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Rubrik Lehrer und Eltern


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Erfahrungsbericht Au-pair

Keine Zeit für Heimweh

Julia Heideprim (19) kommt aus einem kleinen Dorf in Brandenburg. Jetzt ist sie Au-pair bei einer fünfköpfigen Familie - in einem kleinen Dorf in der Nähe von Galway, Irland.

Julia Heidepriem steht an den Cliffs of Moher.

Julia Heidepriem hat an Wochenenden genug Zeit, um die vielen Sehenswürdigkeiten Irlands zu besuchen, wie hier die Cliffs of Moher.

Foto: Privat

Steckbrief

Name: Julia Heideprim

Alter: 19

Abitur: 2009

Leistungskurse: Mathematik, Biologie

Macht gerade: Ein Jahr Au-pair in Irland

Und später? Applied Computer Science studieren

Nach der Schule wollte ich eigentlich ins Studium starten, allerdings wusste ich noch nicht so recht, was genau ich studieren wollte. Um Zeit zu gewinnen, ins Ausland zu reisen und meine Englischkenntnisse zu verbessern, entschied ich mich zu einem Au-pair-Jahr. Über das Portal AuPairWorld.de nahm ich Kontakt zu einigen Familien auf und fand dort meine jetzige Gastfamilie. Dieses Portal enthält Profile von Gastfamilien und Au-pairs auf der ganzen Welt. Nach nur wenigen E-Mails folgte ein Telefongespräch und meine Familie stand nach drei Monaten fest.

Unpünktliche Iren

Meine Gastfamilie besteht aus fünf Personen: meinen Gasteltern und den Kindern Lorna (4), Brian (5) und Jack (7). Meine Gastmutter arbeitet halbtags als Krankenschwester und hat alle fünf bis sechs Wochen Nachtschicht. Mein Gastvater ist selbstständig, beschneidet Bäume und arbeitet sechs bis sieben Tage die Woche und kommt immer erst recht spät nach Hause.

Die erste Zeit hier war ziemlich aufregend und anstrengend, denn es waren noch Ferien. Ich konnte mich aber recht schnell einleben. Mit meiner Gastfamilie hab ich mich von Anfang an gut verstanden. Für Heimweh blieb nicht viel Zeit, dafür war alles zu neu.

Und das ist mein Alltag: In der Schulzeit bringe ich die Kinder zur Schule und hole Brian und Lorna um 14 Uhr und Jack um 15 Uhr wieder ab. Ich habe also ungefähr vier Stunden, in denen ich alleine bin. Wenn meine Gastmutter arbeitet, dann ist sie um halb sechs zu Hause – meistens jedoch später, denn die Iren, oder zumindest die, die ich kennengelernt habe, sind recht unpünktlich. Ich mache so lange mit den Kindern Hausaufgaben, wir spielen, lesen und malen. Ich koche Mittagessen und erledige einen Teil der Hausarbeit, wie die Kinderzimmer und die Küche putzen oder die Wäsche waschen. Dafür bekomme ich 100 Euro in der Woche.

Englischkurs und Klippen

Jede Woche gehe ich zu einem Englischkurs. Die anderen Au-pairs, die den Kurs mit mir machen, kommen aus Finnland, Frankreich und Schweden. Man trifft so im Laufe des Jahres auf viele Leute aus verschiedensten Teilen der Welt. Ansonsten ist das Leben hier ziemlich ruhig. Ich wohne in einem kleinen Dorf, 45 Minuten entfernt von Galway, aus dem man ohne Auto nicht weg kommt. An den Wochenenden fahre ich manchmal nach Galway oder in andere Ecken Irlands. So habe ich mir schon einige Sehenswürdigkeiten wie die Cliffs of Moher und die Aran Islands gemeinsam mit den anderen Au-pairs der Umgebung angesehen.

Die schönsten Stunden und Erfahrungen liegen vermutlich in der „Arbeit“ mit den Kindern, die mir fleißig Bilder malen, wenn ich nur mal über Nacht weg bleibe. Aber es gibt auch weniger erfreuliche Situationen: Die Eltern meiner Gastmutter sind während meines Aufenthalts hier gestorben. Das waren natürlich harte Zeiten für die Familie und für mich. Dann wird einem bewusst, wie gut man sich eingelebt hat und wie sehr man Teil der Familie ist. Andererseits war das die Zeit, in der ich für die Kinder ein fester Bestandteil der Familie wurde, der da ist, auch wenn sich alles andere ändert.

Ich habe mich in der Zeit weiter entwickelt. Ich höre oft von Bekannten, dass ich mich verändert habe und erwachsener geworden bin. Der Abschied im August wird mir sehr schwer fallen.

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