofft Frederik Krieger

Foto: Dörfel

„Ich wollte unheimlich gerne für drei Wochen nach Spanien reisen, bevor ich mein BWL-Studium an der Uni in Frankfurt beginne.“ Die Reise hatte sich Frederik Krieger schon ausgemalt, als er noch fürs Abi büffelte. Doch so einfach war es nicht. „Als Abiturient hatte ich natürlich nicht so viel Geld. Und meine Eltern wollten mir die Reise auch nicht komplett bezahlen, sondern bestanden darauf, dass ich jobben gehe und einen Teil selbst finanziere. Damit ich selbstständiger werde und Verantwortung übernehme.“

Einfach mal angesprochen

Kurzerhand beschloss der damals 20-Jährige sich mal bei Geschäften in der Gegend umzuhören, ob die vielleicht eine Aushilfe benötigen. „Ich musste keine Bewerbungen schreiben. Ich bin einfach hingegangen und habe mit den Filialleitern geredet.“ Einige lehnten ab. Doch bei einem Supermarkt, gleich ums Eck seiner elterlichen Wohnung, wurde er fündig.

Drei- bis viermal die Woche arbeitete er acht Stunden – meistens auch am Samstag. „Das war schon ärgerlich, dass meine Freunde sich alle im Bad amüsierten, während ich schaffen musste.“ Aber seinen Spanienurlaub im Hinterkopf, biss er sich durch – wie er sagt. Bei einem Stundenlohn von 7,12 Euro auch kein Problem. Allerdings musste er Abgaben zahlen. „Ich habe eben mehr als nur 400 Euro verdient, damit war das kein Minijob mehr.“ Wer nur bis 400 Euro verdient oder nicht mehr als 50 Kalendertage im Jahr arbeitet, hat einen sogenannten Minijob, der komplett steuerfrei ist. Der Rest muss dann doch die üblichen Abgaben beispielsweise Sozialversicherungen zahlen.

Nebenjob auch in der Zukunft

So füllte der 21-Jährige fleißig Regale mit Mehltüten, Gurkenkonserven und Duschgels auf, sorgte dafür, dass alles ordentlich aussah und „spiegelte“ Waren, das heißt er zog Packungen nach vorne, damit das Regal nicht leer aussah. „Das schlimmste war der Leergutautomat . Wenn man die Säcke mit den leeren zusammengedrückten Flaschen austauschen  musste. Gerade im Sommer roch das dann doch etwas streng.“

Aber es gab auch Positives für Frederik Krieger. „Nach nur zwei Wochen durfte ich dann an die Kasse. Ein Vertrauensbeweis, wie ich finde. Denn schließlich geht es hier ums Geld.“ Das machte ihm auch viel mehr Spaß. Den Kontakt zu Menschen, ein kleiner Plausch mit der netten Oma aus der Nachbarschaft und vor allem viel Hilfsbereitschaft machten ihm die Arbeit kurzweilig. „Ich hatte zum Beispiel immer ein Kleingeldproblem, sprich ich hatte zu wenig davon. Aber die Leute waren total nett und haben ihr letztes Kleingeld für mich rausgekramt.“

Mittlerweile studiert Frederik Krieger BWL im zweiten Semester. Und sein „Ferienjob“ hat ihm mehr gebracht als nur den heiß ersehnten Spanienurlaub. „Ich jobbe neben meinem Studium immer noch im Supermarkt. So kann ich mir mit Sicherheit bald wieder einen Kurzurlaub leisten.“

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