Jeden Tag etwas Neues
Janin Rose (20) leistet ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im kulturellen Bereich in einem Jugendtreff in Freiberg. Hier betreut sie Jugendliche und Kinder und unternimmt mit ihnen zum Beispiel Ausflüge ins Museum. Und ganz nebenbei hat sie sich auch für eine berufliche Richtung entschieden.
Janin Rose bei den von ihr organisierten Higlandgames.
Foto: Privat
„Viele meiner Mitschüler wussten schon in der 10. Klasse was sie später machen wollen. Bei mir war das anders.“ Bis in die Abi-Prüfungszeit schwankte Janin Rose (20) zwischen Pädagogik und Gastgewerbe als berufliche Zukunft. Mit einem FSJ im kulturellen Bereich beim Pi-Haus in Freiberg gab sie sich noch ein Jahr Bedenkzeit.
Das Pi-Haus ist ein Soziokulturelles Haus. Hier gibt es, verschiedenste kulturelle aber auch sportliche Angebote für die unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen. Das reicht vom Seniorentanz über Muay Thai Kickboxen, Lesungen bis zur Märchenbühne und der Theater AG für kleine Kinder.
Autoritätsperson für Gleichaltrige
Janin Rose ist vor allem für den Jugendtreff im Haus zuständig. Ab 14 Uhr steht sie Montag bis Samstag an der Bar, verkauft Getränke und Essen, spielt und redet mit den Jugendlichen, hilft bei den Hausaufgaben oder organisiert eine Theatergruppe. In den Ferien beginnt der Jugendtreff sogar schon um zehn Uhr und Janin Rose kocht und isst mit den Kindern zusammen zu Mittag. Außerdem lässt sie sich besondere Veranstaltungen und Programme wie Geocaching, Tischtennisturniere oder Highlandgames einfallen „Die Ferien machen am meisten Spaß, weil ich mir für jeden Tag etwas Neues ausdenken kann.“ Dienstschluss ist unter der Woche immer um 21 Uhr und am Samstag um 22 Uhr. „Das Gute daran ist, dass ich jeden Tag ausschlafen kann“, lacht Janin Rose. Wenn sie mal nicht die Kids betreut, führt sie Besucherstatistiken, entwirft Flyer, recherchiert und vergleicht kulturelle Angebote beispielsweise Museumsführungen in Preis und Leistung.
Eine richtige Eingewöhnungsphase hatte Janin Rose nicht. Von Anfang an war sie im Team integriert, voll und ganz in die Arbeit eingebunden und für ihr Handeln verantwortlich. Ganz einfach war das nicht für sie, schließlich sind viele Jugendliche in ihrem Alter oder nur ein paar Jahre jünger. „Die Jugendlichen nehmen keine Rücksicht darauf ob man neu ist. Die testen einen sofort, da muss man von Anfang an seinen Standpunkt klar machen.“ Der Umgang und das Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Jugendlichen beschreibt sie aber als sehr freundschaftlich.
Treffen mit „Kollegen“
Das FSJ im Pi-Haus wird eigentlich von der Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen e.V. (FKJ Sachsen) angeboten. Der Verein ist ein FSJ Kultur Trägerverein und bietet 70 Stellen an. Janin Rose bewarb sich direkt beim Pi-Haus und wurde nach einem Vorstellungsgespräch gleich genommen. Praktisch für sie. Denn sie wohnt nicht weit entfernt von ihrer Einsatzstelle bei ihren Eltern. So spart sie sich lange Anfahrtszeiten und hohe Mietkosten. Damit reicht ihr Monatsgehalt von 280 Euro zum Leben aus.
Viermal im Jahr trifft Janin Rose sich mit anderen FSJ’lern zu Seminartagen. Das ist wie eine Klassenfahrt, „nur viel aufregender“. Dort lernt sie beispielsweise wie man große Veranstaltungen finanziert und organisiert oder wie man am besten mit Stress umgeht.
Die Arbeit gefällt ihr sehr gut. Sie kann sich kreativ austoben, jeden Tag neue Aktivitäten für die Jugendlichen ausdenken. „Klar gibt es immer mal ein wenig Stress, aber insgesamt macht mir das Ganze sehr viel Spaß.“ sagt sie und berichtet, was ihr das FSJ sonst noch gebracht hat: „Ich habe dadurch meine Stärken und Schwächen erkannt und gemerkt was mir liegt und bei welchen Sachen ich Hilfe brauche.“
Mittlerweile hat sie sich sogar für einen Beruf entschieden. Den ursprünglichen Plan Sozialassistentin und danach Erzieherin zu werden hat sie aufgeben. „Ich mag Kinder, aber ich habe gemerkt, dass ich nicht geduldig genug bin und ich mir diese Arbeit für die Zukunft nicht vorstellen kann.“ erklärt sie. Im August fängt sie eine betriebliche Ausbildung zur Hotelfachfrau an.





