Miriam Pielhau
Miriam Pielhau sprach mit abi>> über ihren Weg ins Fernsehen, erfüllte Träume und die Nachteile des Berühmtseins.
Miriam Pielhau Foto: rbb/Ben Knabe
abi>>: Welchen Berufswunsch hatten Sie nach dem Abitur?
Miriam Pielhau: Bis zum Abi bin ich zwischen Humanmedizin, Schauspiel und Journalismus geschwankt. Ich habe in der Oberstufe Praktika bei Tageszeitungen gemacht, war in der Schülerzeitungsredaktion aktiv und irgendwann war mir dann klar: Das möchte ich beruflich machen.
abi>>: Und deshalb haben Sie dann ein Studium in Anglistik und Germanistik aufgenommen?
Miriam Pielhau: Ja. Eigentlich habe ich ja mit dem Journalismus-Studiengang in Dortmund geliebäugelt. Da wäre ein Volontariat beim WDR mit dabei gewesen. Aber den Numerus clausus von 1,2 habe ich trotz eines guten Abis nicht geschafft. Also habe ich ein anderes Studium angefangen und gehofft, so in den Journalismus reinzurutschen.
abi>>: Das hat ja geklappt. Aber beendet haben sie das Studium nicht …
Miriam Pielhau: Mit viel schlechtem Gewissen, vor allem meinem Vater gegenüber. Aber ich habe immer parallel zum Studium gearbeitet, war unter anderem freie Mitarbeiterin beim Radio. Ich habe mich dann einfach mal auf gut Glück um ein Volontariat beworben – und wurde genommen. Unter 90 Bewerbern. Das habe ich als Zeichen gesehen und natürlich zugegriffen.
abi>>: Das heißt, Sie haben den Journalismus von der Pike auf gelernt?
Miriam Pielhau: Ja, das Volontariat war super. Wir hatten Sprechtraining, bekamen Einblicke ins Medienrecht, in das Thema Ethik im Journalismus, haben gelernt, dass gute Recherche das A und O ist – im Grunde die Inhalte, die auch in einem Journalistikstudium gelehrt werden. Ich hatte das Gefühl, wirklich bestens ausgebildet ins Berufsleben entlassen worden zu sein.
abi>>: Nach der Tätigkeit beim Radio sind Sie dann beim Fernsehen gelandet.
Miriam Pielhau: Ja, aber geplant war das nicht. Ein halbes Jahr vor dem Ende meines Volontariats habe ich mich beim WDR beworben und bekam eine Stelle als Radiomoderatorin. Da das keine Festanstellung war, habe ich mich zusätzlich bei einer Künstleragentur angemeldet, die Messehostessen vermittelt und hoffte, auf Messen ein bisschen zusätzliches Geld zu verdienen. Diese Agentur hat mich dann dazu überredet, zu einem Casting für die Moderation einer Fernsehsendung zu gehen. Zuerst habe ich mich mit Händen und Füßen gesträubt, bin dann aber trotzdem hingegangen und habe beim Casting drei Minuten lang erzählt, wie toll ich Radio finde.
abi>>: Wahrscheinlich nicht unbedingt das, was die hören wollten …
Miriam Pielhau: Dachte ich auch, aber drei Tage später kam der Anruf, dass ich einen Job als Chefmoderatorin bei der Sendung NBC Giga habe. Meine Bedingung war, dass ich weiter Radio machen kann. Wir haben uns schließlich darauf geeinigt, dass noch weitere Moderatoren eingestellt werden und ich zwei Wochen pro Monat für NBC Giga arbeite und zwei Wochen beim Radio.
Lebenslauf
Miriam Pielhau wurde am 12. Mai 1975 in Heidelberg geboren. Nach dem Abi studierte sie Germanistik und Anglistik an der Universität Siegen, brach das Studium aber nach vier Semestern zugunsten eines Volontariats beim Lokalradiosender Radio Siegen ab. Nach der Ausbildung wechselte sie zum Radiosender „1 Live“ beim WDR und kam von dort zum Fernsehen: Von 1998 bis 2001 moderierte sie auf NBC Europe die Livesendung NBC GiGA. 2001 wurde sie Chefredakteurin des Senders und mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Von 2002 bis 2005 war sie bei ProSieben im Boulevardmagazin „taff“ zu sehen und übernahm 2005 die Moderation vom Sat.1-Morgenmagazin „Weck Up“. Nach Zwischenstationen beim DSF und bei Tele 5 moderierte sie die Entscheidungsshows bei Big-Brother. 2008 wurde bei Miriam Pielhau Brustkrebs diagnostiziert. Über die Zeit der Krankheit schrieb sie ein Buch: „Fremdkörper“. Inzwischen ist sie wieder im Fernsehen zu sehen. Aktuell in der Sendung „… ins Grüne! Das Stadt-Land-Lust-Magazin“ auf Sat1 und als eine der Moderatorinnen der Unterhaltungsshow „Ein Wochenende mit…“ im rbb Fernsehen.




